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Williams: "Ich bereue nichts"

06. August 2004 - 15:47 Uhr

Teamchef Frank Williams stellte sich am Freitag den Fragen der Journalisten zur überraschenden Verpflichtung von Button

Frank Williams
Frank Williams verteidigt sein Verhalten im "Fall Jenson Button"
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Für viel Wirbel sorgte am späten Donnerstagabend die Bekanntgabe von BMW-Williams, dass man mit Jenson Button einen Vertrag für die Saisons 2005 und 2006 abgeschlossen hat. Für Frank Williams selbst war es eine Überraschung, dass der BAR-Honda-Pilot plötzlich frei wurde und er zögerte keinen Moment: "Wir kennen Jenson bestens. Als wir ihn das erste Mal sahen, waren Patrick Head und ich uns einig, dass dieser Junge in ein Rennauto gehört", so der 62-Jährige in einer rund 25 -minütigen Telefonkonferenz.

"Ein paar Tage vor dem Deutschland-Grand-Prix wurden wir von Jensons Management kontaktiert. Bis zu diesem Punkt war seine Verpflichtung kein Thema", verrät Frank Williams. "Aber zwischen uns und Jenson hat es seit Ende 2000 eine Option gegeben."

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Dass die Bekanntgabe zu einer so "unchristlichen" Zeit erfolgte, hatte seinen Grund: "Wir wollten die vertraglichen Dinge privat mit BAR besprechen, doch sie wollten die Presse einschalten, also waren wir dazu gezwungen, gestern Nacht gegen unseren Willen die offizielle Bekanntgabe erfolgen zu lassen. Wir hatten kein Interesse, damit an die Presse zu gehen, doch wir erhielten einen Hinweis darauf, dass heute Morgen eine entsprechende Story veröffentlicht werden sollte."

Frank Williams rief seinen Kollegen David Richards "fünf Minuten", nachdem dieser das entsprechende Fax vom Button-Management erhalten hatte, an. Doch scheinbar konnte man sich nicht darauf einigen, den Zwist erst einmal hinter verschlossenen Türen auszutragen: "Wir wollten dieses Thema auf freundschaftliche Weise lösen und wir hatten nicht den Wunsch, das in der Öffentlichkeit auszutragen. Aber wir wurden gezwungen, in die Öffentlichkeit zu gehen, um unsere Position zu verteidigen."

"Er war natürlich sehr enttäuscht, dass er einen Brief von Jensons Management erhalten hat", fährt Williams fort. "Das war ein ziemlicher Schock für ihn. Ich unterhielt mich in absolut vernünftiger Manier mit David, ich war aber enttäuscht, als ich hörte, dass es an die Presse herangetragen werden soll." Der Brite bittet für sein Verhalten um Verständnis: "Man muss wissen, dass wir ein Rennteam sind und im Wettbewerb stehen. Dies war eine Möglichkeit, wir haben sie genutzt und ich bereue nichts."

Dass BAR-Honda den Vertrag anfechten könnte, hält Frank Williams für ausgeschlossen: "Der Vertrag ist nicht anfechtbar. Jenson Button möchte 2005 und 2006 für Williams fahren und davon geht er auch aus. Er hat seine Absicht klar gemacht, indem er den Vertrag für uns unterschrieben hat." Auf nähere Einzelheiten der Ausstiegsklausel wollte der Teamchef nicht eingehen. Angeblich hat BAR die Option auf Button gezogen bevor die Vertragsverlängerung mit Honda erfolgt war, es hätte jedoch andersherum laufen müssen.

Warum hat man Jenson Button Ende der Saison 2000 zu Benetton ziehen lassen, wo man doch so von ihm angetan war? "Wir hatten eine Option auf Juan-Pablo, die übergeordnet war. Wir entschieden uns, Jenson zwischenzeitlich gehen zu lassen", so Frank Williams, der zugibt, dass man "zu einem gewissen Grad" den Wunsch verspürt hat, mit Button weiterzumachen. Doch man hatte zuvor schon Montoya das Cockpit versprochen gehabt.

Mit Button und Webber hat Williams nun für kommende Saison eine starke Fahrerpaarung - dennoch gibt sich Williams zurückhaltend: "Ob wir mit Jenson Button und Mark Webber Ferrari schlagen können, ist eine Frage, die man nicht beantworten kann. Hier spielt auch noch die Leistung des Autos eine wichtige Rolle. Wir sind natürlich über unsere schwache Leistung in diesem Jahr besorgt. Wir arbeiten sehr hart daran, diese Situation für das kommende Jahr zu bereinigen."

Ein vorzeitiger Wechsel von Jenson Button zu BMW-Williams auch als Ersatz für Ralf Schumacher, wie dies heute von der Presse spekuliert worden war, ist übrigens ausgeschlossen, wie Williams erklärt: "Keine Chance, wir haben einen Vertrag mit Ralf und werden diesen erfüllen, auch wenn er am Saisonende nur noch zwei Rennen für uns bestreiten sollte."