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Die "Blutprobe" der Formel 1

Mit Öl-Proben stellen die Teams fest, ob der Motor fit für das Rennen ist - Renault erklärt, wie das funktioniert

Fässer
'Elf' ist Öl- und Sprit-Lieferant des Renault-Teams
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das für die Saison 2004 geänderte Reglement unterstreicht die Bedeutung der technischen Zuverlässigkeit nochmals: Die Zehnzylinder der aktuellen Formel-1-Rennwagen müssen ein gesamtes Rennwochenende halten, also eine Distanz von rund 350 Kilometer ohne Schaden überstehen - dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Verdoppelung der Laufleistung.

Mineralölspezialist 'Elf' greift dem Renault-Team bei der Erfüllung dieser anspruchsvollen Aufgabe tatkräftig unter die Arme. So entwickelten die Franzosen ein spezielles Diagnosesystem für ihre vier Hightech-Spektrometer, um bereits geringste Metallablagerungen im Ölkreislauf der Motoren zu entdecken. Dafür wird die entnommene Probe in einem aufwändigen Verfahren zwischen zwei Karbon-Elektroden verbrannt, um metallische Bestandteile zu separieren. Das Resultat wird von einer ganzen Batterie von Photozellen aufgezeichnet und anschließend - bereits metallurgisch nach Materialgruppen sortiert - auf einem Bildschirm angezeigt.

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Das Ergebnis gewährt den Motoren-Ingenieuren von Renault einen unmittelbaren Rückschluss auf den Verschleiß der unterschiedlichen beweglichen und rotierenden Bauteile innerhalb des RS24. Ein zu hoher Chromanteil etwa weist auf eine zu hohe Abnutzung im Bereich der Ventildichtungen hin, zu viel Stahl könnte ein Indiz für ein Problem mit der Verdichtung sein. Tauchen überraschende Menge von Kupfer und Zinn im Öl auf, schließen Experten sofort auf einen zu großen Abrieb im Bereich der Pleuellager.

Um die Präzision dieser Motor-Analysen noch zu erhöhen, wird 'Elf' noch in diesem Jahr eine neue Technologie einführen, die die Ergebnisse der Spektrometer nochmals verbessert. Mit ihr sollen die Experten von Renault bereits präventiv den Materialverschleiß ermitteln können. Eine Maßnahme, die sich vorteilhaft auszahlt: Sobald fest steht, dass ein Motor ohnehin die kommende Renndistanz nicht überstehen wird, können die Ingenieure rechtzeitig einen Tausch des Aggregats anordnen. Zwar wird der Fahrer dann in der Startaufstellung um zehn Plätze nach hinten gestuft, doch dies ist allemal besser als ein Ausfall während des Grand Prix. Und an einem noch funktionstüchtigen Motor lässt sich anschließend die Ursache für einen Schaden wesentlich besser analysieren als an einem Totalschaden.

Während eines Rennwochenendes analysieren die Techniker von 'Elf' das Motoröl jedes Renault R24 nach jeder einzelnen Trainingssitzung. "Doch das ist noch nicht alles", erläutert Olivier Dautrebande von 'Elf'. "Wir besitzen darüber hinaus eine Datenbank, mit der wir die einzelnen Verschleißraten mit den Erfahrungen vergleichen können, die wir mit anderen Motoren gesammelt haben. Dies erleichtert unser Verständnis, wie gesund der Zehnzylinder ist und wie sich sein Zustand seit den ersten Testläufen auf dem Motorenprüfstand entwickelt hat. Klar, dass unsere Erkenntnisse natürlich auch dem Renault-Team zur Verfügung stehen.

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