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Villeneuve: Grand-Prix-Comeback nach 363 Tagen

16. September 2004 - 13:22 Uhr

Beim bevorstehenden Grand Prix von China wird Jacques Villeneuve für Renault sein erstes Formel-1-Rennen seit einem Jahr bestreiten

Villeneuve-Plakat bei Tests in Monza
Die Fans finden schon lange, dass Villeneuve in die Formel 1 gehört
© Nimmervoll/F1Total.com

(Motorsport-Total.com) - Am 28. September 2003 hat Jacques Villeneuve seinen bisher letzten Grand Prix bestritten - damals schied er mit seinem BAR-Honda in Indianapolis an neunter Stelle liegend mit Motorschaden aus. Genau 363 Tage später wird der Kanadier im chinesischen Shanghai in die Königsklasse des Motorsports zurückehren. Renault plant mit ihm für die letzten drei Rennen als Trulli-Ersatz.

Lautete noch gestern die offizielle Version so, dass Villeneuve zunächst einmal nur testet, so ließ Teamchef Flavio Briatore die Katze heute in Silverstone aus dem Sack: "Jacques kann uns in der Konstrukteurs-WM helfen. Er ist fit und entschlossen und ich glaube, dass er rasch auch wieder zu seinem alten Speed finden wird." Gestern hinkte der 33-Jährige bei seinem ersten Test im R24 dem Feld ja noch hinterher, er konzentrierte sich aber auch ausschließlich auf die Sitzanpassung.

Obwohl Renault mit Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella für kommende Saison bereits zwei Piloten unter Vertrag hat, war der Villeneuve-Deal für China, Japan und Brasilien ein mehr als durchdachter Coup: Gerade in Shanghai, wo die Formel 1 zum ersten Mal gastiert, ringen die Hersteller mehr denn je um mediale Aufmerksamkeit, weil der chinesische Markt von der Automobilindustrie noch kaum erschlossen ist - und das Comeback eines Weltmeisters sichert in jedem Fall Schlagzeilen.

Davon abgesehen ist Villeneuves Comeback, auf das sich neben vielen Fans vor allem auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone freut, insofern eine absolute Bereicherung für die Königsklasse, als das momentane Fahrerfeld außer Michael Schumacher keine Weltmeister zu bieten hat - Villeneuve ist der letzte noch aktive Pilot, der den deutschen Ferrari-Megastar geschlagen hat. 1997 setzte sich der Kanadier im unvergessenen Showdown von Jerez nach einer Kollision gegen Schumacher durch.

Neben dem PR-Aspekt, der für Renault beim Einfädeln des Deals sicher eine große Rolle gespielt hat, ist für den künftigen Sauber-Piloten natürlich der Zeitpunkt des Einstiegs denkbar günstig - denn einerseits erwartet niemand, dass er Alonso beim Comeback schlagen wird, andererseits ist gerade ein für alle völlig neuer Kurs wie Shanghai vorteilhaft für einen Fahrer, der ein Jahr Ferien vom Motorsport gemacht hat und seinen Rhythmus erst finden muss.

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