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Marscherleichterung für die Gebrauchtwagen?

19. Mai 2008 - 15:51 Uhr

Die Lücke zwischen Neu- und Jahreswagen ist zu groß, jetzt sprechen sich auch die Motorsportchefs für eine Überarbeitung der Gewichtsverteilung aus

DTM-Gebrauchtwagen
Die älteren Fahrzeuge fahren in dieser Saison eigentlich ihr eigenes Rennen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Unter den "Gebrauchtwagenpiloten" macht sich eine gewisse Frustration breit. Erfolge wie im vergangenen Jahr, als Gary Paffett im Jahreswagen einen Sieg und Paul di Resta im Zweijahreswagen vier Podiumsplätze geholt hatten, scheinen in diesem Jahr unmöglich. Wenn es gut läuft, sind für einen Jahreswagen-Pilot vielleicht Punkte drin, aber nur dann, wenn einer oder mehrere der Neuwagenpiloten durch Unfall oder Probleme zurückfallen.

Die Basisgewichte wurden in diesem Jahr folgendermaßen festgelegt: Neuwagen 1.050 Kilogramm, Jahreswagen 1.040 Kilogramm und Zweijahreswagen 1.030 Kilogramm. Das Zu- und Ausladen von Erfolgsgewichten hatte zum Beispiel die Folge, dass die 07er-Audis am Lausitzring schwerer waren als die aktuellen Mercedes-C-Klassen. Beim nächsten Rennen am Norisring werden die Jahreswagen von Audi sogar die schwersten Autos im Feld sein, da sie wieder fünf Kilogramm zuladen müssen, die aktuellen Audis aber ausladen dürfen.

Auch im vergangenen Jahr betrug der Unterschied im Basisgewicht zwischen Neu- und Jahreswagen zehn Kilogramm (1.070 zu 1.060 Kilogramm). Das hatte sich bewährt. Womit bei der Verteilung für dieses Jahr aber niemand gerechnet hatte war, dass Mercedes und Audi mit ihren Neuwagen einen solchen Entwicklungssprung nach vorn gemacht haben, dass zehn Kilogramm Erleichterung für die Jahreswagen nicht mehr zu reichen scheint. Ein weiterer Punkt: Es ist für die Jahreswagen jetzt fast unmöglich, einmal zugeladenes Gewicht wieder loszuwerden, da sie nun mit den Zweijahreswagen in einer Gruppe zusammengefasst sind, die meistens langsamer sind.

Und die Zweijahreswagen scheinen deshalb chancenlos zu sein, weil sie im vergangenen Jahr vom Basisgewicht noch 30 Kilogramm leichter waren als die Neuwagen und 20 Kilogramm leichter als die Jahreswagen, in diesem Jahr sind es nur noch 20 beziehungsweise zehn Kilogramm. Zwar haben die 06er-Audi in dieser Saison schon zweimal ausladen dürfen, damit haben sie aber das Maximum an Erleichterung erreicht.

Handlungsbedarf besteht

"Irgendwie müssen wir dahin kommen, dass die alten Jahrgangsautos zumindest prinzipiell punktefähig sind."
Norbert Haug

Nach vier Saisonrennen sehen nun auch die Motorsportchefs Handlungsbedarf in Sachen Gewichtsverteilung. Es müsse etwas getan werden, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach dem Rennen am Lausitzring. "Da war doch ein großer Abriss, die Jahreswagen sind quasi das Rennen im Rennen gefahren. Und vielleicht finden wir eine Lösung, wie man da ein bisschen Marscherleichterung verschafft. Die Autos waren nach Jahrgängen geordnet. In die Punkte zu fahren ist mit den Autos im Moment nicht möglich. Ich erinnere daran, dass Paul di Resta hier im vergangenen Jahr mit einem Zweijahreswagen Zweiter geworden ist. Irgendwie müssen wir dahin kommen, dass die alten Jahrgangsautos zumindest prinzipiell punktefähig sind."

"Ich würde sehr gern mit Christian Schacht und dem DMSB, den Überwachern des Sports und Kollege Dr. Ullrich mit der ITR ein Gespräch führen", fuhr Haug fort. "Vielleicht gelingt uns da eine Regelung, die ein bisschen hilft, das ganze noch kompakter zu machen. Ich hoffe, ohne etwas vorweg zu nehmen, dass wir in einen konstruktiven Dialog mit dem DMSB eintreten können."

Dabei spricht Haug nicht nur von einer Erleichterung für die 07er-Autos, sondern "möglicherweise auch der 06er". Noch vor knapp einer Woche hatte Haug in Sachen Zweijahreswagen keinerlei Handlungsbedarf gesehen und deren Gewicht als "Freifahrtsschein" bezeichnet.

Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich ist der gleichen Meinung wie Haug. Zwar habe Audi mit einem Jahreswagen am Lausitzring gerade noch einen Punkt holen können, "aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Lücke zwischen den 08er- und den 07er-Autos größer ist, als wir gedacht haben, als die Gewichtseinstufung gemacht wurde. Ich denke, dass wir gemeinsam konstruktiv daran arbeiten werden, dass wir das in Ordnung bringen und das wird auch den Rennen in jeder Form auch nur gut tun."

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