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Reglement 2008: Was Haug und Theissen sagen

23. April 2004 - 15:42 Uhr

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen über die Aufsehen erregenden Vorschläge

Theissen und Haug
Theissen und Haug fordern ebenfalls Veränderungen am Reglement
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Einheitsreifen ohne Wechselmöglichkeit, Minimotor für zwei Rennen, drastische Kostenreduzierung und der Fahrer im Mittelpunkt des Sports - Max Mosley plant für die Formel-1-WM ab 2008 die radikalste Regelreform der Geschichte. Der Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA legte den Teams beim Großen Preis von San Marino in Imola eine Liste vor, über die am 4. Mai in Monaco mit den Rennställen diskutiert und abgestimmt werden soll. Die finalen Pläne sollen dann bis zum 30. Juni an das World Motor Sport Council übermittelt werden und müssen spätestens bis zum 31. Dezember 2005 verabschiedet sein.

"Das ist das größte Regeländerungspaket, das die Formel 1 je gesehen hat. Wir müssen etwas tun, ansonsten bekommt die Formel 1 große Probleme", erklärte Mosley: "Wir wollen das Rennspektakel erhöhen, die Fahrer statt der Technik in den Mittelpunkt rücken und vor allem die Kosten für die großen und kleinen Teams reduzieren. Nach Einführung der Regeln könnte ein Team dann vielleicht mit 15 bis 20 Millionen Dollar pro Jahr auskommen." Das Budget von Ferrari oder Toyota liegt derzeit bei 300 Millionen Dollar. Mosleys Ziel sind neue Teams für die Formel 1 und ein volles Fahrerfeld mit 24 Startern.

Zu den spektakulärsten Vorschlägen gehört die Einführung von Einheitsreifen - derzeit gibt es in Michelin und Bridgestone zwei verschiedene Gummis - die zudem während des Rennens nur noch bei einem Defekt gewecheslt werden dürfen. Statt des derzeit üblichen 3-Liter-Motors mit 10 Zylindern ist ein 2,4-Liter-Motor mit acht Zylindern geplant. Dieser soll dann an zwei Rennwochenende halten, in diesem Jahr muss er nur einen Grand Prix überstehen.

Elektronische Fahrhilfen sollen nach Mosleys Plan größtenteils verboten werden. "Die Motorensache ist nicht unsere favorisierte Lösung, ich kann da keinen Kostenvorteil sehen. Aber wir werden bestimmt nicht als Blockierer auftreten", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen findet die Vorschläge "in der Summe sehr interessant". Als neue Motorenregel schlägt Theissen die Beibehaltung des bisherigen Motorenformats und die Erhöhung der Haltbarkeit auf drei Rennen vor: "Denn damit könnte man radikal die Kosten senken." Haug sieht den Bedarf, schon für die Saison 2005 Regeln zu ändern, um das Spektakel für die Zuschauer zu erhöhen.

Mosley steht diesem Ansinnen aufgeschlossen gegenüber. Als weitere Veränderungen plant der Brite ein Verbot von Ersatzautos für den kompletten Grand Prix, die Boliden würden dann das ganze Wochenende im Parc ferme unter Verschluss gehalten. Testfahrten sollen beschränkt und ein neues Qualifikationssystem eingeführt werden. Für den Austausch von Fahrzeugteilen zwischen den Formel-1-Teams soll es keine Beschränkungen mehr geben. Der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Danner ist begeistert: "Back to the roots - ich finde viele Vorschläge gut."

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