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Performance-Gewichte: Keiner will sie, trotzdem gibt es sie

06. Juli 2017 - 12:02 Uhr

Über die Performance-Gewichte in der DTM gehen die Meinungen auseinander: "Keiner will sie haben" contra "Sie sind alternativlos"

Gary Paffett
Die Performance-Gewichte in der DTM stoßen auf wenig Gegenliebe
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Performance-Gewichte in der DTM 2017 bleiben ein umstrittenes Thema. Es gibt viele Gegner, aber auch einige Befürworter für den Erfolgsballast. Vor dem Rennwochenende am Hungaroring wurde die Regelung der Performance-Gewichte kurzfristig geändert. Nicht mehr das Qualifying, sondern das Rennergebnis sollte als Kriterium zur Bestimmung der Gewichtsverteilung herangezogen werden. Dies hatte im zweiten Rennen in Ungarn zur Folge, dass einige Fahrer von ihren Herstellern aufgefordert wurden, langsamer zu fahren, um eine Gewichtszuladung zu vermeiden.

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Zur Erklärung: der Durchschnitt aus 28 Rundenzeiten von den zwei schnellsten Fahrern eines Herstellers wird für die Berechnung der Performance-Gewichte wird herangezogen und mit den Durchschnittszeiten der anderen Hersteller verglichen. Die sechs Autos der im Schnitt schnellsten Marke müssen Gewicht einladen, die anderen dürfen Gewicht ausladen.

Um ein Zielzeitfahren wie in Budapest zu verhindern, wurde vor der Veranstaltung am Norisring ein verschärftes Kommunikationsverbot durchgesetzt. Die Teams dürfen seitdem keine Rundenzeiten oder Platzierungen ihrer Fahrer auf der Boxentafel anzeigen, sondern nur noch das Wort "Box". Dies soll dem Fahrer signalisieren, dass er am Ende der Runde zum Reifenwechsel an die Box kommen soll. Andere Zahlen, Buchstaben und Symbole auf dem Pitboard sind verboten und so können die Teams ihren Fahrern keine Zielrundenzeiten mehr anzeigen, so wie es am Hungaroring praktiziert wurde.

"Fokus auf pures Racing"

Im DTM-Fahrerlager hat sich eine Mehrheit gegen die Performance-Gewichte ausgesprochen. Darunter auch der Vorsitzende der DTM-Dachorganisation ITR, Gerhard Berger.

Audi-Pilot Mattias Ekström findet deutliche Worte, was er vom Erfolgsballast hält. "Die ganze Diskussion ist aus dem Ruder geraten. Persönlich würde ich gerne die Performance-Gewichte komplett abschaffen. Dann würde es darum auch keine Streitigkeiten mehr geben, und wir könnten den Fokus auf das pure Racing legen", sagt der Schwede.

BMW-Fahrer Timo Glock stimmt zu: "Keine Zusatzgewichte und kein DRS, das sollte das Ziel für die Zukunft sein. Wir müssen Autos haben, mit denen wir überholen können, ohne zusätzliche Systeme und Fahrhilfen. Es sollte pures Racing sein."

"Wir sind alle Racer..."

Racing ja, Überlegenheit einer Marke nein. Dieser Meinung ist Mercedes-Pilot Gary Paffett. Im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' erklärt er die Hintergründe. "Die Autos haben in den vergangenen Jahren eine große Entwicklung durchgemacht. Alle Fahrer sagen: 'Weg mit den Performance-Gewichten!'. Aber einige der Autos sind nicht so schnell wie die anderen", weiß Paffett.

"Ohne Performance-Gewichte würden einige Hersteller immer hinterherfahren. Wir müssen allen die gleiche Möglichkeit geben, um wettbewerbsfähig zu sein", fordert er. "Trotzdem sollte der Hersteller, der das beste Auto gebaut hat, auch die Meisterschaft gewinnen. Da müssen wir richtige Balance finden."

Sein DTM-Teamchef Ulrich Fritz schließt sich der Meinung seines Fahrers an. "Wir sind alle Racer und wir würden alle am liebsten keine Performance-Gewichte haben. Die Frage ist nur, was bedeutet das für das Gesamtsystem", sagt er.

Stichwort alternativlos

Er ist nach wie vor der Meinung, "dass es richtig war, das Kriterium von Performance im Qualifying auf Rennen umzustellen". Ob das aktuelle System das richtige ist, "darüber kann man streiten", so Fritz und ergänzt: "Aber mit der heutigen Performance der Fahrzeuge kann ich mir nicht vorstellen, dass wir die Gewichte einfach ganz herausnehmen. Momentan ist es alternativlos, denn die drei Hersteller fahren nicht auf dem gleichen Niveau."

Auch Audi-Motorsportchef Dieter Gass ist nicht glücklich über die Gewichtsregelung. "Natürlich mag ich die Performance-Gewichte nicht", gesteht er und ergänzt: "Aber im Moment sind sie leider alternativlos. Es gibt gute Gründe, warum wir sie haben." Nämlich um die Pakete der verschiedenen Automobilkonzerne anzugleichen. "Das ist der Sinn und Zweck. Ob man sie nun mag oder nicht", so der Audi-Mann.

"Wir sind kostengetrieben und wir dürfen unter der Saison nicht entwickeln", so Gass. Wenn einer der drei Hersteller beim ersten Saisonrennen aussichtlos hinter der Konkurrenz zurückliegt und keine Aussicht auf Verbesserung hat, dann "wird keiner Lust haben, weiterzumachen", glaubt der Audi-Motorsportchef.

Homologation verhindert Entwicklung

Durch die auf drei Jahre festgelegte Homologation, in der keine Änderungen und Entwicklungen an den Autos vorgenommen werden dürfen, wäre das Risiko zu groß, dass ein Hersteller, der zwei oder drei Jahre zu langsam ist, aus der DTM aussteigt. Das möchte man durch die Performance-Gewichte verhindern und alle drei Hersteller "auf Augenhöhe" in den Wettstreit schicken.

"Es ist eine Formel, dass ein neuer Hersteller, der in die DTM kommt, eine Chance hat, schnell auf Augenhöhe mitzufahren. Es wäre schön, wenn wir ein Reglement hätten, dass die Autos so identisch gebaut werden, wir keine Zusatzgewichte brauchen. Das muss der Ansatz sein", schildert BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt.

Auch wenn sich alle drei Hersteller gegen die Performance-Gewichtsregelung aussprechen, das letzte Wort in Sachen Reglement hat der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB). "Die Mehrheit bei sportlichen Entscheidungen hat der DMSB, so steht es im Reglement. Er könnte rein theoretisch alle drei Hersteller überstimmen", sagt Fritz.

Vor dem nächsten Rennwochenende der DTM in Moskau (21. bis 23. Juli) wollen sich die Hersteller und der DMSB zusammensetzen und über eine erneute Änderung der Gewichtsregeln beraten.

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