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Schumacher: Mehr Arbeit als je zuvor

16. Mai 2008 - 10:59 Uhr

In der DTM geht es ruhiger zu als in der Formel 1, doch Ralf Schumacher ist trotzdem komplett ausgelastet - Mit dem "Klappspaten" zur Arbeit

Ralf Schumacher
Ralf Schumacher genießt sein neues Leben als DTM-Pilot
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Zwischen der Formel 1 und der DTM liegen Welten. In den vergangenen Jahren reiste Ralf Schumacher zu bis zu 19 Grand Prix auf der ganzen Welt, von Australien bis Südamerika. Dazu kamen die Testfahrten. Im Vergleich dazu wirkt der Terminplan eines DTM-Piloten entspannt. Elf Rennen sind es in dieser Saison, die weitesten Reisen führen nach England und Spanien und auch der Zeitaufwand für die Testfahrten ist geringer.

Langweilig wird es Schumacher nach dem Umstieg in die DTM deshalb aber nicht. "Ich arbeite jetzt mehr als je zuvor", sagte er im Interview mit der 'Bild'-Zeitung. Das liegt aber nicht unbedingt am Rennsport: "Ich habe während meiner Formel-1-Zeit ein paar Investments im Immobilien-Bereich getätigt. Das habe ich nie wirklich betreut. Um diese kümmere ich mich nun zusätzlich zur DTM bei Mercedes." Inzwischen verbringe er mehr Zeit als Geschäftsmann, erklärte er. Aber: "Vom Herzen her bin ich Rennfahrer."

Hüttenabend und Lagerfeuer

Doch auch das Familienleben soll nicht zu kurz kommen. Sohn David ist inzwischen sechs Jahre alt, für ihn nimmt sich Schumacher "immer viel Zeit". Und während seine früheren Formel-1-Kollegen an Pfingsten in Istanbul ihrer Arbeit nachgingen, stand bei Schumachers ein Vater-Sohn-Ausflug an - es ging zur Jagd: "Es war wunderschön, die grünen Wiesen und Felder, das Wild...", schwärmt der 32-Jährige. Wichtig war dabei das Naturerlebnis - denn ein Gewehr hatten die beiden gar nicht dabei: "Es ging nur um David und mich. Wir waren auf einer Hütte und haben uns abends ein Lagerfeuer angezündet."

"Man hat keine Zeit, die Dinge zu genießen."
Ralf Schumacher

Hüttenabend und Lagerfeuer statt Punktejagd in Istanbul, DTM am Lausitzring an diesem Wochenende statt Glitzer und Glamour in Monaco am nächsten Wochenende - Schumacher scheint nach zwölf Jahren Reiserei nichts zu vermissen: "Die ersten zwei Jahre findet man das ganz toll", sagte er. "Aber dann nimmt man die Umgebung nicht mehr wirklich wahr. Man hat keine Zeit, die Dinge zu genießen." Und wie viele, die in der Formel 1 arbeiten, hat er sich eines immer vorgenommen: "Wenn ich mal aufhöre, werde ich einige Grand Prixs besuchen und es ausnutzen, dass ich abends ausgehen und ein Bier trinken kann."

Herumfliegen in der Heimat

24-Stunden-Flüge ans andere Ende der Welt gehören für Schumacher erst einmal der Vergangenheit an. An den Lausitzring ist er mit dem eigenen Flugzeug gereist, mit Landung in Berlin. "Ich liebe es in der Heimat herumzufliegen", sagte er. Seine einmotorige Propeller-Maschine nenne er immer "meinen 'Klappspaten'". Mit dem kleinen Flieger reist Schumacher zu allen Veranstaltungen: "Das ist einfach super. Ich fliege zu günstigen Konditionen zur Arbeit."

Die Arbeit findet im Mücke-Team statt. Teamchef Peter Mücke hatte zunächst Bedenken, da er genau wusste, welcher Ruf "Rolex-Ralf" vorauseilte. Doch der Berliner hat schnell festgestellt, dass mit seinem neuen Piloten sehr gut auszukommen ist. Schumacher sei inzwischen der Liebling im Team, berichtete Mücke bei einer Pressekonferenz in Berlin. Und Schumacher ergänzte: "Es macht mir dort sehr großen Spaß. Die Mücke-Basis in Berlin-Altglienicke aber kenne ich noch nicht, werde sie nächste Woche erstmals besuchen."

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