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Ein Wochenende bei der "Formel-1-Polizei"

Ein Team um den Technischen Delegierten der FIA Jo Bauer sorgt dafür, dass kein Rennstall schummelt

Technische Abnahme
Jo Bauer und sein Team bei der Arbeit an einem McLaren-Mercedes
© Imago

(Motorsport-Total.com) - Von den Arbeiten hinter der Kulisse bekommen die Fans nur wenig mit. Ab und zu sieht man, wie ein Fahrzeug im Qualifying in eine Box gewunken wird. Meistens werden die Autos per Zufall untersucht, an manchem Wochenende trifft es einen Fahrer mehrmals, am nächsten Rennwochenende vielleicht gar nicht.

Der Hauptaugenmerk liegt natürlich am Renntag bei den Autos, die in die Punkte gefahren sind. Die FIA hat Spezialisten verpflichtet, die mit der notwendigen Ausstattung ausgerüstet sind, um innerhalb weniger Minuten das Chassis, die Software und das eingesetzte Benzin überprüfen können. Somit soll Schummlern keine Chance gegeben werden, auch wenn nicht jedes Auto überprüft werden kann.

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Dass ein Team mutwillig schummelt, kommt ganz offensichtlich nicht mehr vor. Meist ist es ein Versehen, das dazu führt, dass ein Auto mit falschem Sprit oder nicht erlaubten Flügeln fährt. Häufig werden Fahrer disqualifiziert, obwohl die Illegalität ihnen keinen Vorteil eingebracht hat. Der Automobilverband FIA bleibt bei Reglementverstößen in der Regel jedoch hart.

Donnerstag

Für das Team um Jo Bauer, den Technischen Delegierten des Automobilweltverbandes FIA, beginnt das Arbeitswochenende auf dem Nürburgring. Von 10 Uhr bis 16:15 Uhr nimmt der Saarländer die insgesamt 33 Autos der Teams ab. Jedes Team bringt zwei Einsatzautos und einen Ersatzwagen an die Box von Jo Bauer, wo sie den notwendigen Aufkleber erhalten, der besagt, dass das Auto dem Reglement entspricht, es in erster Linie den Sicherheitsauflagen des Reglements entspricht.

Die Teams haben selbst die Möglichkeit, das Auto zu wiegen und zu vermessen. Das ist besonders wichtig, denn durch ein fehlerhaftes Teil könnte das Auto unerwartet illegal sein, was auch beim Einsatz am Freitag geahndet werden würde. Die FIA vermisst die Autos am Donnerstag im Normalfall nicht genauer.

Den abschließenden Bericht über die Freigabe der Autos erhalten die drei Rennstewards, der Rennleiter, der Pressedelegierte und alle Teammanager.

Freitag

Das 1. Freie Training ist zu Ende. Aus dem Arrows von Heinz-Harald Frentzen wird eine Benzinprobe entnommen.

Nach dem die zweiten 60 Trainingsminuten zu Ende sind wird das Auto von Giancarlo Fisichella zur Überprüfung beordert. Am Jordan-Honda wird der Bereich rund um die Vorderräder untersucht, die Höhe und der Überhang des Heckflügels überprüft. Des Weiteren wird die Breite des Front- und Heckflügels kontrolliert und der Unterboden angeschaut.

Aus dem Minardi von Mark Webber wird eine Benzinprobe entnommen.

Der Bericht, den Jo Bauer um 15:30 Uhr verschickt besagt, dass alle Autos reglementkonform waren.

Samstag

Schon vor dem Qualifying schlägt Jo Bauer mit seinem Team zu. Aus dem Toyota von Allan McNish entnimmt man eine Benzinprobe.

Während dem Abschlusstraining wird dem Sauber von Felipe Massa eine Benzinprobe entnommen und wie immer mit dem hinterlegten Benzinmuster verglichen.

Folgende Fahrer werden während dem Qualifying gewogen womit man sicherstellen möchte, dass keiner unter dem Mindestgewicht von 600 Kilogramm liegt:
12:38 Uhr: Arrows-Cosworth / Heinz-Harald Frentzen
12:42 Uhr: McLaren-Mercedes / David Coulthard
12:43 Uhr: Williams-BMW / Ralf Schumacher
12:46 Uhr: Ferrari / Rubens Barrichello
12:48 Uhr: Toyota / Allan McNish
12:50 Uhr: McLaren-Mercedes / Kimi Raikkonen
12:52 Uhr: Sauber-Petronas / Nick Heidfeld
12:54 Uhr: BAR-Honda / Jacques Villeneuve
12:56 Uhr: Jordan-Honda / Giancarlo Fisichella
13:02 Uhr: Arrows-Cosworth / Enrique Bernoldi
13:04 Uhr: Williams-BMW / Juan-Pablo Montoya
13:07 Uhr: Renault / Jenson Button
13:08 Uhr: Arrows-Cosworth / Heinz-Harald Frentzen

Heinz-Harald Frentzen hat Pech, von den zufällig herausgezogenen Fahrern trifft es ihn an diesem Mittag gleich zwei Mal – auch wenn das Wiegen ein Vorgang von wenigen Minuten ist, ein zeitraubender Vorgang.

Die oben aufgeführten Fahrzeuge werden nicht nur gewogen sondern es wird auch der Autobereich um die Vorderräder untersucht, die Höhe, die Breite und der Überhang des Front- und Heckflügels gemessen sowie der Unterboden angeschaut.

Nach dem Qualifying gehen die Stichproben weiter. Jo Bauer schaut sich die Autos von Michael Schumacher, David Coulthard, Juan-Pablo Montoya und Nick Heidfeld an. Untersucht werden nicht nur die Flügel sondern auch der Diffusor, die Höhe der Zusatzflügel im Heckbereich und die Breite und Höhe des Fahrzeuges. Natürlich werden auch diese Autos gewogen, ferner die elektronischen Komponenten samt Software untersucht.

An den Autos von Michael Schumacher, David Coulthard, Juan-Pablo Montoya und Nick Heidfeld werden später die vorderen Crashstrukturen auf Intaktheit kontrolliert.

Die Kommissäre schauen sich das Bremssystem im Auto von Olivier Panis' BAR-Honda an.

Das Team um Jo Bauer kontrolliert ferner alle Reifen, die die Fahrer während dem Qualifying eingesetzt haben auf Unregelmäßigkeiten.

Den Autos von BMW-Williams-Pilot und Polesetter Juan-Pablo Montoya und Renault-Pilot Jenson Button werden Benzinproben entnommen. Das Benzin wird auf seine Dichte und via Gas-Chromatographie untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass alle Autos jenes Benzin verwenden, das zuvor von der FIA freigegeben wurde und als Probe vom Team hinterlegt wurde.

Sonntag

Vor dem Rennen wird aus den Autos von BAR-Honda-Pilot Jacques Villeneuve und Jaguar-Pilot Eddie Irvine eine Benzinprobe entnommen.

Außerdem wird Benzin aus dem Tankschlauch für das Auto von David Coulthard eine Probe abgezapft. Das Benzin wird noch während dem Rennen analysiert und für in Ordnung erklärt.

Vor dem Rennen wird die Dicke der Bremsscheiben aller Autos überprüft.

Auf der Startaufstellung kontrollieren die Kommissäre, dass alle Reifen vor dem Ertönen des 5-Minuten-Signals wie im Reglement verankert montiert sind.

Nach dem Rennen werden die folgenden Fahrzeuge gewogen:
01 Ferrari / Michael Schumacher
02 Ferrari / Rubens Barrichello
04 McLaren-Mercedes / Kimi Räikkönen
05 Williams-BMW / Ralf Schumacher
07 Sauber-Petronas / Nick Heidfeld
08 Sauber-Petronas / Felipe Massa
10 Jordan-Honda / Takuma Sato
11 BAR-Honda / Jacques Villeneuve
12 BAR-Honda / Olivier Panis
14 Renault / Jarno Trulli
15 Renault / Jenson Button
17 Jaguar-Cosworth / Pedro de la Rosa
20 Arrows-Cosworth / Heinz-Harald Frentzen
21 Arrows-Cosworth / Enrique BernoldI
23 Minardi-Asiatech / Mark Webber
25 Toyota / Allan McNish

Die Autos von Michael Schumacher, Rubens Barrichello, Kimi Räikkönen, Felipe Massa und Jenson Button werden zusätzlich genauer untersucht. Wie immer werden die Flügel, die Abmaße des Autos und der Unterboden untersucht. Dieser wird vor allem auf eine zu starke Abnutzung kontrolliert, womit man verhindern möchte, dass die Autos mit zu geringer Bodenfreiheit eingesetzt werden.

Nachdem sich im Rennen zuvor von den Unterböden Zusatzgewichte gelöste hatten, schauen sich die Kommissäre an den Autos von Michael Schumacher, Rubens Barrichello, Kimi Räikkönen, Ralf Schumacher, Felipe Massa und Jenson Button an, ob die Metallelemente ausreichend sicher angebracht sind.

Zusätzlich wird an den oben aufgerührten Autos die Softwareversion mit jener Version verglichen, die von der FIA freigegeben wurde und vor dem Rennen hinterlegt worden war. Ferner wird überprüft, dass alle elektronischen Einheiten der FIA vor dem Rennen zur Kontrolle vorgelegt worden waren.

Am Sauber von Felipe Massa wird die Hardware der Launch-control überprüft.

Alle Reifen, die Fahrer im Rennen eingesetzt haben, werden auf Unregelmäßigkeiten hin untersucht.

Aus den Autos von Sieger Rubens Barrichello und dem Sechstplatzierten Felipe Massa werden Benzinproben entnommen.

Um 17:35 Uhr ist der Arbeitstag beendet.

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