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Mosley plädiert für traditionsreiche Formel-1-Strecken

11. Oktober 2004 - 12:00 Uhr

FIA-Präsident Max Mosley hofft, dass europäische Strecken wie Silverstone oder Magny-Cours nicht gestrichen werden

Max Mosley
Max Mosley macht sich erstmals öffentlich für Formel-1-Europa stark
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In der Silverstone-Saga hat längst die letzte Stunde geschlagen, Magny-Cours wackelt gewaltig und auch Imola muss fürchten, demnächst keine Formel-1-Rennen mehr austragen zu dürfen. Doch während die Hersteller mit Begeisterung in neue Märkte wie China oder Bahrain fliehen, plädiert FIA-Präsident Max Mosley nun erstmals für die Beibehaltung traditioneller Austragungsorte.

Der Brite ist zwar einerseits ein Freund hochmoderner Anlagen, weil diese in punkto Sicherheit seinen Vorstellungen entsprechen, hat aber auch erkannt, dass die Formel 1 Gefahr läuft, sich zu weit von ihrer Basis zu entfernen. Ein allzu schneller Abzug aus Europa könnte nämlich zur Folge haben, dass die seit Jahren bestehende Fangemeinschaft ihr Interesse verliert, während man in den neuen Märkten möglicherweise zum Teil nur von einem vorübergehenden Boom profitiert.

"Mein Wunsch ist, dass Silverstone auf dem Kalender bleibt"

"Mein Wunsch ist, dass Silverstone auf dem Kalender bleibt", wird Mosley daher zurzeit von verschiedenen britischen Zeitungen zitiert. "Es ist mir wichtig, dass die traditionellen Rennen bleiben, wenn auch nicht um jeden Preis. Wir können von Bernie nicht erwarten, dass er einen unrentablen Grand Prix nur wegen seiner Tradition am Leben erhält, aber wir sollten nach Kompromissen suchen, denn solche Veranstaltungen sind die Basis des Motorsports."

Man würde "die gesamte Struktur der Formel 1 untergraben", wenn man plötzlich alle alten Rennen meiden würde, erklärte der FIA-Boss. Und weiter: "Wenn wir Rennen wie Frankreich und Großbritannien weglassen, verlieren wir einen essentiellen Teil des Sports. Ich hoffe, das Silverstone bleibt, aber es hängt davon ab, ob Bernie und der 'BRDC' eine Lösung finden. Aus sportlicher Sicht ist es gar keine Frage, dass der Grand Prix stattfinden sollte. Der 'BRDC' hat das Geld für nächstes Jahr beisammen. Das sollten sie auf jeden Fall machen und dann können sie immer noch nach einer langfristigen Lösung suchen."

Mosley glaubt, 'Brand Synergy Ltd.' könnte Silverstone retten

Aus Mosleys Sicht wird Silverstone am Mittwoch vom World Council der FIA vermutlich in den offiziellen Kalender für 2005 aufgenommen, zunächst jedoch nur unter provisorischem Status. Allerdings sieht er eine Chance, dass 'Brand Synergy Ltd.', also jene Firma, die den Grand Prix auf eigenes Risiko veranstalten würde, mit ihrem Angebot die Rettung sein könnte. Nur: "Wenn sie bestätigen können, woher sie das Geld haben, das sie behaupten zu haben, dann steht einer Lösung nichts mehr im Weg."

Ein anderes Szenario sieht vor, dass Ecclestone selbst als Veranstalter einspringt, doch dazu wird es eher nicht kommen, denn der Formel-1-Boss verlangt vom 'BRDC' unerfüllbare Bedingungen wie zum Beispiel eine kostenlose Streckenmiete für das gesamte Jahr. Außerdem dürfte der 'BRDC' sein eigenes Klubhaus nur während des Grand-Prix-Wochenendes verwenden und die Sanierungsmaßnahmen müssten trotzdem weiter auf 'BRDC'-Kosten vorangetrieben werden.

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