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Ungar: "Müssen uns weiter steigern"
 
von Britta Weddige 09. Mai 2008 - 19:02 Uhr
 
Mercedes hat in Mugello einen unerwarteten Doppelsieg gefeiert und die nächsten Strecken sollten der C-Klasse entgegenkommen, aber man bleibt realistisch
 
Paul di Resta, Gerhard Ungar, Jamie Green
Gerhard Ungar mit Paul di Resta und Jamie Green auf dem Podium in Mugello
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - In Mugello hat sich das Blatt gewendet: Hatte Audi die beiden ersten Saisonrennen klar dominiert, hat sich Mercedes in der Toskana wie Phoenix aus der Asche zurückgemeldet. Speziell der Mittelsektor mit seinen schnellen Kurven kommt dort eher Audi entgegen, das hat sich vor allem im vergangenen Jahr gezeigt und in diesem Jahr in den Tests und dem Freien Training. Doch Mercedes konnte den Vorteil, mit 20 Kilogramm weniger an den Start zu gehen, optimal nutzen.

Und so hat zwar Audi bei den ersten beiden Saisonrennen das Zepter in der Hand gehabt, doch die Stuttgarter Konkurrenz konnte wieder aufschließen. Nach drei Saisonrennen ist die Situation folgende: Meisterschaftsleader Timo Scheider (Audi) hat nur einen Punkt Vorsprung auf den Gesamtzweiten Jamie Green im Audi. Die ersten sieben Piloten liegen innerhalb von sieben Punkten - und dabei wechseln sich Audi- und Mercedes-Piloten in der Reihenfolge der Tabelle munter ab.



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Lausitzring und Norisring Mercedes-Strecken?

Audi hat also weitgehend den Vorsprung eingebüßt, der in den ersten beiden Rennen eingefahren wurde - hat aber beim nächsten Rennen am Lausitzring immer noch 10 Kilogramm mehr an Bord als die Stuttgarter. Das ist ein Vorteil, den Mercedes mit in die Lausitz nimmt. Der zweite Vorteil: Der EuroSpeedway kommt von seiner Charakteristik her mehr dem Konzept der Mercedes-C-Klassen entgegen, die auf Traktion und weniger Abtrieb ausgelegt sind, im Gegensatz zu den Audis, die mehr Downforce haben. Und das gilt nicht nur für den Lausitzring, wo das nächste Rennen ansteht, sondern auch für den Norisring, der danach im Kalender steht.

Passende Streckencharakteristik und weniger Gewicht - vom Papier her sollte Mercedes bei den nächsten beiden Rennen also gute Karten haben. Doch HWA-Technikchef Gerhard Ungar sieht die Sache lieber realistisch: "Du kannst dein Auto ja auch immer ein bisschen auf die spezifischen Anforderungen der Strecke einstellen", sagte er unseren Kollegen von der 'Motorsport aktuell'.

Deshalb könne man nicht pauschal sagen, "das eine Konzept sticht da und das andere dort". Es sei sicher nicht falsch anzunehmen, dass Topspeed und Traktion auf dem Lausitzring und am Norisring wichtig seien und dass Mercedes in beiden Bereichen gut aufgestellt sei, so Ungar, aber "generell müssen wir uns weiter steigern. Ich werde nicht in die Lausitz und nach Nürnberg fahren uns sagen, wir sind dort Favorit."

 
Die Arbeit geht weiter

Klar ist, dass Audi mit der Luftdurchführung am neuen A4 ein aerodynamischer Coup gelungen ist. Die Luft wird unter dem Fahrzeug durchgeleitet - eine Maßnahme, mit der die Ingolstädter die aerodynamische Effizienz enorm steigern konnten. Und dieser Vorsprung ist so schnell nicht aufzuholen. Deshalb wird auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor dem nächsten Rennen nicht euphorisch. "Wir werden es in den nächsten Rennen vielleicht schwer haben", sagte Haug. "Es wird nicht über Nacht passieren, da man in der Entwicklung während der Saison beschränkt ist. Denn das Reglement erlaubt keine großen Änderungen an der Aerodynamik."

Es mache aber auch wenig Sinn, darüber nachzudenken, wo der Gegner steht, erklärte der Schwabe weiter: "Es macht nur Sinn, sich selbst weiterzuentwickeln und Fortschritte zu machen. Und das werden unsere Jungs machen."

 
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