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Quo vadis, Asiatech?

14. Juni 2001 - 19:10 Uhr

Der asiatische Motortuningspezialist Asian Motor Technics überprüft derzeit verschiedene Varianten für die kommende Saison

Tom Walkinshaw
Tom Walkinshaw muss sich entscheiden: AMT oder nicht?
© Arrows

(Motorsport-Total.com) - Ende der vergangenen Saison kaufte der asiatische Motortuningspezialist Asian Motor Technics das komplette Formel-1-Projekt von Peugeot auf, nachdem sich die Franzosen mangels Erfolg zu einem Rücktritt aus der Formel 1 entschlossen hatten. Seitdem nutzt das Arrows-Team die AMT-Motoren unter dem Label Asiatech.

Arrows-Teamchef Tom Walkinshaw hatte jüngst erklärt, dass man trotz eines langfristigen Vertrages, den man vergangenes Jahr unterzeichnet hatte, nicht zwangsläufig auch 2002 auf den Asiatech-Motoren setzen muss. In diesem Jahr erhält der Schotte die Motoren noch umsonst - vermutlich wollte AMT als unbeschriebenes Blatt beweisen, dass man einen konkurrenzfähigen Motor bauen kann - in der kommenden Saison müsste "Major Tom" für die Zehnzylinder einen zweistelligen Millionenbetrag aufbringen. Das will der Teamchef aber nur dann tun, wenn er die Garantie erhält, einen konkurrenzfähigen Motor zu erhalten, der mit den anderen Werksmotoren mithalten kann.

Bisher sieht es danach jedenfalls noch nicht aus, wie Walkinshaw findet. Die Zuverlässigkeit der Motoren sei zwar mittlerweile nicht mehr mit den ständig verrauchenden Peugeot-Triebwerken zu vergleichen, aber man munkelt, dass im Heck des A22 rund 70 PS weniger stecken als im BMW-Williams. Wie AMT gegenüber Arrows eine Garantie abgeben kann, dass man ein gewisses PS-Manko nicht unterschreitet ist genauso fraglich wie Tom Walkinshaw eine Alternative zum Asiatech-Motor finden möchte.

Teamchef Alain Prost soll Gerüchten zufolge an einer Zusammenarbeit mit AMT interessiert sein, sind ihm doch die rund 55 Millionen Mark teuren Ferrari-Motoren zu kostspielig. Mit den Asiaten hatte der vierfache Weltmeister bereits vor einem Jahr gesprochen, damals wollte AMT im Gegenzug zu kostenlosen Motoren Anteile am Team übernehmen. An dieser Bedingung hat sich bis heute nichts geändert, nur scheint Alain Prost von Tag zu Tag mehr gewillt sein, sich mangels Erfolg von Anteilen an seinem Team zu trennen.

Ob AMT überhaupt gewillt ist, zwei Teams auszustatten, steht momentan noch in den Sternen: "Wir untersuchen zur Zeit, was wir machen sollen und mit welchem Team wir im nächsten Jahr zusammenarbeiten werden", erklärte Enrique Scalabroni, der Technische Direktor von AMT gegenüber 'Autosport'. "Dann werden wir entscheiden, ob wir fähig sind, zwei Teams auszustatten. Im Moment ist es schwierig, darüber etwas zu sagen."

Gerüchten zufolge soll auch BAR-Teammanager Craig Pollock mit AMT Gespräche führen, um sich abzusichern, falls Honda seine Androhung wahr macht, nur ein Team auszustatten, das schlimmstenfalls für Pollock Jordan heißen könnte. AMT selbst dürfte wohl interessiert daran sein, Anteile an einem Team zu erwerben, glauben doch Experten, dass das Unternehmen den Einstieg eines weiteren Automobilherstellers vorbereitet - ansonsten wäre das Engagement von Asian Motor Technics in der Formel 1 nicht zu erklären.

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