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Surer: "Es geht, wenn man will"

26. April 2012 - 09:10 Uhr

Ex-BMW-Rennleiter Marc Surer über die "neue DTM", die seltenen Überholmanöver und die filigrane Technik der neuen Autos: "Das ist ja furchtbar"

Marc Surer
Marc Surer wird persönlich beim DTM-Saisonstart vor Ort sein
© Ennstal-Classic (Martin Huber)

(Motorsport-Total.com) - Die DTM tritt 2012 nach einem neuen Reglement an. Die neuen Autos sollen ab diesem Jahr wieder hemdsärmligere Duelle auf den Strecken zulassen. So war es der Plan, als ITR und Hersteller sich in den vergangenen Monaten an die Erstellung des neuen Regelwerkes machten. Aber wird dies der Realität entsprechen? Niemand weiß es bislang. Erste Hinweise wird es am kommenden Wochenende in Hockenheim geben.

"Ich wünsche der DTM einfach Action. Die habe ich in der Vergangenheit vermisst. Ich möchte, dass die Fahrer fighten", sagt 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer. Die Serie habe nach harten Jahren mit nur zwei Herstellern einen Aufschwung verdient. "Ich finde es bewunderswert, dass es die DTM mit nur zwei Marken so lange überstanden hat", meint der Schweizer. Sechs Jahre lang gab es in der DTM das Duell Audi gegen Mercedes, nun kehrt BMW zurück.

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"Was jetzt bezüglich der Marken geboten wird, ist erstklassig. Mal Porsche ausgenommen, sind nun die drei deutschen Topmarken in der DTM und treten dort gegeneinander an. Das ist sensationell", freut sich Surer über die neue Vielfalt. Der heutige 'Sky'-Kommentator war von 1991 bis 1995 Rennleiter der Münchener - unter anderem auch in der DTM. "Tourenwagensport hat bei BMW eine endlose Tradition. Wenn du nicht in der Formel 1 bist, dann bleibt nicht mehr viel. Nach Le Mans ist dann die DTM die erste Wahl."

"Mit zuletzt zwei Marken ergab sich immer schnell ein Bild, es pendelte sich schnell ein. Jetzt mit drei Herstellern ist ein Störenfried dabei. Das verspricht eigentlich mehr Kämpfe", sieht Surer gute Vorzeichen für eine spektakuläre Saison. Allerdings sind Vorzeichen nicht alles. Die Umsetzung auf den Rennstrecken könnte anders aussehen. "Ich finde, die Autos haben immer noch zu viel Aerodynamik", meint der erfahrene Schweizer.

Wer überholen muss, der schafft es auch

"Ich nehme als Beispiel immer gern die V8-Supercars aus Australien. Dort treten Holden und Ford an. Die fahren dort Tür an Tür, so wie auch in der WTCC. Dort fällt nichts vom Auto ab. Wenn einer zu wüst in einen anderen kracht, dann gibt es mal eine Strafe, aber Anlehnen ist völlig okay", beschreibt Surer. "Die DTM ist hingegen wie Formelauto fahren - das ist ja furchtbar. Wenn ich mir die Autos so anschaue, dann befürchte ich, das es in diesem Jahr nicht viel besser wird."

"Eigentlich unterscheidet sich der Tourenwagensport von anderen Serien dadurch, dass man ruhig mal anklopfen kann", erinnert Surer an die Stärken jener Rennserien, die abseits der Formel 1 viel Action bieten sollten. Aber wird dies in der DTM passieren? Der Fachmann zweifelt etwas: "Da sagen die Fahrer vor dem Saisonstart, dass man kaum überholen kann. Was ist denn das für eine Einstellung? Das gibt's doch gar nicht."

"In der Formel 1 hat man immer gesagt, dass Überholen unmöglich sei - bis man sie gezwungen hat. Genauso ist es in der DTM. Lass die mal umgekehrt starten. Wenn der Schnellste hinten ist, dann wird man sehen, wie gut überholt werden kann. Die Herren sind bequem geworden", macht Surer seine Haltung deutlich. "Natürlich ist es schwierig, aber es geht schon, wenn man will. Es wird ein Lernprozess sein, an dessen Ende es dann doch geht."

In der Königsklasse habe es eine solche Bequemlichkeit in der Vergangenheit ebenfalls gegeben. In Zeiten von Tankstopps war es leichter, manchen Konkurrenten per Taktik zu schnappen, anstatt sich auf ein direktes Duell auf der Strecke einzulassen. Seit dem Nachtankverbot stellt sich dies anders dar. "Und? Es geht! Es wird überholt", so Surer. "Nicht nur in der DRS-Zone, sondern auch an anderen Stellen. Da hat sich ein Wandel vollzogen."

Auf einen solchen Wandel dürfe man nun auch in der DTM hoffen - immerhin wird auch dort ab dieser Saison nicht mehr nachgetankt. Aus Surers Sicht wichtig: Man muss die Piloten von der Kette lassen. "Heutzutage wird in der DTM - ebenso wie in der Formel 1 - alles bestraft, sobald du mal etwas falsch machst. Dann sind dir als Fahrer die Hände gebunden", sagt er. "Das ist schade, denn der Tourenwagensport lebt von Action."

Im Gruppe-5-Auto und Scirocco: Surer im Cockpit

Am kommenden Wochenende in Hockenheim wird Surer selbst für Action sorgen. Der Schweizer tritt erneut als Gaststarter im Volkswagen Scirocco R-Cup an. "Ich wollte nach meinem 60. Geburtstag eigentlich nicht mehr fahren. Aber dann kam die Anfrage. Es ist eine gute Serie und ich dachte mir: Man bleibt auch jung dabei", lacht der Experte. In der Legendenwertung des Auftakts in Hockenheim will sich Surer gegen Mika Salo und Eric van de Poele behaupten.

In Hockenheim tritt Marc Surer im Volkswagen Scirocco R-Cup an
© Volkswagen

"Als Kommentator redest du immer darüber, was die anderen machen. Jetzt mache ich es selber mal wieder, ich wechsle die Seiten. Man erlebt den Frust wieder, wenn es nicht schnell genug geht. Das heißt, man lernt wieder zu fühlen wie ein Rennfahrer", erklärt Surer den Vorteil eine aktiven Rennteilnahme. "Das hilft beim Kommentieren, denn man kann vieles wieder nachvollziehen."

Im Rahmenprogramm des DTM-Wochenendes fährt Surer am Sonntag außerdem seinen Gruppe-5-BMW aus der DRM von 1977. "Die Autos von damals sehen immer noch so geil aus", schnalzt Surer die Zunge. Der aufgemotzte 320er, den Surer im BMW-Juniorteam pilotierte, gilt als zeitloses Schmuckstück des Motorsports: fetter Frontspoiler, riesiger Heckflügel und gigantische "Pausbacken" als Kotflügel.

Nach seinem Showrun am Sonntag, bei dem auch Michael Schumacher im Mercedes-Formel-1-Auto von 2011 antreten wird, gilt Surers volle Konzentration dem ersten DTM-Lauf des Jahres. "Man kann nicht wirklich sagen, wer schnell sein wird. Ich gehe aber davon aus, dass die erfahrenen Teams einen kleinen Vorteil haben werden. Die kennen DTM-Autos, die kennen die Strecken und die haben viele Daten. Ich glaube dennoch nicht, dass BMW schlecht aussehen wird", schätzt er.

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