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Trulli: Ich bereue nichts

15. September 2004 - 11:58 Uhr

Jarno Trulli dreht Renault den Rücken zu und lässt eine "gute Vergangenheit" mit einem "reinem Gewissen" zurück

Jarno Trulli
Jarno Trulli und Renault - beide Seiten haben ein "reines Gewissen"
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Die Entscheidung fiel kurz und schmerzlos. Auch wenn das Renault-Team am Dienstagmorgen alle Meldungen bezüglich eines Trulli-Rauswurfs oder eines Villeneuve-Tests rigoros zurückwies, am Abend folgte die Bestätigung. Jarno Trulli, Sieger des diesjährigen Monaco-Grand-Prix hat in Monza sein letztes Rennen für Renault bestritten. Auch in weitere Aktivitäten des Teams wird der Italiener nicht mehr eingebunden.

Der Italiener hat keinerlei Verpflichtungen gegenüber Renault. "Das Wichtigste für mich ist, dass ich schon in diesem Monat mit meinem neuen Team arbeiten kann, ansonsten hätte ich wohl bis zum November warten müssen", erklärte er der 'Gazzetta dello Sport'. Sein neues Team wurde öffentlich noch nicht benannt, des dürfte sich aber um Toyota handeln.

An seiner Trennung von Renault gäbe es außerdem nichts zu bereuen. "Ich habe ein reines Gewissen", so Trulli. "Ich habe immer alles und noch mehr gegeben. Für mich sprechen die guten Ergebnisse in dieser Saison: der fantastische Sieg in Monte Carlo, die Pole Positions in Monaco und Spa. Ich bin auch der Renault-Fahrer mit den meisten Punkten und liege auf Rang vier der Meisterschaft."

Adam Carroll "Auch das Qualifying verlief im Vergleich zu meinem Teamkollegen nicht zu schlecht", fuhr er fort, der dies alles nun zurücklässt. "Das ist Vergangenheit, eine gute Vergangenheit. Bei einer Trennung zu diesem Zeitpunkt macht es keinen Sinn, wie Geschiedene in einem Haus zu leben. Es ist besser, einen anderen Weg einzuschlagen und über 2005 nachzudenken."

Renault-Teamchef Flavio Briatore verteidigte unterdessen seine Entscheidung. "Ich muss auf das vertrauen, was mir die Ingenieure sagen", so der Italiener. "Ich kann nur wiederholen, dass Trulli dasselbe Auto wie Alonso hatte, aber nicht so gut damit abgeschnitten hat. Wir haben mit ihm gesprochen, aber wir konnten die Gründe nicht herausfinden. Renault hat ein reines Gewissen."

"Mit Trulli erwuchs dann eine Situation des gegenseitigen Misstrauens", so Briatore weiter. "So war es unmöglich weiterzumachen. Das tut mir Leid, aber wir sind mit ihm fertig. Es hätte keinen Sinn ergeben, mit ihm weiterzumachen und sich gegenseitig weh zu tun." Auch wenn die Trennung nach außen als wohlwollend dargestellt wird, intern wird wohl viel böses Blut geflossen sein.

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