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Österreicher Friesacher klopft an die Formel-1-Tür

15. August 2004 - 10:33 Uhr

Nach seinem Sieg beim gestrigen Formel-3000-Rennen hofft Patrick Friesacher auf ein Formel-1-Cockpit für 2005

Patrick Friesacher
Der Test im Winter ist wohl Friesachers letzte Chance auf die Formel 1
© Coloni

(Motorsport-Total.com) - Während die Chancen von Christian Klien, auch 2005 in der Formel 1 zu fahren, zuletzt erheblich gestiegen sind, könnte kommende Saison sogar ein zweiter Österreicher in die Königsklasse aufsteigen: Patrick Friesacher, 23 Jahre alt, klopft angeblich bei Minardi an die Tür.

Nach einer bisher eher enttäuschend verlaufenen Formel-3000-Saison meldete er sich gestern auf dem Hungaroring bei wechselhaften Bedingungen mit einer strategischen Meisterleistung zurück, beendete sogar die Siegesserie von Vitantonio Liuzzi. Friesacher wiederholte damit seinen Vorjahreserfolg in Ungarn, wo er 2003 sein erstes Rennen gewonnen hatte, und bringt seine Karriere unerwartet wieder in Schwung.

Endgültig letzte Chance für Friesacher?

In seiner Heimat wurde der Sankt Margarethener schon oft abgeschrieben - selbst das Juniorteam von 'Red Bull', dem er lange angehörte, ließ ihn fallen. Dabei galt er stets als großes Talent, was ihm auch von großen Namen der Szene - etwa Dr. Helmut Marko oder Gerhard Berger - bescheinigt wurde. Den Durchbruch in der Formel 3000 hat Friesacher jedoch nie geschafft, weshalb man davon ausgegangen war, dass der Zug in die Königsklasse für ihn schon abgefahren ist. Tab Boyd

Nun sieht wieder alles anders aus: Im Dezember, so meldete die 'Kronen Zeitung' diese Woche, wird Friesacher in Vallelunga für Minardi testen und dann eventuell mit Unterstützung von 'Superfund' einen Rennvertrag bekommen, falls er sich fahrerisch aufdrängen sollte. In Sachen Formel 1 ist dies wohl die letzte Chance für den sympathischen Österreicher, der schon seit 2001 in der Formel 3000 fährt und dort zu den Routiniers gehört.

Schwerer Kart-Unfall im Alter von 16 Jahren

Friesachers Karriere als Rennfahrer war von dem Moment an vorherbestimmt, als sein Vater eine Kartbahn eröffnete. 1997 verunfallte der damals 16-Jährige jedoch schwer - nach zahlreichen Knochenbrüchen und einer 14-stündigen Operation hing seine weitere Laufbahn am seidenen Faden. Richtig auffallen konnte Friesacher erstmals 2000 in der Deutschen Formel 3 mit zwei Siegen, anschließend stieg er im 'Red-Bull'-Nachwuchskader in die Formel 3000 auf.

Vergangenen Winter wurde mangels Alternativen ein Abweichen vom Formel-1-Weg überlegt, als Friesacher an eine CART- oder DTM-Karriere dachte, schlussendlich fand er aber bei Coloni doch noch einmal einen Platz in der Formel 3000: "Im Winter hatte ich keine Idee, wie es weitergehen soll", gab er gestern nach seinem Sieg zu. "Dann der Wechsel zu Coloni, meinem alten Team. Da fühle ich mich wie in einer Familie."

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