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Robert Wickens testet IndyCar: Rückkehr zu seinen Wurzeln

02. März 2017 - 11:18 Uhr

Robert Wickens kehrt zu seinen Wurzeln im Formelsport zurück und testet in Sebring ein IndyCar -Wagentausch mit James Hinchcliffe eine interessante Erfahrung

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Robert Wickens probierte in Sebring den IndyCar-Boliden zum ersten Mal aus.
Robert Wickens probierte in Sebring den IndyCar-Boliden zum ersten Mal aus.

(Motorsport-Total.com) - DTM-Pilot Robert Wickens durfte in dieser Woche in den USA eine besondere Erfahrung machen. Der Kanadier setzte sich in Sebring hinter das Steuer des IndyCar-Boliden seines Landsmanns James Hinchcliffe. Am Dienstag drehte Wickens erste Runden mit dem Schmidt/Peterson-Honda, bevor er am Mittwoch für längere Runs auf der Strecke war. Ende März wird Hinchcliffe den DTM-Mercedes in Vallelunga (Italien) ausprobieren. Die beiden Kanadier sind gute Freunde und träumten schon lange davon, einmal die Autos zu tauschen.

Obwohl Wickens nun schon seit 2012 in der DTM fährt und im Januar auch bei den 24 Stunden von Daytona dabei war, ist er im Formelsport kein Unbekannter. Als Nachwuchsfahrer gewann er Rennen in der Formel BMW USA und Formel Atlantic. Er galt als möglicher Anwärter für die Formel 1 und war sogar Teil des Red-Bull-Juniorteams. In Europa fuhr er in der A1GP-Serie, in der Formel-3-Euroserie, in der Formel-Renault 3.5, in der Formel 2, in der Britischen Formel 3 und in der GP3-Serie.

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Wickens klopfte auch an die Formel-1-Türe an, aber ein Stammcockpit konnte er sich nie sichern. 2011 fuhr er in Abu Dhabi das Freitagstraining für den ehemaligen Virgin-Rennstall. Damit war er der letzte Kanadier, der an einem Grand-Prix-Wochenende teilgenommen hat. Nun wird Lance Stroll für Williams auch im Rennen dabei sein. Wickens testete anschließend noch für Renault, aber dann konzentrierte er sich auf die DTM. Seither saß er nie mehr am Steuer eines Formelboliden.

Interessantes Gefühl im IndyCar

Als er in Sebring das erste Mal in den Dallara kletterte, war das Gefühl merkwürdig. "Als ich mich hineinsetzte, war es ziemlich verrückt, so sehr im Sitz zu liegen", schildert Wickens bei 'NBC Sport'. "Aber sobald ich die Boxengasse verlassen hatte, war es komplett normal. Ich habe immer noch mehr Erfahrung im Formelauto als im Tourenwagen." Wenn man einmal etwas lange und instinktiv gemacht hat, dann geht es in Fleisch und Blut über und verlernt man nie.

Am Dienstag drehte Wickens nur wenige Runden. Anschließend standen ihm am Mittwoch die letzten eineinhalb Stunden zur Verfügung, nachdem zuvor Sportwagenfahrer Pipo Derani sein IndyCar-Debüt gegeben hatte. Wickens fuhr noch etwas mehr als 30 Runden. Seine Bestzeit lag bei 52,41 Sekunden. "Ich wollte nicht der Kerl sein, der bei einer Medien-Veranstaltung einen Unfall baut", lacht der 27-Jährige. "In den Bremszonen ließ ich noch deutlich Luft. Ich war mehr oder weniger am Limit, aber ich muss noch am Kurveneingang arbeiten."

Das lag vor allem an den Carbon-Bremsen, die ein anderes Gefühl vermitteln. Insgesamt war er vom IndyCar beeindruckt. "Ich hatte meine eigenen Erwartungen bezüglich des Grips. Ehrlich gesagt war es etwas besser als gedacht. In Kurve 3 war ich überrascht. Es war beeindruckend, wie stabil das Auto über Bodenwellen liegt." Sebring ist für seine Wechsel von Asphalt auf Beton berüchtigt. "Ich war überrascht, wie gut das Auto das schluckt. Die Dämpfer sind in der IndyCar viel fortgeschrittener als in der DTM, wo ein Einheitsdämpfer für alle vorgeschrieben ist."

In Sebring traf Wickens auf einige alte Bekannte. Mit seinem Kumpel Hinchcliffe fuhr er 2007/08 in der A1GP-Serie beim Team Kanada. Michail Aljoschin war gleichzeitig mit Wickens Red-Bull-Junior. Die beiden lebten damals zeitweise gemeinsam in Österreich. Auch Alexander Rossi und Josef Newgarden waren in den kleinen Formel-Klassen Gegner. Die Karrierewege entwickelten sich bei den meisten Fahrern unterschiedlich.

Dass es Wickens nicht in die Formel 1 geschafft hat, stört ihn heute nicht. In der DTM konnte er schon fünf Siege feiern. 2016 war mit Endrang vier seine beste Saison. "Ich bereue bei meinem Karriereweg nichts", so Wickens bei 'NBC Sport'. "Ohne Red Bull wäre ich nicht über mein erstes Formel-BMW-Jahr hinausgekommen. Ich glaube nicht, dass es einen optimalen Weg bis zum höchsten Level gibt, es gibt viele Seitenschritte. Ich bin jetzt ein besserer Fahrer, weil ich immer unterschiedliche Autos gefahren bin."

Der IndyCar-Test war nur ein einmaliger Ausflug. Wickens wird auch in der kommenden Rennsaison für Mercedes in der DTM an den Start gehen.

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