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  • 21.12.2017 09:33

BMW-DTM-Neuzugang Philipp Eng: "Ich lebe meinen Traum"

BMW-Werksfahrer Philipp Eng hat 2018 ein volles Programm in der DTM und im GT-Sport: "Ich kann es noch immer nicht richtig glauben."

(Motorsport-Total.com) - BMW-Werksfahrer Philipp Eng ist neben Joel Eriksson einer von zwei Neulingen im DTM-Fahreraufgebot von BMW für die Saison 2018. Zusätzlich zu diesem Meilenstein in seiner Motorsport-Karriere wird er im kommenden Jahr Rennen im BMW M8 GTE und im BMW M6 GT3 bestreiten. Im Interview spricht er über seine Erwartungen an die Saison 2018 und seinen Werdegang in der BMW Motorsport Familie.

Philipp Eng

BMW-Werkspilot Philipp Eng startet 2018 zum ersten Mal in der DTM

Eng machte seine ersten Schritte im Motorsport in der Formel BMW und kehrte nach einigen Jahren in anderen Rennserien und Fahrzeugen 2016 zu BMW zurück. Gleich in seinem ersten Jahr feierte er mit dem Sieg bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps den bisher größten Sieg seiner Karriere. 2017 kämpfte er im GT-Masters bis zum Saisonfinale um den Titel. Im kommenden Jahr wird er beim BMW-Team RBM sein DTM-Debüt feiern und zudem bei ausgewählten Rennen im GT-Programm von BMW zum Einsatz kommen.

Frage: "Herr Eng, was war Ihre erste Reaktion, als Sie erfahren haben, dass Sie 2018 DTM fahren?"
Philipp Eng: "Ich konnte es erst gar nicht fassen - und ehrlich gesagt kann ich es noch immer nicht richtig glauben. Die DTM hat mich in meiner Karriere lange begleitet, weil ich dort einige Jahre in den Rahmenserien fuhr und auch in den vergangenen beiden Jahren für BMW oft im Umfeld der Serie im Einsatz war. Mein Traum war immer, den BMW M4 DTM einmal zu fahren. Das hatte ich mir schon mit meinem Test erfüllt. Dass ich nun Stammfahrer bin, ist unglaublich."


Fotos: Young-Driver-Test DTM Lausitzring


"Sie sprechen den DTM-Young-Driver-Test an, bei dem Sie Erfahrungen im BMW M4 DTM gesammelt haben. Wie ist es dort gelaufen?"

Frage: "Welche Erwartungen haben Sie an Ihre erste DTM-Saison?"
Eng: "Mir ist klar, dass das Niveau in der DTM so hoch ist wie vielleicht in keiner anderen Rennserie. Entsprechend groß ist die Herausforderung für mich. Aber wie heißt es so schön: Man wächst mit seinen Aufgaben. Rene Rast hat im vergangenen Jahr mit seinem Titelgewinn bewiesen, dass selbst für einen Neuling in der DTM nichts unmöglich ist. Ich freue mich riesig auf 2018 und lebe meinen Traum."


Der DTM Jahresfilm 2017: #WeLoveDTM

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"Ihr bisher größer sportlicher Erfolg als BMW-Werksfahrer war der Sieg bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps..."

Frage: "Sie sind in der Saison 2017 bis zum Schluss um den Fahrertitel im GT-Masters gefahren, haben es aber am Ende nicht geschafft. Wie fällt Ihr Saisonfazit aus?"
Eng: "Ich denke, wir haben uns als BMW-Team Schnitzer sehr gut präsentiert. An der Resonanz vor Ort und in den sozialen Netzwerken konnten wir sehen, dass wir viele Fans auf unserer Seite hatten. Mit dem Sieg in Oschersleben hatten wir natürlich den perfekten Auftakt, und auch danach standen wir noch ein paar Mal auf dem Podium. Letztlich hat uns das schwache Wochenende in Zandvoort entscheidend zurückgeworfen. Beim Finale in Hockenheim waren meine Chancen ohnehin nur noch theoretisch. Ein Sieg im letzten Rennen wäre schön gewesen, aber es sollte leider nicht sein."

Frage: "Sie sind als Allrounder schon fast alle aktuellen BMW Rennfahrzeuge gefahren, auch den BMW M8 GTE. Welches macht am meisten Spaß?"
Eng: "Ich bin in der Tat schon den M4 DTM, den M8 GTE, den M6 GT3 und auch den M4 GT4 gefahren - und alle machen auf ihre Art und Weise Spaß. Der M4 DTM bringt kompromisslose Fahreigenschaften mit. Der M8 GTE hat sich im Laufe der Tests, bei denen ich dabei war, sehr positiv entwickelt. Besonders beeindruckend finde ich seinen Sound. Im M6 GT3 habe ich in den vergangenen beiden Jahren sowohl bei Rennen als auch bei Tests die meiste Zeit verbracht. Er hat für ein GT-Fahrzeug viel Abtrieb und macht daher vor allem auf der Nordschleife und in Spa-Francorchamps sehr viel Spaß. Der M4 GT4 steht natürlich nicht in Konkurrenz zu den zuvor genannten Fahrzeugen, ist aber ebenfalls toll zu fahren und aus meiner Sicht das perfekte Kundenfahrzeug für Privatiers."


Fotos: ADAC SportGala 2017


"Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Zeit in der Formel BMW?"

Frage: "Ein weiteres Highlight Ihrer Karriere, oder?
Eng: "Das ist schon fast zehn Jahre her, aber ich kann mich immer noch sehr gut daran erinnern. Für einen 18-Jährigen habe ich das ganz gut gemeistert, denke ich. Das Gefühl damals war ähnlich wie nun im M4 DTM, nur, dass Bremsen, Aerodynamik und Gewicht beim Formel-1-Auto noch einmal extremer waren. Noch heute ist es schön, die Bilder von sich im Formel-1-Cockpit anzuschauen."

Frage: "Wie sind Sie zum Motorsport gekommen?"
Eng: "Auf der Kartbahn in Ampfing. Sie war ganz neu eröffnet worden, und nachdem mir das Kartfahren in der Halle zu langweilig geworden war, sind wir immer die 90 Kilometer von Salzburg dorthin gefahren. Irgendwann haben wir uns dort sogar eine Wohnung genommen, weil wir jedes Wochenende da waren."


Fotostrecke: DTM-Saison 2017 in Zahlen

"Wie würden Sie Ihren Charakter in drei Worten beschreiben?"
Eng: "Pedantisch, also extrem detailverliebt. Manchmal leider ungeduldig und immer fokussiert."

Frage: "Welcher war Ihr bester und schlimmster Moment im Motorsport?"
Eng: "Der beste Moment war die Unterschrift unter meinem BMW-Werksfahrervertrag. Man sieht ja, zu welchen Erfolgen mich diese Unterschrift geführt hat. Am schlimmsten war, im Alter von 16 Jahren die Unterstützung durch Red Bull verloren zu haben. Das war zwar berechtigt, weil ich damals einfach noch nicht gut genug war, aber trotzdem brach für mich eine Welt zusammen. Meine Eltern hatten nicht die finanziellen Mittel, um meine Karriere ohne Hilfe weiter zu fördern, also war ich erst einmal aufgeschmissen. Aber damals habe ich gelernt, dass es immer irgendwie weitergeht."

Frage: "Was wären Sie geworden, wenn es mit dem Rennsport nicht geklappt hätte?"
Eng: "Professioneller Rennradfahrer. Ich verbringe sehr viel Zeit auf dem Rennrad und habe daran unglaublich viel Spaß. Mittlerweile habe ich sogar ziemlich gute Kontakte in den Profi-Radsport. Von daher hätte ich heute einen Plan B, den ich aber zum Glück nicht brauche."

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