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Paffett: "Ziel muss der Meistertitel sein"

16. April 2012 - 16:51 Uhr

Nach den zahlreichen Wintertestfahrten hat Gary Paffett ein gutes Gefühl für die neue Mercedes C-Coupe - Aber erst Hockenheim wird das Kräfteverhältnis zeigen

Gary Paffett
Gary Paffett will nach 2005 seinen zweiten Titel in der DTM erobern
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mercedes startet in die neue DTM-Saison mit insgesamt acht neuen Boliden. Nach dem Wechsel von Bruno Spengler zu Konkurrent BMW ist von der Papierform her Gary Paffett die Speerspitze der Silberpfeile. Nach einigen durchwachsenen Jahren will der Meister von 2005 mit dem neuen C-Coupe durchstarten und wieder an die ganz großen Erfolge anknüpfen. Von Beginn an war der Brite in die Entwicklung des neuen Boliden eingebunden. Am letzten Tag der Wintertestfahrten in Hockenheim waren seine HWA-Teamkollegen Christian Vietoris und Jamie Green an der Spitze der Zeitenliste.

Dennoch herrschte bei den Testfahrten das Motto "Tarnen und Täuschen" bei allen drei Herstellern. Generell hat Paffett einen sehr guten Eindruck vom neuen Mercedes. "Ich hatte mich sehr darauf gefreut das C-Coupe erstmals zu fahren. Das Chassis ist anders und zum ersten Mal haben wir viele Einheitsteile. Wir mussten diese Komponenten erst kennenlernen. Von der Grundlage her starteten alle drei Hersteller von der gleichen Basis aus."

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"Das Chassis, das Getriebe und viele Teile sind gleich. Wir müssen diese Teile nicht bauen, aber wir müssen verstehen, wie wir das Optimum aus ihnen herausholen. Das ist eine andere Herausforderung als in den Vorjahren", sagt Paffett im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Parallel zu seinem DTM-Job ist der 31-Jährige auch Test- und Entwicklungsfahrer für McLaren in der Formel 1.

Dadurch hat er auch viel Erfahrung gewonnen, die er auch in der DTM nutzen kann. "Ich bin das Auto zum ersten Mal im vergangenen August gefahren. Seither haben wir viel gelernt. Alle aerodynamischen Updates sind nun am Auto. Jetzt geht es darum, das mechanische Setup zu verfeinern, damit wir aus unserem Paket das Optimum herausholen. Die Entwicklung vom ersten bis zum letzten Test war unglaublich. Beim ersten Test fühlte sich das Auto ganz anders an, aber jetzt ist es so wie ein DTM-Wagen, den ich kenne. Es fühlt sich nach einem sehr guten Rennauto an."

Ist der Mercedes ein Siegerwagen?

Die große Frage, die sich derzeit alle drei Hersteller stellen - ist das Auto ein Siegerwagen? "Es ist schwierig zu sagen, aber es fühlt sich sehr gut an", meint Paffett über den Mercedes. "Auch bei den Tests in Hockenheim hat sich die Balance sehr gut angefühlt. Niemand kann die Rundenzeiten und die Performance genau einschätzen. Das ist schwierig zu sagen."

"Das Auto fühlt sich ganz gut an und wir können zufrieden damit sein, wo wir jetzt angelangt sind. Trotzdem gibt es noch viel Arbeit zu erledigen. Ich glaube, dass wir in der ersten Saisonhälfte noch viel über das Auto herausfinden werden. Es wird noch lange dauern, bis das Auto perfekt ist. Es geht jetzt darum, wer sein Auto am schnellsten auf ein gutes Level bringen kann und die Saison mit einem Sieg startet."

Aufgrund der Einheitsteile wird derzeit in der DTM-Szene davon ausgegangen, dass das Feld dicht beisammen liegt und ein enger Wettbewerb herrschen wird. "Es wird sicherlich anders. Ich habe bereits öfters gesagt, dass ich auf die neue DTM-Saison gespannter bin als in den Vorjahren", so der HWA-Pilot. "Als ich im Jahr 2004 für HWA unterschrieben habe, war anschließend auch 2005 sehr aufregend für mich. Jetzt habe ich ein ähnliches Gefühl."

"Es gibt einen neuen Hersteller, neue Fahrer und einige Fahrer sind von Mercedes und Audi zu BMW gewechselt. Es passiert sehr viel und es wird ein aufregendes Jahr. In den vergangenen drei Jahren waren sich die Autos sehr ähnlich. Es wird sicher wieder sehr eng zugehen. Wir starten zwar alle mit Einheitsteilen, aber man kann immer noch viel tun. Hoffentlich haben wir am besten gearbeitet. Man weiß es bis zum ersten Qualifying in Hockenheim nie."

Erst Hockenheim zeigt das Kräfteverhältnis

Nun warten alle gespannt auf das letzte April-Wochenende, wenn die Tage der Wahrheit anstehen. "Es war ein langer Winter. Wir haben vermutlich mehr getestet als in der Vergangenheit. Erst als ich zum letzten Test nach Hockenheim geflogen bin, habe ich die Nervosität vor dem ersten Rennen gespürt. Es war der letzte Test und alle waren hier. Ab jetzt baut sich die Aufregung auf." Das erste Kräftemessen wird am Samstag im Qualifying stattfinden, wenn alle ihre Karten über eine fliegende Runde auf den Tisch legen müssen.

"Wir haben in Hockenheim einige Rundenzeiten gesehen, aber es ist schwierig, sie zu interpretieren", weiß Paffett nach dem letzten Test auch nicht genau, wo Mercedes steht. "Es ist schwierig zu beurteilen, wer schnell ist. Nach dem Qualifying werden wir zum ersten Mal wissen, wo wir über eine Runde stehen. Das Rennen ist wieder eine andere Geschichte. Nach dem Hockenheim-Wochenende sollten wir einen Indikator haben, wo wir stehen und in welchen Bereichen wir uns verbessern müssen."

Eine Woche später findet bereits der zweite Lauf auf dem Lausitzring statt. "Bis zum zweiten Rennen ist keine Zeit, um irgendetwas zu verbessern, weil es gleich eine Woche danach stattfindet. Nach den ersten beiden Rennen werden wir beurteilen können, wie wir uns verbessern können. Wir denken aber, dass wir gute Arbeit geleistet haben, hoffentlich die beste aller drei Hersteller."

Trotz der zahlreichen Einheitsteile unterscheiden sich die Boliden der drei Hersteller im Detail. Genau dort wird auch über die Saison weiterentwickelt werden. "Man kann nur bestimmte Dinge weiterentwickeln, weil viel eingefroren ist. Im Vergleich zur Formel 1 kann man deshalb viel weniger machen. Wenn man keine großen Probleme hat, dann sollte es aber nichts ausmachen."

"Natürlich bevorzugt man immer eine Pause zwischen zwei Rennen, denn es bleibt nicht viel Zeit dafür, die Autos innerhalb einer Woche vorzubereiten. Beide Rennen sind zum Glück in Deutschland. Es wird ein aufregender Saisonstart, weil zwei Rennen direkt aufeinander folgen", freut sich Paffett auf die nächsten Wochen. Bevor es soweit ist, findet am 22. April noch die DTM-Präsentation in Wiesbaden statt.

Die Fahrer verbringen gemeinsam einen Tag mit den Fans. "Es wird schön sein, eine Veranstaltung für die Familie. Es ist gut, dass die Fans nahe an die Autos herankommen. Ich finde, die Autos sehen noch besser aus als in der Vergangenheit. Sie sehen viel aggressiver aus und ich denke, die Fans werden sie lieben. Es ist eine tolle Serie, die mit jedem Jahr stärker wird." Zu einer tollen Rennserie gehören auch Überholmanöver.

Aerodynamik entscheidet über Überholmanöver

Noch weiß niemand, wie sich das Racing mit den neuen Reifen und der neuen Aerodynamik gestalten wird. Für Paffett liegt es in erster Linie an der Aerodynamik. Ob es mehr Action geben wird, kann er derzeit noch nicht beurteilen. "Ich weiß es nicht. Ich habe diese Frage auch unseren Ingenieuren gestellt. Wir wissen nicht, ob dieses Aero-Paket bei Überholmanövern hilft oder nicht."

"Wir können davon ausgehen, dass die Rundenzeiten so eng wie immer zusammen liegen. Es geht hauptsächlich um die Aerodynamik. Man muss in schnellen Kurven am Vordermann dranbleiben können und darf nicht zu viel Abtrieb verlieren. Dann muss man sehen, ob man im Windschatten Speed findet. Bei den alten Autos war das nicht der Fall."

"In der Formel 1 gewinnt man im Gegensatz dazu viel Speed im Windschatten. Wir müssen aber das Rennen in Hockenheim abwarten, um zu sehen, wie es wirklich läuft. Hoffentlich wird es etwas besser sein. Es wird sicher aufregend, da die Strategien mit drei Herstellern interessant werden." Als "alter DTM-Hase" hat sich Paffet auch hohe Ziele für 2012 gesteckt.

"Es muss der Meistertitel sein. Wir müssen aber erst abwarten, wo wir mit dem Auto stehen. Das Ziel ist es immer, schneller als die Teamkollegen und der schnellste Mercedes zu sein. Hoffentlich können wir von Beginn an um Siege und die Meisterschaft kämpfen. 2011 war zwar nicht sehr erfolgreich, aber ich bin motiviert und bereit für die neue Saison. Ich möchte wieder meine Form der vergangenen Jahre haben."

Trotz der intensiven Testarbeit hat sich Paffett über den Winter auch körperlich gut vorbereitet. "Man versucht in jedem Jahr sein Training zu verbessern. Im Winter hat man mehr Freizeit und man nutzt sie, um sich gut vorzubereiten. Je besser man körperlich vorbereitet ist, desto besser fühlt man sich im Auto. Ich fühle mich so fit wie immer und bin bereit."

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