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Ullrich: "Am Start alles verschenkt"

04. Mai 2008 - 17:41 Uhr

Die Ingolstädter Dominatoren wurden geschlagen: Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich analysiert ein verkorkstes Rennen - Jahreswagen überzeugen

Wolfgang Ullrich
Wolfgang Ullrich musste in Mugello teilweise hilflos zusehen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nachdem die Startampeln in Mugello ausgegangen waren, konnte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich nur noch den Kopf schütteln. Polesitter Timo Scheider hatte einen Frühstart hingelegt, Mattias Ekström war zurückgefallen auf Rang neun, Martin Tomczyk hatte sich im Startgetümmel die Haube ramponiert und steuerte auf verlorenem Posten die Box an. Einzig Tom Kristensen konnte die Fahnen der Audi-Neuwagenpiloten in der Spitzengruppe hochhalten. Am Ende bejubelte Mercedes einen Doppelsieg, die bisher dominanten Audianer mussten sich mit einem dritten Platz begnügen.

"Zuerst einmal möchte ich Mercedes-Benz gratulieren, denn sie haben wirklich einen guten Job gemacht", sagte Ullrich und begann mit seiner Analyse des Rennens: "Wir haben am Start alles verschenkt, was nicht passieren sollte. Zudem gab es in der ersten Kurve ein ziemliches Desaster. Man hat zwar keine Details gesehen, aber da muss etwas passiert sein, was die Autos so durcheinander gewürfelt hat, wie wir es nicht erwartet hätten. Als die erste Runde vorbei war und das Feld sich formiert hatte, haben wir versucht, das Beste aus der Situation zu machen."

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Der Fluch von Mugello

Überholen sei in Mugello schwer, zudem sei Audi auch vom gewicht her im Nachteil gewesen, fuhr Ullrich fort: "Das ist auf einer solchen Strecke mit ihren langen Kurven nicht so schön. Wir haben dann versucht, noch das bestmögliche Ergebnis zu holen. Mit dem Resultat sind wir natürlich nicht zufrieden, denn es scheint, als ob wir in Mugello aus einem guten Qualifying nichts machen können."

"Es ist positiv zu sehen, dass unsere 07er-Autos recht konkurrenzfähig waren."
Wolfgang Ullrich

Doch bei aller Enttäuschung konnte Ullrich auch positive Erkenntnisse mit aus Mugello nehmen: "Es ist positiv zu sehen, dass unsere 07er-Autos recht konkurrenzfähig waren. Sie sind ein gutes Rennen gefahren und haben sich auch gegenseitig schöne Duelle geliefert. Ich denke, dass die Zuschauer ein tolles Rennen gesehen haben. Und jetzt konzentrieren wir uns darauf, das nächste Rennen zu gewinnen."

Das leidige Thema Frühstarts

Damit zum leidigen Thema Frühstarts: In Oschersleben verschenkte Tom Kristensen Startplatz zwei, als er zu früh los fuhr. In Mugello kostete der Frühstart Timo Scheider wahrscheinlich sogar den Sieg. Denn mit seinen Rundenzeiten hätte er von der Pole Position weg möglicherweise leichtes Spiel gehabt. "Bei so etwas kann man nur zuschauen und enttäuscht sein", sagte Ullrich über das erneute Malheur. "Da kann man nicht eingreifen. Das liegt ganz in den Händen der Fahrer. Wir werden uns zusammensetzen und versuchen herauszufinden, ob irgendetwas nicht stimmt oder ob es einfach etwas zu viel Optimismus war. Und ich denke, dass das der Fall war."

"Es zweimal zu verschenken, ist hart genug, dreimal wäre nicht zu akzeptieren."
Wolfgang Ullrich

Jetzt geht bei Audi die Arbeit weiter - denn die Konkurrenz schläft ja auch nicht. "Natürlich hat Mercedes einen guten Job gemacht und sie versuchen, aufzuholen", so Ullrich. "Auf der anderen Seite werden unsere Jungs das Auto so weit möglich weiterentwickeln. Deshalb denke ich, dass wir eine spannende Saison vor uns haben. Wir haben mit wirklich guten Ergebnissen angefangen und ich sehe es nicht allzu negativ, dass wir heute nicht gewonnen haben. Wenn man sich aber die Rundenzeiten anschaut, sieht es nicht so schlecht aus. Der A4 ist ein gutes Rennauto und ich freue mich auf den Lausitzring."

Für das nächste Rennen in der Lausitz erwartet sich der Audi-Teamchef wieder ein enges Rennen, zumal die aktuellen Fahrzeuge vom Gewicht her zehn Kilogramm weniger Unterschied haben: "Dort wird es sogar noch enger zugehen als hier. Zehn Kilogramm helfen und natürlich ein bisschen. Wir hoffen, dass wir dort eine gute Qualifikation haben werden und dann auch ein gutes Rennen daraus machen können." Und zwar ein Rennen ohne Frühstart: "Es zweimal zu verschenken, ist hart genug, dreimal wäre nicht zu akzeptieren."