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Aussetzung der Regeländerung: So reagieren die Hersteller

24. Juli 2017 - 05:25 Uhr

Die Reaktionen der drei Hersteller nach der Aussetzung der Regeländerung der Performance-Gewichte: Auch Gerhard Berger gegen Erfolgsgewichte

Bruno Spengler
Hersteller äußern sich zur Aussetzung der Regeländerung der Performance-Gewichte
© BMW

(Motorsport-Total.com) - Nach langen und hitzigen Diskussionen bis spät in die Nacht einigten sich die Mitglieder der DTM-Kommission am vergangenen Samstag (22. Juli) darauf, die am Freitag (21. Juli) vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) eingeführte Regeländerung der Performance-Gewichte auszusetzen. Am Moskau Raceway wurde deshalb nicht das Zufallssystem, sondern die ursprüngliche Variante zur Ermittlung der Performance-Gewichte angewendet.

Und so funktioniert es: Der Mittelwert der 28 besten Rundenzeiten jedes Fahrers wird ermittelt. Aus den so errechneten Durchschnitts-Rundenzeiten werden die zwei besten Werte jedes Herstellers erneut gemittelt. Dieser finale Mittelwert ist maßgeblich für die Verteilung der Erfolgsgewichte.

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DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck erklärte am Samstagabend in einer Stellungnahme des DMSB den Grund für die Aussetzung der Regeländerung: "Im Grundsatz geht es darum, einen sportlich-fairen Wettbewerb zu erhalten. Leider bargen alle bisherigen Varianten der Performance-Gewichtsregeln die Gefahr des Missbrauchs."

"Müssen Lösung im Sinne des Sports finden"

Er ergänzt: "Wir müssen endlich im Sinne des Sports eine Lösung finden, die die Performance-Gewichte abschafft. Der Fan will Rennfahrer sehen, die von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas geben. Es ist unser gemeinsamer Job, dies zu ermöglichen."

Bei Audi war man zufrieden, dass sich der DMSB-Präsident, der selbst ein ehemaliger Rennfahrer ist, höchstpersönlich der Sache annimmt und fand klare Worte. "Wir freuen uns, dass sich DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck mit einer klaren Aussage in die laufende Diskussion eingeschaltet hat. Seinen Ansatz, die Performance-Gewichte abzuschaffen, unterstützen wir voll und ganz. Denn das ist der Wunsch der Fans, der Fahrer, von DTM-Chef Gerhard Berger und auch von Audi - und das nicht erst seit gestern", erklärt Audi-Motorsportchef Dieter Gass.

Auch bei Mercedes war man mit der Abschaffung der Regeländerung zufrieden. "So wie es jetzt ist, darf es nicht weitergehen", sagt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz und ergänzt: "Die Performance-Gewichte sind sicher die Wurzel des Übels." Fritz kritisiert aber auch den DMSB wegen des Versuchs einer erneuten Regeländerung. "Wir haben festgestellt, dass solche Schnellschüsse kurze Beine haben. Genau davor habe ich zuvor gewarnt", ergänzt er.

Berger contra Performance-Gewichte

DTM-Chef Gerhard Berger begrüßte den am Samstagabend getroffenen Vorschlag des DMSB, die DTM-Kommission mit Vertretern der Hersteller, der DTM-Dachorganisation ITR und des DMSB einzuberufen, um gemeinsam an einer tragfähigen Lösung zu arbeiten. "Der DMSB hat die einzig richtige Entscheidung getroffen, indem er sein Bulletin nicht zur Anwendung kommen lässt", so der Ex-Formel-1-Fahrer.

Der Österreicher hatte zuvor mehrfach betont, dass auch er kein Freund der Gewichtsregelung sei. "Es wurde eingesehen, dass die geplante Änderung nicht die gewünschte Wirkung gehabt hätte. Dies einzugestehen zeugt von Größe und hat verhindert, dass die DTM in dieser Diskussion weiteren Schaden nimmt", fügt er an.

Berger weiter: "Die Diskussionen der letzten Wochen haben gezeigt, dass es keine zufrieden stellende Regelung für Performance-Gewichte geben kann. Das dürfte allen Beteiligten mittlerweile klar sein. Wir müssen rasch dafür sorgen, dass der tolle Rennsport, den die DTM bietet, wieder in den Fokus rückt."

BMW für Performance-Gewichte

Zu den Statements von Berger, Gass und Stuck bezüglich des neuen DMSB-Beschlusses erklärte Fritz: "Ich würde den Herren perspektivisch recht geben - die Performance-Gewichte sind nicht das, was wir wollen."

BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt bezieht sich dagegen auf eine vor Saisonbeginn mit Audi und Mercedes getroffene Vereinbarung, die Performance-Gewichte als Mittel zum Zweck einzusetzen. "Ich halte mich an Abmachungen. Es geht um Sport und die Ziele, die wir gemeinsam beschlossen haben."

Marquardt sieht keine Veranlassung, mitten in der Saison etwas zu ändern und stellt dabei klar: "Wenn man am Ende des Jahres sieht, dass alle Pakete mit allen Stärken und Schwächen über alle Strecken funktionieren und alles fair abgelaufen ist, kann man gerne darüber reden." Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' hat BMW die nach dem Rennwochenende in Budapest gewünschte Abschaffung der Performance-Gewichte verhindert.

DTM-Kommission muss tagen

Einen Seitenhieb in Richtung der Münchner konnte sich der ARD-Motorsport-Experte Norbert Haug nicht verkneifen, als er feststellte: "Es würde auch ohne Gewichte gehen, wie man mit Blick auf das Qualifying sieht." Am Sonntag qualifizierten sich erstmals in dieser Saison zwei BMW-Piloten (Tom Blomqvist und Bruno Spengler) für die erste Startreihe - und das, obwohl deren BMW M4 fünf Kilogramm mehr an Bord ihrer Autos (1.122,5) hatten, als beispielsweise die Audi-Fahrer (1.117,5). Blomqvist wurde nach dem Qualifying zwar wegen einer zu geringen Benzinmenge, doch das dürfte kein allzu großer Gewichtsvorteil für den Briten gewesen sein.

Wäre die neue Regel der Gewichtszuteilung am Sonntag angewendet worden, dann hätte Informationen von 'Motorsport-Total.com' zufolge Audi basierend auf den Rundenzeiten trotz des Doppelsiegs am Samstag vor dem zweiten Rennen Gewicht ausladen dürfen. BMW und Mercedes hätten trotz schlechterer Rennergebnisse aufgrund der schnelleren Rundenzeiten Gewicht in ihre jeweiligen Fahrzeuge einladen müssen. Die siegreiche Marke des Samstagsrennens wäre dann auch noch belohnt worden, was keinesfalls der Zweck der Performance-Gewichte ist. Dass das so nicht sein kann, wurde den DTM-Verantwortlichen am Samstagabend in Moskau vor Augen geführt.

Trotz alledem ist das Thema Performance-Gewichte noch nicht vom Tisch. Nach dem Rennwochenende in Moskau will Stuck die DTM-Kommission, die aus Vertretern der Hersteller, dem DMSB und der DTM-Dachorganisation ITR besteht, zusammenrufen, um eine finale Lösung zu erarbeiten. Vielleicht kommt es sogar soweit, dass die umstrittenen Erfolgsgewichte ganz abgeschafft werden, wie es alle 18 DTM-Fahrer schon lange fordern.

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