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Vom Lausbub' zum Chorknaben? Farfus "vermisst nichts"

Der BMW-Pilot plädiert enthusiastisch dafür, dass die DTM ein Rennen in Curitiba fährt, ist hellauf begeistert von der Serie und hofft auf seinen Verbleib

(Motorsport-Total.com) - Augusto Farfus, Blechschäden und wütende Konkurrenten: In der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) gehörte zusammen wie Brasilien, Samba und die Copacabana. Die Nerven seines Teams RBM schonte der 29-Jährige in der DTM in den sieben Läufen 2012 deutlich mehr, den Biss hat Farfus aber nicht verloren. Im exklusiven Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' erklärt der BMW-Pilot, wieso ihm sein Job trotzdem Spaß macht und was den Leser erwartet, der eine Taxifahrt mit ihm gewinnt.

Augusto Farfus

Ein breites Grinsen: Spaßvogel Augusto Farfus ist glücklich in der DTM

Frage: "Augusto, es war bisher eine Saison mit Höhen und Tiefen. Bist du dennoch zufrieden mit deinem Premierenjahr in der DTM?"
Augusto Farfus: "Die Punkte, die ich auf dem Konto habe, spiegeln nicht wirklich unsere Leistungen wieder. Die Qualifikation in Zandvoort ist ein gutes Beispiel: Wir hätten unter den Top 10 stehen können, hatten aber Pech und es hat nicht geklappt (Die Strecke wurde in Q1 schneller, er fuhr keine schnelle Runde mehr musste von Rang 20 in das Rennen starten; Anm. d. Red.)."

Nur die Formel 1 ist noch professioneller

"Es gab viele solche Fälle, in denen entweder das Glück fehlte oder wir kleine Fehler gemacht haben. Trotzdem bin ich glücklich. Ich bin immer bei der Musik, gehe zuversichtlich in jedes Wochenende und liefere immer eine vernünftige Leistung ab. Daher sehe ich eine vielversprechende Zukunft für mich in der DTM. Ich will 2012 als Neuling so viel Erfahrung wie möglich sammeln, um dann um die ganz großen Resultate zu fahren."

Frage: "Ist die DTM so, wie du sie dir vorgestellt hast?"
Farfus: "Ja, es ist eine riesige Show mit großartigen Veranstaltungen. In Europa ist nur die Formel 1 eine noch größere Plattform - danach kommt die DTM als beste und professionellste Serie in diesem Geschäft."

Augusto Farfus

Auch ein guter Schwimmer: Farfus hat schon viel erlebt in der DTM

"Vermisst du nicht die harten Zweikämpfe mit viel Feindkontakt, mit denen du dir in der WTCC einen Namen gemacht hast?"

Der M3 und Farfus - Liebe auf den ersten Gang

"Trotzdem gefällt mir die DTM und ich halte sie für den Weg, den es einzuschlagen gilt. Es gab in dieser Saison doch immer sehenswerte Rennen, die Boxenstopps machen strategische Finessen möglich. Ich weiß, dass hinter den Kulissen bereits an Dingen gearbeitet wird, die die Show verbessern sollen - das wird mit Sicherheit eine tolle Sache."

"Ich vermisse nichts in der DTM und brauche die WTCC im Moment nicht." Augusto Farfus

"Die Duelle, bei denen Spiegel an Spiegel und Stoßstange an Stoßstange gefahren wird, fehlen dir also nicht?"

Frage: "Musstest du deinen Fahrstil anpassen, als du zum ersten Mal das DTM-Auto gesteuert hast?"
Farfus: "Ja, in der Tat, aber es ging schnell und einfach. Die Wagen liegen mir, ich hatte sofort Vertrauen. Ich habe die erste Runde gefahren und schon war ich glücklich mit dem Auto."

Feuer und Flamme für Curitiba

Augusto Farfus

Einer der Reize in der DTM: Boxenstopps erlauben strategische Finessen

"Wie gefallen dir die Strecken? Es haben dich ja einige neue Pisten erwartet."

Frage: "Auf der ganzen Welt - also auch in deinem Heimatland Brasilien?"
Farfus: "Ein Rennen in Interlagos oder in Curitiba? Das wäre großartig. Curitiba ist meine Heimatstadt, die Strecke ist mit 3,7 Kilometern Länge relativ kurz, da könnten wir mehr als 60 Runden fahren. Wenn ich mir das überlege, dann sollten wir unbedingt eine Kampagne starten: 'Bringt die DTM nach Curitiba!'."


"Meine Familie hat sogar den Organisatoren der WTCC bei der Ausrichtung des Rennens unter die Arme gegriffen, mit dem Bürgermeister gesprochen und sich um viele andere Dinge gekümmert.
Ein DTM-Rennen in Curitiba, das wäre wirklich ein Traum."

Verhandlungen über weitere DTM-Saison laufen

Freunde und Konkurrenten:Augusto Farfus (links) mit Andy Priaulx

"Das würde für dich ein Heimspiel bedeuten. Gibt es da mehr Druck für einen Fahrer?"

Frage: "Du arbeitest schon seit über fünf Jahren mit Andy Priaulx zusammen. Wie ist euer Verhältnis?"
Farfus: "Ein toller Typ ist das, da könnte ich mir gar keinen besseren Teamkollegen wünschen. Wir sind gute Freunde, auch wenn es natürlich schwierig ist, weil wir immer das gleiche Ziel vor Augen haben."

Frage: "Das klingt, als wärest du glücklich in der DTM. Wir sehen dich also im kommenden Jahr wieder einen BMW M3 fahren?"
Farfus: "Ich hoffe es doch. Und was ich verraten kann: Es sieht tatsächlich gut aus."

Farfus, der Beifahrerschreck

Frage: "Die Leser von 'Motorsport-Total.com' können eine gewinnen. Spielst du gerne den Chauffeur?"
Farfus: "Es ist toll, das Erlebnis mit einem Passagier teilen zu können. Das Auto von Außen zu sehen und es dann in Bewegung von Innen zu erleben - das sind zwei ganz verschiedene Welten. Wer immer das Glück hat, die Taxifahrt zu gewinnen, wird eine Erfahrung für's Leben machen. Ich habe schon Kunden meines Sponsors herumgefahren und sie waren begeistert, weil sie zum ersten Mal wirklich hautnah erleben konnten, was es bedeutet, ein Autorennfahrer zu sein."

"Die Taxifahrt findet in einem M3 GT3 statt, der fährt in Hockenheim wohl etwas langsamere Rundenzeiten als ein DTM-Auto, oder?"

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