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DTM-Strafen-Katalog: Ein Wertungsausschluss ist alternativlos

06. September 2017 - 15:57 Uhr

Fahrer fordern unverändertes Rennergebnis und andere Strafen bei Regelverstoß: Sportkommissare haben keine Alternativen zur Disqualifikation

Marco Wittmann
Sportkommissare hatten keine Alternative, sie mussten Wittmann disqualifizieren
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Der zweimalige DTM-Champion Marco Wittmann fordert wie auch einige seiner Kollegen bei "Motorsport-Total.com", dass ein Rennergebnis anschließend nicht mehr korrigiert wird. Dieser Wunsch kann und wird nicht in Erfüllung gehen.

Auslöser dieser Forderung waren die von den Sportkommissaren des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) zuletzt in Zandvoort ausgesprochenen Strafen, und dabei insbesondere die Disqualifikation von Sieger Wittmann, in dessen RMG-BMW sich nach dem Rennen nicht mehr die vom Reglement geforderte Kraftstoffmenge (1.000 Gramm) befand.

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Natürlich gibt es Rennserien wie NASCAR, in denen Sieger nach den Rennen unumstößlich feststehen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten spielt dabei aber vor allem das Motto "Win on Sunday, sell on Monday" eine große Rolle. Im Ami-Land soll damit aber vor allem das Marketing angekurbelt, sprich Autos verkauft werden.

Geldstrafe statt Wertungsausschluss?

Wenn tatsächlich ein US-Team beim Schummeln erwischt wird, hagelt es in der Regel hohe Geldstrafen, die je nach Verstoß sogar im sechsstelligen Bereich liegen. Im Gegensatz zur NASCAR sind in der DTM aber alle Mannschaften reine Werksteams. Die könnten sich bei Regelverstößen mit der finanziellen Unterstützung der jeweiligen Hersteller einen Rennsieg erkaufen. Ein Ding der Unmöglichkeit, wie "Motorsport-Total.com" auf Nachfrage bei Juristen und Regelhütern bestätigt wurde.

Allein schon die Frage, wie hoch eine Geldstrafe bei einem Regelverstoß sein sollte, würde für kontroverse Diskussionen sorgen. Um eine abschreckende Wirkung zu erzielen, müssten die Geldbußen mindestens im sechsstelligen Bereich liegen. Dieses Geld verdient ein Mechaniker, der möglicherweise unabsichtlich einen Fehler begangenen hat, in einer ganzen Saison nicht.

Wie sehr die Teams beim Kampf um Tausendstelsekunden im Qualifying oder um Meisterschaftspunkte im Rennen ans Limit gehen, beweist ein Beispiel beim letzten Rennen in Zandvoort: Bei Wittmanns BMW befand sich bei der obligatorischen Nachuntersuchung nach dem Rennen, wie oben bereits erwähnt, zu wenig Benzin im Tank des M4. Nach Informationen von "Motorsport-Total.com" waren es exakt 480 Gramm. Seit dem vorzeitigen Abstellen von Audi-Fahrer Mattias Ekström in der Lausitz schreibt das Regelwerk nicht mehr 500, sondern 1.000 Gramm als Mindestmenge vor. Wittmann wäre also auch bei der alten Regel aus der Wertung geflogen.

Rechenfehler oder menschlicher Fehler?

Was im RMG-Team schiefgelaufen ist, wissen nur die handelnden Personen. Sollte der Verantwortliche die Berechnung des Kraftstoffs auf das Samstagrennen bezogen haben, hat er dabei nicht berücksichtigt, dass dieses Rennen exakt 45,894 Sekunden langsamer war, als das Sonntagrennen über die gleiche Distanz (37 Runden) und ohne den Einsatz eines Safety-Cars.

Warum war das Samstagrennen um so viele Sekunden langsamer? Ganz einfach: Weil drei BMW-Piloten (Timo Glock, Marco Wittmann und Maxime Martin) das "Bummeltempo" an der Spitze bestimmen konnten. Das hatte neben dem Dreifach-Sieg noch den schönen Nebeneffekt, dass alle BMW-Fahrer für das Sonntagrennen fünf Kilogramm ausladen durften, die Rivalen von Audi aber fünf Kilogramm zuladen mussten!

Während Glock bei seinem Sieg in 57:18.491 Minuten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von lediglich 166,844 Kilometer pro Stunde erzielte, war Wittmann, der von Audi-Pilot Mike Rockenfeller gejagt wurde, bei gleicher Rundenzahl (37) deutlich schneller (169,101 km/h im Schnitt) unterwegs und schon nach 56:32.597 Minuten im Ziel. Zieht man von dieser Zeit seine 37. und letzte Rennrunde (1:31.227 Minuten) ab, hat Wittmann die Ziellinie nach 55:01.370 Minuten überquert.

Wäre der Titelverteidiger exakt 1,371 Sekunden schneller gewesen, hätte er laut Reglement - in dem eine Renndistanz von 55 Minuten plus eine Runde vorgeschrieben ist - noch zwei Runden absolvieren müssen. Dafür hätte der Kraftstoff im Tank des RMG-BMW aber nicht gereicht. Wittmann wäre in der letzten Rennrunde ausgerollt und hätte sich damit auch die Disqualifikation erspart.

Fazit: Bei allem Verständnis, dass ein Rennergebnis möglichst bestehen bleiben sollte, den Sportkommissaren bleibt in solch einem Fall gar keine andere Wahl als das harte Urteil: Wertungsausschluss! Als Konsequenz solch unpopulärer Maßnahmen sollten Hersteller und Teams einmal darüber nachdenken, nicht so sehr ans Limit zu gehen - dann würde man dem Sport auch nicht schaden und interessierte Fans nicht abschrecken!

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