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Rookie Rene Rast: Stuck würde "ein paar Euro auf ihn setzen"

22. Mai 2017 - 10:57 Uhr

Rookie mit 30: Rene Rast hat zwar lange auf seine Chance in der DTM warten müssen, schlägt für Audi aber schon zu Saisonbeginn ein

Rene Rast
Auch auf dem Podium: Erfahrung eines Routiniers und Euphorie eines Rookies
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Seinen dritten Platz im ersten Rennen auf dem Lausitzring feierte Rene Rast wie einen Sieg und legt dabei die Euphorie eines Youngsters an den Tag. Aber der 30-Jährige ist schon ein gestandener und erfahrener Rennfahrer. Dass sich selbst solche Exemplare noch Träume erfüllen können, gehört in die Sparte der schönen Geschichten, die der Motorsport schreiben kann. Rasts Erfolgsstory ist Audis Trumpf.

"Ich habe 15 Jahre lang versucht, in die DTM zu kommen und es ist mir immer verwehrt geblieben", so der in Minden Geborene gegenüber 'ARD'. "Da hat man das Gefühl, man muss noch einmal was beweisen. Es ist dann schon eine Genugtuung, wenn man gleich im dritten Rennen auf dem Podium steht und bester Audi ist - das kann man mit keinen Worten beschreiben."

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Schon seinen sechsten Platz im allerersten Saisonrennen auf dem Hockenheimring hatte er bereits als Erfolg gewertet und Potenzial erkannt. Er hatte sich von einem Boxengassenstart gut erholen können und analysierte danach: "Nach der ersten Runde hatte ich zwölf Sekunden Rückstand auf den Führenden, nach der letzten nur fünf. Es wäre also noch mehr drin gewesen als der sechste Platz." Im zweiten Hockenheimrennen folgte die Ernüchterung. Denn vom sensationellen Startplatz zwei aus endete sein Rennen nach Kollision schon fünf Runden später.

Auf dem Lausitzring konnte er aber zurückschlagen und auch am Sonntag einen soliden siebten Platz einfahren. "Besonders positiv stimmt mich, dass wir konstant schnell sind", sagt er. "Vierter und Sechster in den Qualifyings, zudem zweimal die schnellste Rennrunde: Darauf können wir für die kommenden Rennen auf jeden Fall aufbauen." Und der "alte" Rookie mosert sich zum echten Geheimtipp.

"Ich bin davon erzeugt, dass er in der DTM gut aufgehoben ist", lobt ihn etwa Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck bei 'ARD'. "Es ist die beste Tourenwagen-Serie die Welt und mit seinen Fähigkeiten und dem guten Team, das er hinter sich hat, würde ich schon ein paar Euro auf ihn setzen. Ich bin überzeigt davon, dass er noch ein Feuerwerk abbrennen kann."

Denn auch Stuck weiß: Rast ist kein unbeschriebenes Blatt. In seiner Karriere sammelte er bereits zahlreiche Titel in den verschiedensten Serien: dem Volkswagen-Polo-Cup (2005), dem Porsche-Carrera-Cup (2008, 2012), dem Porsche-Supercup (2010, 2011, 2012) und den GT-Masters (2014). Hinzu kommen seine Langstrecken-Erfahrung und die Siege bei den Stunden-Rennen in Daytona, Spa und auf dem Nürburgring. Im vergangenen Jahr war er für Audi bereits zweimal auch in der DTM eingesprungen.

"Er hat schon sehr viel gewonnen und ist ein reifer, guter Rundum-Fahrer", zeigt sich daher auch Experte Norbert Haug beeindruckt. "Er macht auf mich schon einen sehr stabilen Eindruck für einen Rookie - und dass gegen Messlatten wie einen erfahrenen Mattias Ekström."

Sein fleißiges Punktesammeln brachte Rast nach vier Rennen bereits 31 Punkte ein. Damit steht er aktuell auf Gesamtplatz sieben als viertbester Audi und hat dazu beigetragen, dass sein Hersteller nur zwölf Punkte weniger zählt als Mercedes und auch sein Team Rosberg in der Wertung auf Platz zwei liegt.

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