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Moss: "Die Formel 1 wurde schlechter"

04. Januar 2004 - 16:49 Uhr

Stirling Moss, Formel-1-Vize-Weltmeister 1955, 1956, 1957 und 1958, kann der heutigen Formel 1 nicht viel abgewinnen

Stirling Moss nach dem Sieg der Mille Miglia 1955
Stirling Moss nach dem Sieg der Mille Miglia 1955
© DaimlerChrysler

(Motorsport-Total.com) - Stirling Moss, der wohl erfolgreichste Fahrer, der nie Formel-1-Weltmeister wurde, empfindet für die Formel-1-Piloten der heutigen Zeit etwas Mitleid. Zwar verdienen sie, wenn sie erfolgreich und bekannt sind, eine Menge Geld, doch der Zusammenhalt und der Spaß gingen im Laufe der Jahrzehnte der verloren.

"Ich saß 150 Tage im Jahr in einem Rennauto", erklärte Moss dem 'People'. "Ich bin jedes Wochenende gefahren, und jedes Rennen hatte zwei Trainingstage und den Renntag selbst. Zu meiner Zeit war die Hälfte des Vergnügens die Reise. Ich hatte ein schönes Auto und bin einfach von einer Stadt in die nächste gefahren – wie von Bordeaux nach San Remo."

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Gründerzeit der Formel1: Weniger, aber nicht wenig Geld

Ohnehin stand der Rennsport nicht so deutlich im Vordergrund wie in der heutigen Zeit. "Man fuhr hin, und am Ende gab es eine Party. Ging man nicht zur Party, dann bekam man auch sein Geld nicht", erklärte der 74-Jährige. "Es war viel anders als heute. Es gab eine große Kameradschaft, das war wirklich schön."

Auch wenn die Fahrer der 50er und 60er Jahre an die Gagen der heutigen Zeit noch nicht einmal im Traum dachten, so schlecht verdiente auch Stirling Moss nicht. "1961 war ich der höchstbezahlte Fahrer der Formel 1", erklärte er. "Ich fuhr 52 Rennen und gewann 37 davon. Mein Bruttoeinkommen war nach heutigen Maßstäben etwa 700.000 Euro."
Ihr
Adrian Sutil
Für Spitzenverdiener der Formel 1 ist dieser Betrag heute nicht besonders hoch, doch das Geld hat auch Schattenseiten. "Durch die Einflussnahme der Sponsoren von außen, übernimmt der Sport das Leben der Fahrer. Schlimmer kann ich es mir nicht vorstellen", so Moss, der auch der Sicherheit der heutigen Formel 1 kritisch gegenübersteht.

"Die Gefahr war ein Vorteil"

"Wir hatten den Vorteil, dass der Sport gefährlich war", erklärte er. "Wenn man dabei war, dann war die Gefahr eine wichtige Zutat. Wie das Salz beim Kochen. Dass es gefährlich war, hat es auch spezieller gemacht. Natürlich möchte man nicht sterben, aber wenn man jemanden überholen konnte, dann war das fantastisch."

"Der Gedanke an die Sicherheit kam uns nie in den Sinn", erklärte er weiter. Dennoch kann er die Bemühungen für die Sicherheit durchaus nachvollziehen, doch einige Aktionen hält er für falsch. "Sicherheit wurde wichtig, aber es ist ihnen egal, wenn sie Kurse mit Schikanen verschandeln. Natürlich muss die Sicherheit beachtet werden, aber wenn man mich fragt, dann wurde die Formel 1 insgesamt schlechter."