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Heimspielpleite: Lucas Auer nimmt's gelassen

25. September 2017 - 14:12 Uhr

Mercedes-Shootingstar Lucas Auer verabschiedet sich ausgerechnet Zuhause in Spielberg so gut wie aus dem Titelrennen - Warum er dennoch lachen kann

Lucas Auer
Totalschaden: Lucas Auer lässt den Kopf trotzdem nicht hängen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Lucas Auer ist als Gesamtzweiter zum vorletzten Rennwochenende der DTM-Saison 2017 in seiner österreichischen Heimat angereist. Mit der Unterstützung seiner Fans wollte er den unglücklichen Fahrfehler am Nürburgring wiedergutmachen und sich im Titelkampf halten. Doch Mercedes trat in Spielberg nur wenig konkurrenzfähig auf. Mehr als Platz acht war für Auer im Samstagsrennen nicht drin. Am Sonntag musste er das Rennen nach einer Kollision vorzeitig beenden. Der Abstand zur Tabellenführung ist nur noch theoretisch einzuholen.

"Mir geht's gut", versichert er kurz nach dem Debakel aber mit einem Lachen. Der 23-Jährige zeigt keine Spur von Wehmütigkeit: "Ich glaube nicht, dass das Heimspiel vom Resultat abhängen sollte. Die DTM hat trotzdem eine coole Show geboten und ich hoffe, den Leuten hat es gefallen. Ich habe es auf jeden Fall genossen. Natürlich wäre es nicht so schlecht gewesen, wenn ich mein Heimspiel gewonnen hätte."

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Aber auf dem Red-Bull-Ring hat es für Mercedes nicht sollen sein. Die Stuttgarter konnten sich lediglich in den Trainingseinheiten am Morgen, mit deutlich niedrigeren Temperaturen, zeigen. Stieg das Thermometer zur Mittagszeit, schafften sie es je nur mit einem Auto in die Top 10 der Startaufstellung.

Mercedes in Spielberg chancenlos

Auer startete am Samstag von Platz zwölf, konnte sich aber bis auf Rang acht vorkämpfen. "Im Qualifying war der Speed nicht ausreichend", erklärte er nach dem ersten Rennen. "Im Rennen war das Ziel, noch in die Punkte zu fahren. Das haben wir erreicht. Das ist nicht genug, das wissen wir selbst. Aber so ist es im Sport. Manchmal läuft es so, manchmal so. Ein bisschen kannst man jetzt aussortieren, was war gut, was war schlecht. Dann stellst du das beste Paket zusammen."

Das Paket ging am Sonntag allerdings nach hinten los, denn es kam noch dicker: Auer landete ganz am Ende des Feldes. "Das Qualifying haben wir versaut", räumt Auer ein. "Ohne ins Detail zu gehen, aber sie haben das Problem auch gefunden. Dieses Wochenende waren wir nicht schnell genug, aber da haben wir schon extrem viel falsch gemacht."

Und weil sich Auer dann im Pulk ambitionierter Aufhol-Fahrer befand, kam es zu der unglücklichen Szene in der 28. Runde: Im Positionskampf mit Tom Blomqvist, Bruno Spengler und Paul di Resta schiebt ihn Spengler von hinten an. Auer dreht sich mit Schaden am Heck von der Strecke und löst eine Safety-Car-Phase aus. Er kann noch weiterfahren. Doch sein Weg führt in geradewegs in die Garage.

Keine Wut auf Bruno Spengler

"Normal könnte man jetzt ausflippen", so Auer. "Oder man sagt, der Bruno macht mein Leben jetzt nicht besser oder schlechter. Wenn du weit hinten stehst, dann gibt es immer Leute, die sich verbremsen und in dich hineinkrachen. Das ist das Resultat, wenn du weit hinten stehst."

Eine Aussprache mit Spengler hält er daher nicht für nötig: "Ich wäre nie auf die Idee gekommen, zu jemandem hinzugehen. Im Rennsport geht es schnell. Es war seine Schuld, das ist klar. Aber Entschuldigung hin oder her ist egal, es geht weiter."

Auer muss allerdings nicht nur eine Heimspiel-Pleite verdauen. Auch im Titelkampf musst er einen derben Rückschlag einpacken. Von Platz zwei ging es auf Platz sechs in der Tabelle. Der Abstand zu Tabellenführer Mattias Ekström ist von neun auf 41 Punkte angewachsen. Beim Finale in Hockenheim sind nur noch höchstens 56 Punkte zu holen.

Das Aus im Titelkampf?

Um die Titelchancen habe sich der Youngster in seiner dritten Saison aber ohnehin nie Gedanken gemacht. Das betonte er bereits am Samstagmorgen: "Ich fahre von Runde zu Runde. Der Meisterschaftskampf ist irrelevant, weil so viele Fahrer mit dabei sein. Da kann es schnell mal nach vorn, aber auch nach hinten gehen. Deswegen ist das relativ wurscht."

Der Hockenheimring sollte Mercedes von Natur aus deutlich besser liegen. Denn auch, wenn die Abschaffung der Performance-Gewichte in Spielberg schon eine Rolle gespielt haben möge, betont Auer: "Das kannst du nicht hochrechnen. Am Nürburgring waren wir schwer und haben alles niedergerissen. Manche Strecken passen nicht, andere besser. Mal abwarten. Es geht schnell. Ein paar Zehntel und wir sind wieder dabei."

"Hockenheim hat ein anderes Layout und einen anderen Asphalt", so Auer. "Da greife ich auf die Erfahrungen von Hockenheim 1 zurück." Und am letzten Rennwochenende der DTM-Saison 2017 will er auch wieder befreit auffahren. Denn sein Spielberg-Fazit lautet: "Solche Wochenenden machen dich stärker, daraus kann man lernen. Im Endeffekt kommt man dadurch immer weiter."

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