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Fahrerwahl bei BMW-Williams wird konkreter

28. Juni 2004 - 11:05 Uhr

David Coulthard und Ralf Schumacher sind für Patrick Head und BMW-Williams kein Thema, Mark Webber dafür schon

Ralf Schumacher und Patrick Head
Patrick Head ist von Ralf Schumacher und David Coulthard nicht überzeugt
© BMW

(Motorsport-Total.com) - Als einziges Top-Team hat BMW-Williams für kommende Saison beide Cockpits zu vergeben, denn während Juan-Pablo Montoya schon fix bei McLaren-Mercedes angeheuert hat, wird sich Ralf Schumacher in Richtung Toyota verabschieden. Umso mehr Spekulationen ranken sich um die Nachbesetzung, die noch immer nicht fixiert wurde.

Als möglicher Kandidat wurde zuletzt unter anderem David Coulthard gehandelt, der ja 1994 und 1995 schon einmal für Williams gefahren ist und 1995 in Estoril seinen ersten Grand-Prix-Sieg einfuhr. Von einer neuerlichen Verpflichtung des Schotten will Patrick Head, Teilhaber des Williams-Teams, aber nichts wissen, wie er gegenüber der 'Sunday Times' klarstellte. Coulthard habe keine Siegermentalität und käme daher für 2005 nicht in Frage.

Mit "Weicheiern" konnte Head noch nie etwas anfangen

"In manchen Rennen - wenn auch nicht so sehr in letzter Zeit - hat David absolut bewundernswerte Performances hingelegt, aber oft war er dann gleich im nächsten Rennen wieder nur Durchschnitt. Ich bin sicher, er könnte mit technischen Gründen erklären, warum seine Leistungen so schwanken. So ist das bei ihm", sagte Head. Aber: "Wir waren bei Williams noch nie Psychologen und wir haben nicht vor, es in Zukunft zu werden." Adrian Sutil

Genau aus diesem Grund sei auch Ralf Schumacher keine Idealbesetzung, so der Brite weiter. Das Hick-Hack um die Vertragsverlängerung schon im Vorjahr sei von Williams ausgegangen, "weil wir uns nicht mehr sicher waren, ob es ideal sei, mit Ralf weiterzumachen. Dadurch hat sich Ralf dann anderswo umgesehen." Seit einigen Wochen ist sich der Kerpener mit Toyota einig, wo er geschätzte zwölf Millionen Euro pro Jahr verdienen soll.

Head sieht sich auf dem Transfermarkt aber keineswegs in einer schlechten Ausgangsposition, nur weil beide Cockpits neu zu besetzen sind, sondern betonte im Gegenteil, es gebe "zwölf bis 14 Fahrer, die mit dem richtigen Auto gewinnen können. Wenn wir so ein Auto bauen, werden wir auch zwei richtige Fahrer dafür finden. Was Ralf betrifft, so ist er manchmal außergewöhnlich und manchmal nicht, aber wenn nicht, macht er das Auto dafür verantwortlich."

Dickhäutige Typen stehen bei Williams höher im Kurs

Hans-Jürgen Abt Schon seit jeher ist das Williams-Team dafür bekannt, mit dickhäutigen Piloten besser auszukommen als mit besonders sensiblen Charakteren. Dies bekam Ralf Schumacher ebenso zu spüren wie Heinz-Harald Frentzen oder Damon Hill, wohingegen Typen wie Nigel Mansell, Jacques Villeneuve oder eben jetzt Juan-Pablo Montoya intern wegen ihrer Kompromisslosigkeit stets hohes Ansehen genossen haben.

Die Wunschliste für kommende Saison ist seit einiger Zeit übrigens vordefiniert: Fest steht, dass Williams am liebsten Mark Webber verpflichten würde, sollte der Australier von Renault-Boss Briatore freigegeben werden. Außerdem ist Jacques Villeneuve nach wie vor ein Thema. Giancarlo Fisichella und Nick Heidfeld, denen ebenfalls Chancen eingeräumt werden, stehen auf der Einkaufsliste von Williams und Head nicht ganz oben.

Das Interesse an Webber hat Head gestern übrigens indirekt bestätigt, als er zu den Aussagen von Technikchef Sam Michael Stellung nahm, der als großer Webber-Befürworter gilt: "Sam sieht einen Jungen, der einsatzfreudig ist und bereit, nicht nur am Donnerstag zu einem Grand Prix zu kommen, sondern mit dem Team zu arbeiten - jemanden, der mit Williams in eine Position kommen kann, in der er Weltmeisterschaften gewinnen kann."

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