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Jordan spielt Midland-Spekulationen herunter

18. Januar 2005 - 09:23 Uhr

Eddie Jordans Gespräche über einen Teamverkauf an Midland-Boss Alexander Shnaider befinden sich offenbar noch im Anfangsstadium

Teamchef Eddie Jordan
Eddie Jordan: Er möchte verkaufen, doch noch ist nichts in trockenen Tüchern
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Was steckt genau hinter den Verkaufsspekulationen des Jordan-Teams? Klar ist, dass Teamchef Eddie Jordan seit langer Zeit einen Partner sucht, der das Team wieder auf eine gesunde Basis stellen kann. Bisher konnte er diesen jedoch nicht finden. Nun soll Alexander Shnaider ein ernsthaftes Interesse am Team haben. Zwar plante dieser zusammen mit Dallara sein eigenes Midland-Team, doch sollte der Preis für den Jordan-Rennstall stimmen, so wäre es töricht, nicht zu kaufen.

Mit einem eigenen Team müsste er bei der obersten Motorsportbehörde FIA 48 Millionen Dollar Einschreibegebühr hinterlegen, die er jedoch nach und nach ausgezahlt bekäme. Schwerwiegender wäre jedoch, dass ein neuer Rennstall, der 2006 einsteigt, erst 2008 an den TV-Einnahmen beteiligt wird. Einen Sitz in der Formel-1-Kommission bekäme man auch erst im dritten Jahr. All diese Nachteile könnte Shnaider umgehen, wenn er Jordan übernimmt.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund der bisher nur knappen Äußerungen von Jordan wurde ein Verkauf wohl aber als zu optimistisch dargestellt. Nach und nach sickert durch, dass der Ire etwas früh an die Öffentlichkeit gegangen ist. Doch der 56-Jährige steht unter Druck. Mittlerweile gab er zu, dass er im vergangenen Jahr monatlich knapp 1,4 Millionen Euro in das Team pumpen musste, um alle Gehälter zahlen zu können.

Teamverkauf alles andere als sicher

Sven Haidinger
Ein Verkauf seines Teams ist dennoch nicht beschlossene Sache, auch wenn alle Vorzeichen darauf hindeuten. "Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, sogar mit einigen aus der Regierung", wird Jordan vom 'Independent' zitiert. "Ich habe Alex Shnaider im Dezember zusammen mit Bernie Ecclestone getroffen, seither hatte ich mit beiden weitere Treffen. Bernie möchte starke Teams in der Formel 1 haben und für Alex wäre es ein Vorteil, Jordan zu kaufen und damit die immensen Anfangskosten zu umgehen. Aber auch für Jordan wäre es gut, denn so würde es einfacher werden, wieder konkurrenzfähig zu sein."

Von einem Rückzug seiner Person kann aber keine Rede sein, vielmehr möchte sich Jordan mehr auf die Sponsoren und Fahrer des Teams konzentrieren und das Alltagsgeschäft abtreten. "Wenn ich jemanden finden würde, der das ermöglicht, dann würde ich das begrüßen", so der Ire weiter. "Jordan wäre mit einem Partner wie Alex stärker. Ich mag ihn, es wäre toll, wenn sich daraus etwas entwickeln könnte."

Aber bisher wurden offenbar nur grundlegende Gespräche geführt, was auch daran liegen mag, dass Shnaider vertraglich an Dallara gebunden ist. Eine simple Übernahme des Jordan-Teams wird es also kaum geben. "Bisher ist nichts passiert, und es kann auch sein, dass überhaupt nichts passieren wird", relativierte Jordan. "Daher fahren wir mit unseren eigenen Plänen für die anstehende Saison fort und warten einfach ab, was passiert."

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