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Sato: "Musste immer doppelt so schnell lernen"

14. Dezember 2004 - 14:25 Uhr

Takuma Sato über sein Image als Crashpilot und warum man ihm etwas mehr Zeit zum Lernen einräumen muss als anderen Fahrern

Takuma Sato
Motorschäden wie dieser in der Eifel waren bei Sato 2004 keine Seltenheit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit 34 Punkten hat Takuma Sato die Fahrer-WM 2004 als Achter beendet und damit Kaliber vom Schlage eines Ralf Schumacher oder David Coulthard hinter sich gelassen. Dennoch haftet dem BAR-Honda-Fahrer nach wie vor das Image des Crashpiloten an, welches er seit seiner Formel-1-Premiere im Jahr 2002 wie einen Schatten hinter sich her zieht.

Der Japaner, der 2001 Britischer Formel-3-Meister wurde, gilt als Riesentalent, fiel in der Königsklasse aber auch durch zahlreiche Unfälle auf - am spektakulärsten sicher seine Kollision mit Nick Heidfeld am A1-Ring vor zwei Jahren, wenngleich er damals zu dem Mega-Crash kam wie die Jungfrau Maria zu ihrem Kind. Der Grundtenor lautete immer: "Der Bursche kann wahnsinnig schnell Autofahren, produziert dabei aber viel zu viel Schrott."

Erfahrungsmangel als Erklärung für die vielen Unfälle

Warum das so ist, versuchte Sato in der 'Motorsport aktuell' zu erklären: "Man darf nicht vergessen, dass ich erst im Alter von 20 Jahren mit dem Motorsport angefangen habe. Das ist ziemlich spät. Ich musste also immer mindestens doppelt so schnell lernen wie alle anderen Fahrer. Um diesen Rückstand einzuholen, musste ich zwangsläufig immer Vollgas geben und vielleicht näher am Limit leben als andere. Das Risiko musste ich einfach eingehen." Mirko Bortolotti

Der heute 27-Jährige, der eher durch Zufall in einer Rennfahrerschule gelandet ist und davor eine Karriere als Radprofi anvisiert hatte, absolvierte im Jordan-Team eine zweigeteilte Debütsaison: Bis zum Grand Prix von Japan setzte er ein Chassis nach dem anderen in die Leitplanken, bei seinem Heimrennen glänzte er aber mit dem fünften Platz. Honda sah sich darin bestätigt, ihn zu unterstützen, und holte ihn für ein Jahr als Testfahrer zu BAR.

Eher widerwillig begab sich Sato auf die Ersatzbank, freilich besänftigt durch die Zusage, 2004 und 2005 zum Stammpiloten aufzurücken. Durch den vorzeitigen Rauswurf von Jacques Villeneuve kam er jedoch schon in Suzuka 2003 wieder zum Einsatz - und wieder fuhr er auf den fünften Platz. Dieses Jahr bestritt er eine volle Saison an der Seite von Jenson Button, und in den USA erreichte er als Dritter den ersten Podestplatz seiner Formel-1-Karriere.

"Kein Wunder, dass es 1.000 verschiedene Meinungen gibt"

Inzwischen in seinem Standing gestärkt, gab er an, nie an sich selbst gezweifelt zu haben: "In der Formel 1 laufen so viele Leute rum, da ist es kein Wunder, dass es 1.000 verschiedene Meinungen über alle möglichen Themen gibt. Das wusste ich im Vorfeld. Ich habe aus diesem Grund von Anfang an nur auf die Leute gehört, die mich unterstützt haben und denen ich vertrauen konnte. Andere Meinungen habe ich zur Kenntnis genommen, aber nicht an mich ran gelassen."

Sven Heidfeld Darüber hinaus lieferte Sato die Erklärung für die vielen Motorschäden zu Saisonbeginn. Die Presse spekulierte damals, er gehe falsch mit den Triebwerken um, was vom Team jedoch immer dementiert wurde. Doch wo Rauch ist, da ist auch Feuer: "An dem Punkt, an dem ich immer zurückschaltete, traten die schlimmsten Vibrationen im Motor auf. Ich musste meinen Schaltzeitpunkt um mehr als 1.000 Umdrehungen nach oben korrigieren", gab der Honda-Schützling zu.

"Ein wenig seltsam", fuhr er fort. "Man sollte doch meinen, dass der Motor höheren Belastungen ausgesetzt ist, wenn man bei höheren Drehzahlen runterschaltet." Dies ist zwar prinzipiell auch der Fall, der Honda-V10 hatte diesbezüglich aber seine Eigenheiten. Sato stellte seinen Fahrstil rechtzeitig vor den Rennen in Nordamerika um: "Danach war die Schalterei kein Thema mehr und die Schäden wurden seltener", gab er zu Protokoll.

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