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Heimlicher Sieger? Paul di Resta legt Weg für die Zukunft

17. September 2017 - 10:57 Uhr

Paul di Resta verpasste am Nürburgring zweimal nur knapp den Sieg und deutet an, dass er keine Sorgen um die Zukunft nach dem Mercedes-Ausstieg aus der DTM hat

Paul di Resta
Paul di Resta hat am Nürburgring keine schlechte Bewerbung abgegeben
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Paul di Resta, 31, DTM-Meister 2010 in seiner achten Saison und mit der Erfahrung aus 94 Starts in der Formel 1: Er ist einer von sechs Mercedes-Fahrern, die sich schon jetzt ins Motorsport-Schaufenster für eine Zukunft nach 2018 stellen müssen. Denn Ende kommenden Jahres steigt der Hersteller aus der DTM aus. Di Resta produziert in der laufenden Saison kaum Schlagzeilen, kann nur einen Sieg vorweisen und wird trotz rechnerischer Chance nicht zu den Titelfavoriten gezählt. Dafür legt er ganz heimlich eine Bewerbung mit Prima-Zeugnis hin - wie zum Beispiel am Nürburgring.

An einem Wochenende, an dem beinahe jeder mit jedem aneinandergeriet, wurde der Schotte zum ungekrönten Fairplay-Meister. Am Samstag ließ er Mercedes-Shootingstar Lucas Auer an sich vorbeiziehen und verzichtete auf den Sieg mit einem Anstandsabstand von 0,794 Sekunden. Am Sonntag verzichtete in der Endphase darauf, einen Angriff auf Markenkollegen Robert Wickens zu starten und sah nur 0,362 Sekunden später die Zielflagge. Damit lassen sich zwar keine Lorbeeren verdienen. Aber wer weiß, welcher zukünftige Teamchef sich womöglich nach einem solchen Teamplayer umschaut.

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Die Sache mit Auer wird bei Mercedes natürlich nicht an die große Glocke gehangen. "Ich bin intelligent genug um zu wissen, was vor sich geht", räumt di Resta aber selbst ein. "Es gibt da nichts, über das man hinwegkommen müsste", bestreitet er böses Blut wegen dieses Teamopfers. "Er hat im vergangenen Jahr das Gleiche für mich getan und manchmal muss man solche Gefallen zurückzahlen."

Die Ellenbogen werden ausgefahren

Die Sache mit Wickens war da schon kniffliger. Immerhin kostete ihn das sogar einen Platz in der Meisterschaft. Denn im Sonntagsrennen war di Resta bereits auf Siegkurs gewesen, als ihn ein vermasselter Boxenstopp eine erneute Aufholjagd einbrachte. Und bei dieser fiel im auf: die Ellenbogen sind im engen Meisterschaftskampf bereits ausgefahren. "Es scheint, dass jeder für das gleiche Ziel kämpft - auf die harte Tour", so di Resta. Über das Lauern hinter Wickens sagt er vieldeutig: "Ich hätte ihn in der letzten Runde vielleicht kriegen können."

Dass er zu den Fairplayern gehört, zeigt auch seine dünne Sünderkartei 2017. Einzig in Moskau gab es für den Zweikampf mit Audi-Rivalen Loic Duval eine Verwarnung von den Rennkommissaren.

All das hindert ihn aber nicht daran, auch seine Leistung zu bringen. In einer Saison, in der vier Rennen vor Schluss die Top 10 der Gesamtwertung nur 39 Punkte auseinanderliegen, sind 38 Punkte an einem Wochenende nicht zu verachten.

Vorstellungsgespräch in der Formel 1?

Nicht zu vergessen ist auch di Restas ungewöhnlicher Ausflug in die Formel 1 in diesem Jahr. Beim Ungarn-Grand-Prix vertrat er den erkrankten Williams-Piloten Felipe Massa zwar ohne nennenswerten Erfolg, dafür aber überraschend problemlos. Seit seiner letzten von drei Königsklassen-Saison von 2011 bis 2013 hatte di Resta nicht mehr in einem Formel-1-Boliden gesessen. Ein weiterer Vorteil im Motorsport-Schaufenster für 2019?

Di Resta betont vor allem den Familiengedanken bei Mercedes, die ja bekanntlich auch in der Formel 1 stark vertreten sind. Nachdem er seinen Sieg am Samstag verschenkt hatte, meint er: "Sechs Autos in die Top 10 zu bekommen ist großartig und baut dich als Team auf. Man muss sagen, dass das Team wegen der Ankündigung, dass sie das DTM-Programm Ende kommenden Jahres beenden, ein wenig geknickt ist. Aber wenn man sich den Kampfgeist ansieht merkt man, dass sie noch immer voll dabei sind. Wir haben noch gute 18 Monate um alles zu optimieren und das Herz der Meisterschaft zu bilden."

"Wir haben noch ein bisschen Zeit", spricht di Resta gegenüber 'Motorsport-Total.com' über seine Zukunft. "Es sind noch ein Jahr und fünf Monate, bis Mercedes aufhört. Ich bin schon seit langer Zeit ein Teil dieser Familie. Natürlich müssen wir uns anschauen, was für andere Programme angeboten werden. Aber es kommen auch viele Programme bei Mercedes und HWA ins Rollen - mit dem Einstieg in die Formel E zum Beispiel."

Von einer Comeback-Chance in der Formel 1 spricht er nicht offen. "Wir wissen noch nicht, in welche Richtung sich diese Programme entwickeln. Ich würde natürlich gerne bleibe, aber ich schaue mir auch andere Optionen an. Und ich hatte schon einige Angebote, seit bekannt wurde, dass sich etwas ändern wird. Ich muss einfach weiter dranbleiben. Das Wichtigste ist, dass wir uns auf einem Hoch verabschieden. Der beste Weg wäre, im kommenden Jahr die Meisterschaft zu gewinnen und das Kapitel erfolgreich zu schließen."

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