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Trauer um Maurice Trintignant

14. Februar 2005 - 10:55 Uhr

Maurice Trintignant, einer der beliebtesten französischen Rennfahrer der Nachkriegszeit, verstarb am Sonntagmorgen im Alter von 87 Jahren

Maurice Trintignant im Ferrari 625/555 in Monaco 1955
Maurice Trintignant im Ferrari 625/555 in Monaco 1955 auf dem Weg zum Sieg
© Shell

(Motorsport-Total.com) - Maurice Trintignant, einer der schillerndsten Vertreter der Anfangsjahre der Formel 1, verstarb am Sonntag im Alter von 87 Jahren. Der Franzose verkörperte nahezu ein Idealbild der Rennfahrer der frühen Jahre. Selten traf man ihn ohne Zigarette zwischen den Lippen, er galt als Lebemann aber auch als Gentleman, sowohl auf als auch neben der Strecke. In über 80 Formel-1-Rennen von 1950 bis 1964 fuhr er für nicht weniger als zehn verschiedene Marken in zwölf verschiedenen Teams.

Dabei kam er schon früh mit der Schattenseite des Motorsports in Berührung. Drei der vier Brüder von Trintignant fuhren ebenfalls Rennen. Dabei verunglückte Louis Trintignant 1933 in Péronne tödlich, dennoch saß Maurice nur fünf Jahre später selbst am Steuer eines Bugattis. Der Zweite Weltkrieg unterbrach seine Karriere, doch kaum fanden die ersten Rennen nach dem Krieg wieder statt, war auch Trintignant in seinem Bugatti am Start.

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Der Franzose war überaus beliebt, nicht nur bei Teamchefs, da er die Autos meist ohne Beschädigungen wieder in das Ziel brachte, sondern auch bei den Fans und Kollegen, bei denen er den Spitznamen "Le Petoulet" (sinngemäß: Rattenexkrement) trug. Er akzeptierte diesen Namen, hatte er doch einen realen Hintergrund. Beim ersten Nachkriegsrennen in Bois de Boulogne blieb sein Bugatti mit Problemen an der Benzinzufuhr liegen, da in den Kriegsjahren einige Ratten in den Benzintanks lebten.

Paul Jackson Für das kleine Simca Gordini Team wurde Trintignant später zum Aushängeschild, auch ein Unfall 1948 auf der Strecke in Bremgarten, nach dem er acht Tage lang im Koma lag, zeigte später keine Nachwirkungen. Mit der kleinen französischen Autoschmiede beging er auch sein Formel-1-WM-Debüt in Monte Carlo 1950. Zu der Strecke im Fürstentum sollte sich eine ganz besondere Beziehung entwickeln.

Für 1954 bekam er einen Werksvertrag bei Ferrari, zusammen mit José Froilan Gonzalez gewann er im selben Jahr in einem Ferrari 375 die 24 Stunden von Le Mans. In der Formel 1 schob er sich mit zwei Podestplätzen auf den vierten Endrang der Weltmeisterschaft. Ein Jahr später gewann er im Ferrari 625/555 den Klassiker im monegassischen Fürstentum und auch die nicht zur WM zählenden Rennen in Caen und Rouen konnte er für sich entscheiden.

Trintignant fuhr immer wieder für andere Teams, 1956 absolvierte er einige Rennen für Vanwall und saß am Steuer des einzigen Formel-1-Einsatzes des Bugatti 251. 1958 wechselte er als Nummer zwei neben Stirling Moss zum kleinen Rennstall von Rob Walker und konnte den Monaco-Grand-Prix in einem Cooper-Climax T45 erneut gewinnen. Auch wenn er nun etwas kürzer trat, so absolvierte er 1964 mit einem eigenen BRM P57 die letzte Formel-1-Saison. Im Alter von 47 Jahren holte er auf dem Nürburgring seine letzten WM-Punkte.

1965 nahm er noch einmal an den 24 Stunden von Le Mans teil. Der Ford GT, in dem er saß, unterschied sich sicherlich grundlegend von jenem Bugatti T35, in dem er seine Motorsportkarriere einst begann. Später widmete sich Trintignant intensiv dem Wein, wurde in der Nähe von Nimes zu einem Winzer. Die Motorsportwelt trauert um einen der beliebtesten Rennfahrer der Frühzeit der Formel 1.

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