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Lausitz: Das sagt die Motorsport Arena Oschersleben

21. Mai 2008 - 12:36 Uhr

Eine Bietergemeinschaft hat gegen die Verpachtung des EuroSpeedway Lausitz an "alpha Technik" geklagt - Hier begründet sie, warum

EuroSpeedway Lausitz
Die Zukunft des EuroSpeedway Lausitz beschäftigt derzeit die Justiz
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Zukunft des EuroSpeedway Lausitz beschäftigt derzeit das Oberlandesgericht in Brandenburg. Ende dieses Jahres läuft der Pachtvertrag mit dem derzeitigen Pächter, der EuroSpeedway Lausitz GmbH aus. Da aus einem geplanten Verlauf der Anlage nichts wurde, hat der Eigentümer, der Förderverein Lausitz Ring e.V. einen neuen Pächter unter Vertrag genommen. Von 2009 bis 2016 soll demnach "alpha Technik" die Rennstrecke betreiben. Gegen diese Vergabe hat aber eine Bietergemeinschaft um die Motorsport Arena Oschersleben, die selbst Interesse am EuroSpeedway bekundet, Einspruch eingelegt. Über diesen Einspruch muss das Oberlandesgericht nun entscheiden.

In einer Stellungnahme begründete die Bietergemeinschaft ihr Vorgehen: "Die Bietergemeinschaft Motorsport Arena Oschersleben hat sich im August 2007 zusammen mit ihrem Gesellschafter, der Unternehmensgruppe Bunte Bau, am öffentlich ausgeschriebenen Wettbewerbsverfahren zum Betrieb und Verkauf des EuroSpeedway Lausitz beteiligt", heißt es in der Stellungnahme. "Um den zu Recht hohen Präqualifikationshürden zu entsprechen - dem Nachweis der Durchführung von großen internationalen Rennsportveranstaltungen über mindestens drei Jahre - ist der seit über 50 Jahren tätige AMC Diepholz der Bewerbung beigetreten."

"Ziel und Motivation dieser Bewerbung war und ist, dem EuroSpeedway Lausitz eine ähnlich positive und wirtschaftlich tragfähige Zukunft zu bieten, wie es mit der im Jahr 2005 übernommenen Rennstrecke, dem ehemaligen Motopark Oschersleben, in der Magdeburger Börde gelungen ist", heißt es weiter. "Leitgedanke war und ist es, diese einmalige Anlage in der Lausitz in ihrer Gesamtheit als Rennsportanlage und als Testareal für den Motorsport und die Industrie zu erhalten und auszubauen. Hierfür sehen wir in dem gemeinsamen Betrieb und der Vermarktung zweier Anlagen in den neuen Bundesländern, die lediglich 150 km voneinander entfernt liegen, die größtmöglichen Synergien. Profitieren würde von einer gemeinsamen Vermarktung aufgrund der Größenverhältnisse die Anlage in der Lausitz."

Um so überraschter sei man gewesen, als man im laufenden Bietungsverfahren feststellen musste, "dass weder das Gebot der Transparenz noch der Wettbewerbsgleichheit eingehalten wurde, obwohl die Anlage bei der Erstellung nahezu aus einhundert Prozent öffentlichen Mitteln, rund 140 Millionen Euro, erstellt wurde. So mussten wir feststellen, dass bereits vor Jahren Vorkaufsrechte für am Verfahren Beteiligte eingeräumt wurden, Bieter am Verfahren beteiligt waren, die über keinerlei eigene Erfahrung im Betrieb einer solchen Anlage verfügen konnten und ein höchst unterschiedlicher Informationsstand den Bietern zur Verfügung stand."

Weiter heißt es in dem Statement: "Völlig unverständlich und rechtlich auch nicht nachvollziehbar ist für uns, dass, nachdem das ursprüngliche Verfahren, die Anlage als Einheit in neue Hände zu legen, nicht das gewünschte finanzielle Ergebnis für die Banken brachte, vom Land Brandenburg die Zerschlagung der Anlage in einen Rennstreckenteil und einen Teststreckenteil angeordnet wurde. Dass die bestehenden Genehmigungen für den Betrieb und auch die Förderbescheide anders lauten, wird hierbei ausgeblendet."

"Schlusspunkt in dieser Kette von Ungereimtheiten bildet dann die Erkenntnis, dass eine Gesellschaft den Zuschlag für die Rennstrecke erhalten soll, die sich weder beworben noch qualifiziert hat, sondern eine Neugründung eines Bewerbers darstellt, um für eine offensichtlich für möglich gehaltene neue Insolvenz keine Haftungsdurchgriffe auf die bis dahin am Verfahren Beteiligten zuzulassen."

Mit der Beschwerde vor dem Oberlandesgericht und mit eventuell noch
möglichen Anschlussverfahren wolle man "faires und transparentes Verfahren und vor allen Dingen Rechtssicherheit für den EuroSpeedway erreichen, der in der Vergangenheit schon viel zu oft in negative Schlagzeilen geraten ist. Unterstellungen und Mutmaßungen, dass unsere Beschwerden nur aus opportunistischen Gründen eingelegt wurden, entbehren jeder Grundlage und sind angesichts unseres Engagements nicht haltbar."

Das Land Brandenburg und der Förderverein würden die Argumentation der Bietergemeinschaft seit über einem halben Jahr kennen, diese aber ignorieren, heißt es in dem Statement weiter. Und: "Der Fortbestand der Anlage ist über das Jahr 2008 hinaus auch zum jetzigen Zeitpunkt ohne Probleme sicherzustellen."

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