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Alles hört auf ihr Kommando

Der Kommandostand ist das Entscheidungszentrum bei den DTM-Rennen - Abt Sportsline bietet einen Einblick ins Herzstück an der Boxenmauer

(Motorsport-Total.com) - Auf den Fernsehbildern sieht man immer nur ein Art kleinen Unterstand mit Personen, die auf Bildschirme blicken und hin und wieder die Köpfe zusammenstecken. Doch es passiert weit mehr: Hier werden die Strategien entwickelt und Entscheidungen gefällt.

Audi-Kommandostand

Zoom

Bei Abt Sportsline sitzt man zu Sechst am Kommandostand: Sportchef Wolfgang Ullrich, Hans-Jürgen Abt, Albert Deuring, Franco Chiocchetti, Leiter Technik DTM, und zwei weitere Personen, die für die Performance und Strategie zuständig sind. An die Entscheidungen dieser Herren müssen sich später die Renningenieure der einzelnen Fahrzeuge halten. "Es ist klar, dass jeder Ingenieur für sein Fahrzeug das Beste will. Aber wir überblicken hier das Teamergebnis besser", erklärt Chiocchetti. "Manchmal muss jemand früher an die Box, da er im Verkehr hängt und ein anderer dafür später."

Um die richtigen Entscheidungen treffen zu können, sind die einzelnen Arbeitsplätze so gut wie möglich ausgerüstet. So hat jede Person einen PC, zwei übereinander liegende Bildschirme und eine umfangreiche Kommunikationszentrale zur Verfügung. "Ich sitze hier zusätzlich mit meinem Laptop", erklärt Chiocchetti. "Die Arbeitsbedingungen hier an der Boxenmauer sind wie hinten in der Box."

Auf dem unteren Bildschirm sind die Fernsehbilder eingeblendet, während auf dem oberen eine Tabelle angezeigt wird, auf der die Rundenzeit der Fahrzeuge (innerhalb des Audi-Teams) der Uhrzeit entgegen gestellt wird. "Daran erkennen wir zum Beispiel, wie sich die Strecke entwickelt und haben einen Vergleich der Audi untereinander", so Chiocchetti weiter. Die Daten hierzu kommen von der Zeitnahme, werden von Audi bearbeitet und in verschiedenen Bereichen angewendet.

Etwas anders sieht es auf den beiden rechten Bildschirmen aus. Hier laufen die Strategieprogramme, die speziell in den Rennen Anwendung finden. Deswegen besitzt jeder Kommandostand auch einen Sichtschutz nach hinten, um Einblicke der Konkurrenz in die eigene Strategie zu vermeiden.

Richtig umfangreich sind die Kommunikationsmöglichkeiten am Kommandostand. Chiocchetti selbst ist mit zwei Funkgeräten ausgestattet - über jedes Gerät laufen zwei Fahrzeuge. Über diese kann er mit den Renningenieuren sprechen. Zudem hätte er die Möglichkeit auch mit jedem einzelnen Fahrer direkt zu sprechen. "Das ist allerdings nur theoretisch, praktisch lasse ich alles über die einzelnen Renningenieure laufen."

Doch neben den Fahrern und Renningenieuren besteht auch Kontakt zu der Boxencrew, der Rennleitung und allen anderen, die im Audi-Team ein Funkgerät besitzen. Zudem ist auch eine Gruppenkonferenz der Beteiligten am Kommandostand möglich. "Das passiert oft im Rennen, wenn wir über die Strategie diskutieren", erzählt Chiocchetti. Dafür steht jedem eine kleine aber umfangreiche Kommunikationseinheit zur Verfügung, über die er koordinieren kann, mit wem er redet und wem er zuhört. "Diese Kommunikationszentrale zu bedienen ist schon eine Herausforderung", muss der Audi-Mann zugeben.

Das Aussehen und die Aufteilung des Kommandostandes ist reine Sache des Teams. Sie lassen ihn nach ihren Wünschen und Ansprüchen bauen. Schließlich muss man schnell reagieren. "Wir denken uns vor dem Rennen verschiedene Szenarien aus. Aber zu 99 Prozent läuft eh alles anders", lacht Chiocchetti.

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