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Das große Finale 2017: Vierkampf der Vier Ringe

14. Oktober 2017 - 17:41 Uhr

Mattias Ekström gegen die Audi-Markenkollegen Jamie Green, Rene Rast und Mike Rockenfeller: Strafen erschweren den Kampf der Favoriten im letzten Saisonrennen

Jamie Green, Rene Rast, Mattias Ekström und Mike Rockenfeller
Finaler Titelkampf: Green gegen Rast gegen Ekström gegen Rockenfeller
© Audi

(Motorsport-Total.com) - Nach dem ersten von zwei Rennen am finalen Wochenende der DTM 2017 in Hockenheim hat Audi alle Titel sicher in der Tasche. Dennoch steht eine wichtige Entscheidung noch bevor. Welcher Fahrer wird DTM-Champion 2017? Der weiterhin in der Gesamtwertung führende Mattias Ekström will sich gegen seine Markenkollegen Jamie Green, Rene Rast und Mike Rockenfeller behaupten. "Mattias wird es packen", meinte Formel-1-Superstar Sebastian Vettel am frühen Samstagnachmittag.

Eine knappe Stunde später, nach dem Ende des ersten Rennens, gilt der Schwede immer noch als Favorit. Allerdings schleppt Ekström ein kleines Ballastpaket mit in den letzten Renntag des DTM-Jahres 2017. Nach einem Zweikampf gegen Maro Engel (Mercedes) sprach die Rennleitung eine Verwarnung aus - die dritte in diesem Jahr. Konsequenz: Ekström wird in der Startaufstellung um fünf Positionen nach hinten versetzt. "Dann muss ich halt noch mehr kämpfen", gibt sich der DTM-Führende gelassen.

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Jamie Green konnte sich mit seinem Sieg am Samstag auf Platz zwei der Gesamtwertung verbessern. Der Brite hat 163 Zähler auf dem Konto, auf Ekström fehlen ihm neun Zähler. Green war im ersten Rennen der dominierende Mann. Ist er also der Favorit auf den Titelgewinn? "Nein, ganz sicher nicht", sagt er. Der Grund: Green kassierte nach einem Duell gegen Timo Glock (BMW) ebenfalls eine Verwarnung, sogar bereits seine fünfte im laufenden Jahr - satte zehn Startplätze geht es am Sonntag zurück.

Rene Rast und Mike Rockenfeller ohne Strafen

"Da kam nach dem tollen Sieg gleich sofort eine schlechte Nachricht", erklärt der Brite, der erst in den Interviews nach der Zieldurchfahrt von seiner Strafe erfuhr. Verrückte DTM: Die beiden topplatzierten Audi-Piloten gehen mit Vorbelastungen in den Sonntag, dahinter wittern Rene Rast (13 Punkte Rückstand) und Mike Rockenfeller (20 Punkte zurück) ihre Chance auf die Sensation beim großen Finale. "Auch wenn ich heute 18 Zähler gutgemacht habe, so sind 20 Punkte ein ganz schöner Batzen" meint Rockenfeller.

Der Deutsche will sich mit einem guten Qualifying am Sonntag die bestmögliche Voraussetzung für ein starkes Finish verschaffen. Ebenso wir der am Samstag zweitplatzierte Rockenfeller will dessen Landsmann Rast in die erste Reihe. "Dadurch, dass die beiden ihre Gridstrafe bekommen, stehe ich jetzt irgendwie mittendrin - vielleicht gar nicht so schlecht", meint der gebürtige Mindener, der bereits in seiner ersten vollen DTM-Saison zum Titel fahren könnte.

"Unter diesen Voraussetzungen kam man überhaupt nicht mehr sagen, wer jetzt favorisiert ist", meint Audi-Sportchef Dieter Gass. "Ich bin da entspannt, weil mir wirklich egal ist, wer am Ende vorne ist. Und an einem Tag mit Gewinn aller Titel ist mir auch egal, ob die Verwarnungen berechtigt waren." Nahezu alle betroffenen Kampfhähne haben bereits klar Stellung bezogen. "Ich bin ja vom Gas gegangen und habe ihn wieder vorbeigelassen", meint Jamie Green.

Freies Fahren: Das kürzeste Meeting aller Zeiten

"Er hat versucht, mir Platz zu lassen. Es war halt die schnelle Rechtskurve und ich bin außen mitgegangen. Unsere Autos waren dann so nahe aneinander, dass sein Splitter an Abtrieb verloren hat - und meiner auch. Er konnte da kaum etwas machen. Er wird nicht bewusst in mich reingelenkt haben. Dafür steht zu viel auf dem Spiel", sagt Glock und nimmt seinen Kontrahenten in Schutz. Der Ex-Formel-1-Pilot sagt: "Vielleicht siegt am Ende die Gerechtigkeit und Mike, Jamie oder Rene bekommt den Titel - und nicht einer, der sich die Punkte mit viel Hilfe geholt hat."

Die weitere Spitze von Glock in Richtung Ekström prallt am Schweden, der Gerüchten zufolge am Ende dieser Saison aus der DTM zurücktreten könnte, komplett ab. "Morgen ist ein neuer Tag. Meine Sonntage waren oft besser als die Samstage", so Ekström kämpferisch. "Ein gutes Qualifying wäre eine gute Grundlage. Klar, dann kommt die Strafe, aber: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Morgen wird es das kürzeste Strategiemeeting aller Zeiten: Wir dürfen alle frei fahren und kämpfen. Das ist etwas Tolles!"

Dass es am heutigen Samstag die Verwarnungen für Green und Ekström gab, die letztlich zu den Strafversetzungen am Sonntag führen, haben sich die Fahrer selbst eingebrockt. Nicht nur durch ihre Fahrweise, sondern auch durch ihre Politik. Die Piloten selbst waren es, die über eine Initiative der Fahrergewerkschaft DTMDA bei der Rennleitung erwirkt haben, dass ein Abdrängen von der Strecke schnell geahndet werden soll. Dies wird seit dem Zandvoort-Wochenende so umgesetzt.

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