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BMW wehrt sich gegen Formel-1-Einheitsmotoren

16. September 2004 - 10:41 Uhr

Die geplante Rückrüstung auf dem Motorensektor geht BMW gegen den Strich - Theissen und Göschel nehmen Stellung

Theissen, Ecclestone und Göschel
Theissen, Ecclestone und Göschel kürzlich im Fahrerlager von Monza
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Als einer der wenigen Hersteller wehrt sich BMW weiterhin vehement gegen das von der FIA geplante neue Motorenreglement mit 2,4-Liter-V8-Triebwerken. Die Münchner sind in die Formel 1 gegangen, um das High-Tech-Image der Marke aufzupolieren, um das man nun fürchtet. Die Gerüchte vom Ausstieg aus der Königsklasse dürften aber auf einer dramatisierten Darstellung beruhen.

Dr. Burkhard Göschel, als BMW-Vorstand einer der mächtigsten Männer im Konzern, hat jedenfalls klargestellt, dass man wohl weiterhin Formel 1 machen wird: "Wenn wir Einheitsmotoren bauen, wird die Formel 1 zunehmend uninteressant, weil wir ja technischen Anspruch, technische Fähigkeiten zeigen wollen. Ich möchte nicht von Ausstieg reden, aber es würde uns zu denken geben, wenn wir in Richtung Einheitsmotoren und geringem technischen Anspruch gehen."

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Gegenüber unseren Kollegen von 'Motorsport aktuell' erklärte auch BMW-Sportchef Dr. Mario Theissen, dass jede Entscheidung seiner Meinung nach sorgfältig überdacht werden sollte: "Wir reden über das Reglement der nächsten Jahre. Es geht darum, dass man es richtig macht. Eine falsche Entscheidung würde die Formel 1 über mehrere Jahre belasten." Der Deutsche ließ außerdem durchblicken, dass er es begrüßen würde, von der FIA alternative Vorschläge zum 2,4-Liter-V8-Motor unterbreitet zu bekommen.

Ein nicht unbedingt auf dem öffentlichen Parkett aktuelles Thema, welches zuletzt das Fahrerlager beschäftigt hat - Ferrari soll angeblich von der FIA schon vor Monaten über die Grundzüge des neuen Motorenreglements informiert worden sein, also vor allen anderen Teams -, ist für Theissen hingegen kein Grund zur Aufregung: Eine sorgfältig durchdachte Entscheidung habe für ihn "ein höheres Gewicht als der Vorsprung von ein paar Monaten, den vielleicht ein Konkurrent hat."

Sauer aufgestoßen hat den BMW-Verantwortlichen hingegen, dass bei den drei von der FIA unterbreiteten Reglementsvorschlägen zwar jeweils unterschiedliche Aerodynamik- und Reifenbestimmungen vorkommen, am 2,4-Liter-V8-Motor aber in allen Modellen festgehalten wird. Auch das Thema Gratismotoren für die kleinen Teams ist für Theissen momentan reine Utopie: "Dass wir kleine Teams mit einem Persilschein für Gratismotoren ausrüsten, das ist in der Tat ein neuer Vorschlag."