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Drei Hersteller machen gegen die FIA mobil

23. Oktober 2004 - 11:14 Uhr

BMW, Mercedes und Honda können sich vorstellen, wegen des Reglements sogar vor ein ordentliches Gericht zu ziehen

Frachtboxen
Wohin es mit der Zukunft der Formel 1 geht, ist weiter unklar...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Die Sportchefs von BMW, Mercedes und Honda geben auch nach der offiziellen Bekanntgabe der künftigen Formel-1-Regeln ihren Widerstand gegen die FIA-Pläne nicht auf. Nach dem letzten Rennen des Jahres wollen sich die drei Hersteller kommende Woche auf eine gemeinsame Linie verständigen, wie sie auf die Einführung der ungeliebten 2,4-Liter-V8-Motoren ab 2006 durch den Automobilweltverband reagieren wollen. Als letzte Möglichkeit halten sie sich weiterhin den Gang vor ein unabhängiges Schiedsgericht offen.

"Die Entscheidung der FIA kam nicht unerwartet, sie hatte ja angekündigt, einen ihrer drei Vorschläge auszuwählen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass sie damit die Grundlage des Concorde Agreements verlässt", sagte BMW-Sportdirektor Dr. Mario Theissen. Laut der noch bis 2007 gültigen Verfassung der Formel 1 darf das Technische Reglement nur mit Zustimmung der Teams verändert werden. Diesen Passus umgeht FIA-Präsident Max Mosley durch das Hintertürchen, dass die Autos aus Sicherheitsgründen eingebremst werden müssten. Solche Änderungen kann der Verband auch gegen den Willen der Rennställe durchsetzen.

Wären die 2005er-Änderungen schon ausreichend?

Deshalb wird es neben dem Motorenreglement, das bereits für 2005 Triebwerke fordert, die anstatt bisher einen dann zwei Grands Prix absolvieren müssen, schon im nächsten Jahr auch massive Einschränkungen der Aerodynamik und nur noch einen Satz Reifen für Qualifikation und Rennen geben. Viele Formel-1-Experten sind der Meinung, dass diese Änderungen schon ausreichen würden, um den von der FIA geforderten Rückgang der Rundenzeiten zu erreichen.

Sven Haidinger

Auch Weltmeister Michael Schumacher hat angesichts des neuen Regelpaketes der FIA ein paar Bedenken: "Es sind sicher sehr viele sinnvolle Dinge dabei, aber auch einige, die man anders machen würde, wenn man die Möglichkeiten hätte", sagte der Ferrari-Pilot, für den die Änderungen allerdings zumindest "in die richtige Richtung" gehen.

Für Honda-Sportchef Otmar Szafnauer dagegen nicht: "Für 2005 denken wir, dass ein Motor für ein Rennen besser für den Sport gewesen wäre. Aber wir werden die Regeln respektieren und leichte Veränderungen an unseren Motoren vornehmen, um sie zu erfüllen. Aber 2006 wird es dramatische Änderungen geben, nämlich den Wechsel von V10-Motoren zu V8-Motoren und viele Design- und Materialeinschränkungen. Wir bei Honda sind aber mehr für offene Formeln", sagte Szafnauer dem 'sid'.

Szafnauer wettert am lautesten gegen die neuen Regeln

Das neue, restriktive Reglement nehme den Technikern die Herausforderung, kreative Ideen zu entwickeln. Und wie Theissen oder Mercedes-Sportchef Norbert Haug ist auch Szafnauer der Meinung, dass der Wechsel zu V8-Triebwerken keine Kosten spart, sondern im Gegenteil kurzfristig sogar teurer sein wird: "Wir müssen den ganzen Motor neu konstruieren und können auch viele unserer jetzt entwickelten Komponenten und Technologien nicht mehr verwenden", monierte er.

Haug wollte sich daher gestern in einer ersten Stellungnahme das weitere Vorgehen offen lassen. Auf die Möglichkeit einer Klage gegen die FIA angesprochen, antwortete er folgendermaßen: "Wir wollen jetzt nicht überflüssiges Kampfgeschrei anzetteln, sondern wir wollen nach konstruktiven Lösungen suchen." Es sei "kein Geheimnis", dass Mercedes sich andere Regeln gewünscht hätte, und was den Gang vor ein ordentliches Gericht angeht, sei "alles möglich", betonte der Schwabe. Christian Kuhn

Mit den neuen Reifenregeln kann sich Pierre Dupasquier vom französischen Reifenhersteller Michelin dagegen anfreunden: "Wir sind zufrieden, gemessen an der Alternative eines Einheitsreifens von nur noch einem Hersteller. Das wäre ein Desaster für die Formel 1 gewesen."

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