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Diskussion um Option-Reifen: Wer länger kann, ist nicht besser

08. Juni 2013 - 13:55 Uhr

Obwohl kühles Wetter das Bild verfälscht, scheint der neue Pneu nicht schnell genug abzubauen - Piloten wünschen zusätzlichen Satz für das Freie Training

Option-Reifen
Der Option-Reifen trug den Arbeitstitel "Attack", wird dem aber nicht gerecht
© Audi

(Motorsport-Total.com) - Dass der neue Option-Reifen-Saison 2013 für einige Überraschungen gut sein würde, damit hatten Fahrer und Experten bereits gerechnet. Dass diese darin besteht, dass sich die weichere Gummimischung als echter Dauerlutscher herausstellt, verblüfft den Laien und wundert den Fachmann. Jens Marquardt kann sich die erstaunliche Halbwertszeit des neuen Pneus, der eigentlich schnellere Rundenzeiten für maximal 80 Kilometer hatte ermöglichen sollen, zumindest erklären.

Der BMW-Motorsportdirektor geht ins Detail: "Wir haben im vergangenen Jahr entwickelt und getestet, wo es auch mal Sommer war - und schön warm", so der Verantwortliche der Münchener, der am vergangenen Wochenende in Spielberg beinahe zum Langlauf-Equipment gegriffen hätte. "Jetzt schauen wir auf die Berge und um uns herum liegt Schnee", so Marquardt, der die Situation "nicht sehr repräsentativ" nennt und sich von Außentemperaturen um die 30 Grad Celsius mehr Aufschluss sowie "ein ganz anderes Bild" erhofft.

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Audi-Rennleiter Dieter Gass meint nicht, dass der ausbleibende Sommer schon des Rätsels Lösung wäre: "Der Option-Reifen ist sicher nicht so, wie er ursprünglich mal geplant war", legt er nahe, dass die Mischung generell überdacht wären müsste. Die Fahrer scheinen mit der Sache einigermaßen leben zu können, auch wenn die erhoffte zweite Überholhilfe neben dem umklappbaren Heckflügel (DRS) damit entwertet wird. "Das Problem ist, dass es gar keinen großen Unterschied macht, welchen Reifen man verwendet", meint Daniel Juncadella.

Juncadella: "Mercedes kann nicht glücklich sein"

Der Spanier will die ganze Diskussion nicht unnötig aufkochen, wie er 'Motorsport-Total.com' schildert: "Ich denke, das ist nicht so schlimm", wiegelt derMercedes-Youngster ab, während sein Markenkollege Robert Wickens gegenüber 'Autosport' noch davon spricht, die Haltbarkeit "massiv unterschätzt" zu haben. Juncadella relativiert: "Es stimmt schon, dass sie ziemlich lange halten. Für uns als Fahrer ist das natürlich besser, weil wir dann nicht so schnell Probleme bekommen und nicht so zügig in die Box abbiegen müssen."

Während seine Silberpfeil-Kollegen aus der Formel 1 aus allen Rohren auf den Reifenproduzenten Pirelli feuerten, geht Juncadella schonend mit dem koreanischen Zulieferer der DTM um: "Es ist nicht einfach für Hankook, für jeden Hersteller den perfekten Reifen zu produzieren." Der Mücke-Pilot merkt jedoch auch an, dass seinem Arbeitgeber das neue Material zu schaffen macht. "Mercedes kann aber nicht total glücklich damit sein, weil wir es nicht schaffen, Rennen zu gewinnen." Kurzum: die Piloten scheinen mit dem Option-Reifen an sich leben zu können.

Gelbe Aufschriften sollen Erkennbarkeit verbessern

Was die Aktiven deutlich mehr stört: Sie dürfen den "Gelben" erst am Sonntag verwenden und müssen sowohl im Freien Training als auch im Qualifying auf dem Standardmaterial ausrücken. "Man hat keine Ahnung, wie sie im Rennen funktionieren, das ist totales Rätselraten", kritisiert Filipe Albuquerque im Gespräch mit 'Autosport' und fragt sich, ob das im Sinne des Erfinders ist. Offenbar hat der Portugiese auch deshalb einen Hals, weil sein Österreich-Trip ein gewaltiger Reinfall war.

"Ich bin als Sechster gestartet und als 17. angekommen. Das sollte auf keinen Fall möglich sein, aber wenn du in dieser Serie die falsche Strategie wählst, ist es aus und als Fahrer kannst du nichts mehr tun", beklagt Albuquerque, dass in der DTM das neue Taktikschach über zu viel entscheide. Das jedoch spricht dafür, dass zwischen Option- und Standardreifen doch ein nennenswerter Unterschied besteht. Fakt ist auch: Hankook liefert an alle Stecken identische Pneus, was das Bild von Wochenende zu Wochenende variieren lassen dürfte.

Die DTM-Organisatoren arbeiten derweil weiter an der Erkennbarkeit des Option-Reifen, schließlich hat die Umfunktionierung der Boxenstopp-LEDs in Brands Hatch und Spielberg nicht wirklich für Abhilfe gesorgt. Mit der neuen Produktionscharge von Hankook wird der gelbe Streifen verschwinden, dafür erstrahlen die Markenaufschriften in einem leuchtenden Gelb. Das Pendant bleibt weiß. Eine neue TV-Grafik schaffte es bereits, mehr Licht ins Dunkle der Reifenwahl zu bringen.

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