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Mortara: "Jeder schaut auf seine eigenen Interessen"

04. November 2017 - 10:28 Uhr

Mercedes-Fahrer Edoardo Mortara spricht über seine Lehren und gibt Einblick ins Rennfahrer-Leben, um Familie und Berufswelt unter einen Hut zu bringen

Edoardo Mortara
Edoardo Mortara gibt einen Einblick in seinen Alltag
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Motorsport, Fußball und Bildung: Edoardo Mortara war von klein auf an vielen Bereichen interessiert. Wir stellen in einer dreiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im zweiten Teil spricht Mortara über seine Lehren ("Du musst dir die richtigen Leute aussuchen. Aber natürlich muss man erst die falschen Leute kennen lernen, um die Lektionen zu lernen."), seine Tochter Sophia ("Es ist eine große Veränderung. Man muss viel mehr aufpassen, der Fokus verschiebt sich deutlich mehr in ihre Richtung.") und seine Fußballer-Karriere ("Wenn man Profi werden will, geht es vor allem darum, gesund zu bleiben.").

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Frage: "Edo, können Sie sich noch an das erste Mal erinnern, als Sie einem Fan ein Autogramm gegeben haben?"
Edoardo Mortara: "Nein, nicht wirklich. Diese Dinge passieren ziemlich früh, schon im Kartsport."

Frage: "Ist es etwas seltsam, wenn man sieht, dass es da Leute gibt, die Sie anfeuern und Ihre Karriere verfolgen?"
Mortara: "Wenn man jung ist, realisiert man diese Dinge nicht so sehr. Wenn man damit aufwächst, wird das zur Normalität."

Frage: "Hatten Sie das Gefühl, dass es in Ihrem Umfeld auch Leute gab, die nicht das Beste für Sie wollen, sondern nur für sich selbst?"
Mortara: "Immer! Aber das ist normal. Das lernt man sehr früh."

Frage: "Ist es hart, wenn man so etwas realisiert?
Mortara: "Es ist Teil des Spiels. Jeder schaut auf seine eigenen Interessen. Es gibt nur wenige Leute, die auf beides achten - die eigenen Interessen und deine. Du musst dir die richtigen Leute aussuchen. Aber natürlich muss man erst die falschen Leute kennen lernen, um die Lektionen zu lernen."

Frage: "Worüber machen Sie sich die meisten Sorgen?"
Mortara: "Nichts Besonderes. Ich bin jetzt Vater, das sind dann solche Dinge wie nicht mehr in der Lage zu sein, auf meine Frau oder die Kinder aufpassen zu können. Das macht mir am meisten Angst."

Frage: "Wie hat sich Ihr Leben durch Ihre Tochter Sophia verändert?"
Mortara: "Es ist eine große Veränderung. Man muss viel mehr aufpassen, der Fokus verschiebt sich deutlich mehr in ihre Richtung. Ein Baby zu haben, ist hart, besonders für meine Frau. Sie muss sich die meiste Zeit um das Baby kümmern. Ich bin leider nicht oft zu Hause."

Frage: "Wie helfen Sie ihr, wenn Sie zu Hause sind? Sind Sie auch jemand, der Windeln wechselt?
Mortara: "Soll ich ehrlich sein? Nicht oft genug. Sie macht sehr viel. Wenn ich zu Hause bin, habe ich auch viel zu tun, ich bin in den Restaurants, in den Fabriken, um zu sehen, was los ist. Und an den Rennwochenenden liegt der Fokus komplett auf dem Rennsport. Ich bin nicht oft daheim, ich gehe morgens um acht oder neun Uhr aus dem Haus und komme gegen zehn Uhr abends zurück. Ich versuche, Zeit zu haben, um sie zu sehen, denn das ist wichtig, um diese Verbindung zwischen dir und dem Kind aufzubauen. Aber es ist nicht einfach."

Frage: "Können Sie sich an einen Tag erinnern, an dem Sie eine Entscheidung getroffen haben, die Ihr gesamtes restliches Leben beeinflusst hat?"
Mortara: "Ich bin nicht der Typ, der in die Vergangenheit zurückschaut. Natürlich habe ich einige Entscheidungen getroffen, die Einfluss auf mein Leben hatten. Aber bisher bin ich sehr zufrieden mit den Entscheidungen, die ich getroffen habe. Die großen Entscheidungen sind solche Dinge wie ob man heiratet oder ob man studieren soll. Ich bin froh, dass ich Eltern hatte, die in diesen Dingen sehr streng waren. Ich habe auch die Wahl getroffen zwischen Fußball und Rennsport, wobei ich da auch etwas gezwungen wurde. Ich musste aufhören. Ich hatte mir das Knie verletzt, dann die Schulter, dadurch war ich für eineinhalb Jahre raus."

Frage: "War das für Sie die härteste Zeit, als Sie verletzt waren und wussten, dass Ihre Fußballer-Karriere quasi vorbei ist?"
Mortara: "Sie war noch nicht vorbei, aber es war hart. Mein Knie war kaputt und man weiß, wenn solche Verletzungen passieren, ist die Chance kleiner, es zu schaffen. Wenn man Profi werden will, geht es vor allem darum, gesund zu bleiben. Viele sehr gute Fußballer haben sich früh verletzt und haben es nie geschafft. Das konnte ich auch in meinem Freundeskreis sehen. Einige waren unglaublich, aber dann haben sie sich verletzt und konnten nichts mehr machen."

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