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Teamchefs: Alle Teams benötigen mehr Geld

02. Januar 2004 - 10:26 Uhr

Paul Stoddart, Eddie Jordan und Peter Sauber äußern sich zur erzielten Einigung zwischen den Teams, den Banken und der FOA

Paul Stoddart (Minardi-Teamchef)
Hofft, dass die Privatteams mehr Geld erhalten als die Top-Teams: Stoddart
© Minardi

(Motorsport-Total.com) - Nachdem die in der GPWC zusammengeschlossenen Automobilhersteller, die Banken und Bernie Ecclestone wenige Tage vor dem Jahreswechsel verkündeten eine Einigung in vielen Fragen hinsichtlich der zukünftigen Struktur der Formel 1 und einer Neuverteilung der Einnahmen erzielt zu haben, herrscht in der Königsklasse bei vielen Teamchefs eine positive Aufbruchstimmung.

Die Gefahr einer Konkurrenzserie scheint nun offensichtlich gebannt. Mitte 2004 sollen die neuen Verträge von allen Parteien unterschrieben werden. Mit wie viel Geld zusätzlich die Teams durch das neue Concorde Agreement rechnen können, kann derzeit aber nur vermutet werden. Angenommen wird, dass es sich um einen Betrag zwischen 15 und 20 Millionen Euro jährlich handeln könnte.

Auf Grund der sich in den vergangenen Jahren immer schwieriger gestaltenden Suche nach potenten Sponsoren, begrüßen vor allem die privaten Teams die Aufbesserung des Budgets durch die erreichte gerechtere Beteiligung an den durch die Vermarktung der Serie erwirtschafteten Einnahmen.

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"Die einzige Möglichkeit, um die Leistungsfähigkeit der kleinen Teams zu verbessern, ist eine höhere Auszahlung an die kleinen Teams, wie es in vielen anderen Sportarten gemacht wird", wünscht sich Paul Stoddart, dass Teams wie Minardi, die sich ohne die Unterstützung eines Herstellers über Wasser halten müssen, etwas mehr Geld erhalten werden als zum Beispiel Ferrari, BMW-Williams oder McLaren.

"Wir hoffen", so der Australier gegenüber 'Autosport', "dass sich am Horizont etwas abzeichnet das zu Beginn dieses Jahres passiert." Sorgen, wie in der zurückliegenden Saison, wonach Minardi das Geld fehlt um die komplette Saison zu bestreiten, müssen sich die Fans aber schon jetzt keine machen. "Für 2004 ist bei uns alles geklärt, ohne wenn und aber."

Eddie Jordan, mit seinem Rennstall ebenfalls eines der "Sorgenkinder" der Formel 1, hofft ebenfalls, dass sich die zähen und langwierigen Verhandlungen mit den Banken und der FOA gelohnt haben. "Wenn die finanzielle Seite so geregelt wurde wie wir es erhoffen, dann wird das eine große Hilfe für die privaten Teams als auch die Hersteller-Teams sein."

Peter Sauber, der von vielen anderen Teamchefs dafür bewundert wird was er mit Sauber und einem im Vergleich zu den Top-Teams bescheidenem Budget Jahr für Jahr ausrichten kann, sieht die zusätzlichen Einnahmen durch die Neuregelung des Concorde Agreement sogar als Notwendigkeit an.

"Im Moment ist die Formel 1 ein sehr kostspieliger Sport", begründet der Schweizer. "Ich hoffe, dass wir uns im finanziellen Bereich verbessern werden, denn alle Teams, nicht nur die kleinen, benötigen zusätzliches Geld."

Eine Zweiklassen-Gesellschaft wird die Königsklasse des Motorsports auf Grund der eklatanten Kluft zwischen den Hersteller- und Privat-Teams vermutlich auch weiterhin bleiben, doch zumindest besteht die Aussicht darauf, dass alle jetzt mitfahrenden Teams auch in den nächsten Jahren antreten können. Dies setzt allerdings voraus, dass man das Problem der hohen und steigenden Kosten in den Begriff bekommt. Andernfalls könnte der Machtkampf um mehr Geld in wenigen Jahren aufs Neue beginnen.

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