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Trulli: "Copse Corner ist breit genug für Zwei"

16. Juli 2001 - 18:16 Uhr

Im Interview spricht Trulli über die Kollision mit Coulthard und warum er auch nächstes Mal nicht zurückstecken wird

Jarno Trulli
Jarno Trulli findet David Coulthards Verhalten unfair
© Jordan

(Motorsport-Total.com/Haymarket) - Als David Coulthard nach der Kollision in das Kiesbett rutschte und dort ausstieg, musste sich Jarno Trulli, mit dem er kollidiert war, die Pfiffe der Fans anhören, die natürlich auf der Seite von David Coulthard waren. Die Experten sind sich nicht ganz einig, wem die Schuld an der Kollision zu geben ist. Im Nachhinein spielt das nur noch eine untergeordnete Rolle, denn für Jarno Trulli bedeutete das frühe Aus, dass er aus seinem tollen vierten Startplatz im Rennen kein Kapital schlagen konnte.

Frage: "Du hast mit deinem Vorderrad sein Hinterrad berührt. Hast du versucht, David aus dem Weg zu gehen?"
Jarno Trulli: "Ja klar, weil er mir die Türe zugemacht hat. Ich weiß nicht genau, was passiert ist, weil ich denke, dass er mich überhaupt nicht gesehen hat und das war das größte Problem. Als ich merkte, dass er mir die Türe zumacht, konnte ich schon keinen Unfall mehr vermeiden. Ich versuchte es, aber es war einfach unmöglich. Ich schlug das Lenkrad voll ein, um den Unfall zu vermeiden, aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Raum. Ich lag klar vorne. Ich habe mir das Video angesehen und man kann ganz klar aus der Onboard-Kamera erkennen, dass dort mein Frontflügel zu sehen ist. Ich weiß also nicht, ob er mich nicht gesehen hat oder ob er einfach nur die Türe zuschlagen wollte."

Frage: "Er sagte, dass er erwartet hätte, dass du zurücksteckst, weil es nur eine Linie dort gibt und er das Gefühl hatte, dass er auf ihr fährt..."
Trulli: "Dies ist eine Kurve, in der man zunächst einmal überhaupt nicht bremst, man lenkt ohne zu Bremsen ein. Zum zweiten ist sie breit genug, um zu Zweit durch sie zu fahren und einen Unfall dadurch zu vermeiden. Ich verstehe also wirklich überhaupt nicht, warum er mir die Türe so übel zugehauen hat. Ich konnte den Unfall nicht vermeiden. Als ich merkte, dass er mir komplett zumacht, habe ich das Auto abgebremst, aber es war schon zu spät. Aus diesem Grund sah es auch so aus, als wäre ich hinter ihm, aber beim Einlenken war ich vor ihm."

Frage: "Du bist auf den Kerb gefahren. Tatest du dies, um ihm aus dem Weg zu gehen?"
Trulli: "Ja, weil er mir zumachte versuchte ich, so weit wie möglich nach innen zu gehen und ich hatte nicht mehr Platz."

Frage: "Er ist ein Anwärter auf den WM-Titel, einige Leute dürften dir also kritisch gegenüber stehen. Was denkst du darüber?"
Trulli: "Ich fahre mein Rennen und er fährt sein Rennen. Ich bin keiner, der sich von jemand anderen einschüchtern lässt. Wenn ich innen liege, so wie das der Fall war, so werde ich niemals zurückstecken."

Frage: "Für Eddie Jordan war das ein schrecklicher Tag..."
Trulli: "Es war auch für mich ein schrecklicher Tag."

Frage: "Nach dem Qualifying sah es richtig gut aus..."
Trulli: "Wir hatten eine großartige Chance, dieses Gefühl hatte ich wirklich. Das Auto war sehr stark und das Team arbeitete das ganze Wochenende über sehr gut. Ich war sehr glücklich und sehr zuversichtlich."