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Logistik in der DTM: Das Rennen hinter dem Rennen

22. August 2012 - 16:18 Uhr

Wie bei BMW über 350 Tonnen Material in Rekordzeit transportiert und warum die Mitarbeiter der Teams es sich nicht leisten können, die Rennen anzusehen

BMW-Hospitality
Camping der Luxus-Klasse: Die BMW-Hospitality reist zu allen Rennen mit
© BMW

(Motorsport-Total.com) - Präzision und Geschwindigkeit - darauf kommt es in der DTM an jedem Rennwochenende an, ganz gleich ob auf oder abseits der Strecke. Wenn die Fahrer die Zielflagge gesehen haben, beginnt hinter den Kulissen bereits der nächste Kampf gegen die Uhr. Zum zweiten Mal in dieser Saison finden zwei Läufe binnen einer Woche statt. Den Umzug vom Nürburgring nach Zandvoort bewältigt die BMW-Mannschaft in Rekordzeit, wenn es gilt, über 350 Tonnen Material zu transportieren und rennfertig zu machen.

BMW und seine drei Teams reisen mit großem Gepäck. Insgesamt gehen über 30 Trucks auf die 360 Kilometer lange Reise nach Zandvoort und befördern Fahrzeuge, Ausrüstung sowie die Hospitality. Der Zeitplan ist eng. Lange bevor die Fahrer zum ersten Mal in Zandvoort ins Cockpit steigen, muss am Donnerstag von den Autos bis zur letzten Papierserviette alles angeliefert und der Aufbau der Garagen und Hospitality komplett abgeschlossen sein.

Spengler fährt, Team räumt auf

Material und Teammitglieder in nur 72 Stunden vom Nürburgring nach Zandvoort zu transportieren, ist ein Kraftakt, wie Schnitzer-Teamchef Charly Lamm bestätigt: "Nach Hockenheim und Lausitzring erleben wir jetzt das zweite 'Back-to-back'-Rennen in dieser Saison. Insofern haben wir bereits etwas Routine in diesem komplizierten Logistik-Prozess. Trotzdem ist es für alle Teams eine gewaltige Anstrengung, so viele Einzelteile in kürzester Zeit vom Nürburgring nach Zandvoort zu bringen."

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Lamm würdigt die Leistung seiner Truppe: "Ich habe großen Respekt davor, was die komplette Mannschaft leistet. Für viele Außenstehende ist es ein Wunder, dass alles immer so reibungslos klappt. Das Geheimnis dahinter aber ist eine genaue und gut durchdachte Planung von BMW, den Teams und allen beteiligten Partnern", erklärt er das Erfolgsgeheimnis der bayerischen Logistik.

Noch während Bruno Spengler und Martin Tomczyk am Nürburgring auf dem Podium Sieg und Platz drei feierten, begann im Hintergrund die Arbeit. Zunächst bauten die Teams ihre Garageneinrichtung ab und verstauten ihr Equipment in speziellen Transport-Behältern, ehe drei Stunden nach Rennende die ersten Teile auf die Trucks verladen wurden. Das Reifenlager und die Büros für die Ingenieure wurden ebenfalls auf die Reise geschickt, nur um dort im Rekordtempo wieder aufgebaut zu werden.

Sonntags gibt es keine Zeit zu verlieren

Genauso verhielt es sich mit der Hospitality. Als die drei BMW Teams ihre ersten Boxenstopps in der Eifel einlegten, schraubten die Zeltbauer an der Nordsee längst an einer zweiten Bodenplatte. Der Sieges-Champagner auf Spenglers Overall war noch nicht getrocknet, da begannen die Handwerker am Nürburgring schon, die Hospitality zu entmanteln. Schritt für Schritt wurde zunächst die Fassade im oberen Stockwerk abgetragen, die Dachplane entfernt und das Stahlgerüst zerlegt.

Im Anschluss verstaute das Team die Container-Module mit Hilfe eines 100-Tonnen-Krans auf Spezial-Lastwagen - bevor es nach Abbau des Zwischendecks in gleicher Weise den ersten Stock versandfertig machte. Die Hospitality ist längst kein einfaches Zelt mehr, sondern eher ein modernes Multifunktionsgebäude - mit Küche und medizinischen Räumen auf 1.200 Quadratmeter Fläche. In nur drei Tagen und Nächten wird sie ab- und in Zandvoort wieder aufgebaut. Eine logistische Meisterleistung.

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