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Offiziell: Trulli aus Renault-Vertrag entlassen

15. September 2004 - 09:54 Uhr

Während Jacques Villeneuve die Weichen für seine Zukunft stellt, ist Jarno Trulli ab sofort nicht mehr vertraglich an Renault gebunden

Jarno Trulli und Flavio Briatore
Jarno Trulli (links) ist ab sofort in keiner Art und Weise an Renault gebunden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Jacques Villeneuve hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er wieder zurück in die Formel 1 möchte. Allein der Weg dorthin war bisher nur schwer absehbar. Dass sich gerade bei Renault kurzfristig eine Gelegenheit bieten würde, war so nicht abzusehen. Zwar war es bekannt, dass zwischen Jarno Trulli und Teamchef Flavio Briatore keine Vertrauensbasis mehr existiert, doch die schnelle Entscheidung kommt dennoch etwas überraschend.

Während Villeneuve nun in Silverstone versucht, im Renault R24 eine solch gute Figur abzugeben, dass er mit zu den letzten drei Saisonrennen reisen kann, kann sich Trulli entspannt zurücklehnen. Er hat bereits einen Vertrag für 2005, höchstwahrscheinlich bei Toyota, auch wenn eine offizielle Bestätigung hierzu noch aussteht.

Villeneuve wiederum kämpft weiter um ein Cockpit für die kommende Saison. Der Kanadier verhandelte mit BAR-Honda und BMW-Williams. Doch ohne Klarheit im "Fall Button" wird sich hier nichts bewegen. Auch mit dem Sauber-Team scheinen die Gespräche vorerst gestoppt zu sein. Die Variante Renault fällt für 2005 augenscheinlich weg, denn mit Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella stehen die Piloten hier fest - wenn die Franzosen nicht noch eine Überraschung parat haben.

Inga Stracke Trulli wiederum wurde am (gestrigen) Dienstagabend vom Renault-Team freigegeben, der Italiener hat keinerlei Verpflichtungen mehr. "Wir haben eine Übereinkunft mit Renault getroffen und sie haben all unsere Bedingungen akzeptiert", erklärte ein Sprecher des Trulli-Managements gegenüber 'AtlasF1'. "Darüber sind wir sehr froh."

"Jarno und Renault haben um 19 Uhr (am Dienstagabend; d. Red.) aufgehört, miteinander zu arbeiten, aber Jarno möchte Renault für die Hilfe in den vergangenen Jahren und für die Erfolge danken", fuhr der Sprecher fort. "Wir können nun mit unserem neuen Team viel früher als erwartet mit der Arbeit beginnen."

Auch Trulli zeigte sich erleichtert. "Ich bin sehr, sehr zufrieden", wird er von der 'Gazzetta dello Sport' zitiert. "Es verlief alles gut, denn Renault hat alle Forderungen akzeptiert. Nun kann ich bald bei meinem neuen Team beginnen." Möglich erscheint, dass Trulli auf das ausstehende Gehalt bis zum Jahresende verzichtet, gleichzeitig aber auch keine Verpflichtungen mehr gegenüber Renault hat.

Klaus Graf Das Renault-Team wiederum gab bekannt, dass man sich im besten Interesse beider Parteien auf diese Regelung verständigte. "Ich möchte Jarno wiederholt für seinen Beitrag im Team in den vergangenen drei Jahren danken", so Briatore. "Das Team und er haben gespürt, dass eine vorzeitige Trennung für beide der beste Weg ist, das Jahr positiv abzuschließen."

"Ich möchte Renault für ihre Unterstützung seit 2002 und den gemeinsamen Erfolg danken", erklärte Trulli. "Ich bin dankbar, dass das Team mich aus meinen Verpflichtungen entlässt, somit kann ich früher als erwartet bei meinem neuen Team beginnen." Ob Jacques Villeneuve seinen Platz für die drei letzten Rennen einnehmen wird, wird sich wohl erst nach den Testfahrten entscheiden.

Da es als offenes Geheimnis gilt, dass Trulli zu Toyota stoßen wird, könnten auch hier kurzfristige Neubesetzungen folgen. Ricardo Zonta übernahm ab dem Ungarn-Grand-Prix das Cockpit von Cristiano da Matta, der nicht die Erwartungen erfüllte. Die plötzliche Vertragsfreiheit von Trulli führte sofort zu Spekulationen, dass Zonta seine neue Aufgabe als Stammfahrer für die drei letzten Saisonrennen an Trulli abgeben muss.

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