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Schumacher: Vertraute Strecke als völliges Neuland

11. April 2008 - 19:00 Uhr

Ralf Schumacher kennt den Hockenheimring in- und auswendig, doch in den heutigen Freitagstests musste er "das Autofahren hier ganz neu lernen"

Ralf Schumacher
Ralf Schumacher erlebte Hockenheim aus einer neuen Perspektive
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ein bisschen nervös war Ralf Schumacher heute schon, als er mit der Mercedes C-Klasse in den ersten Test am Hockenheimring gestartet ist. Nicht, weil er wegen des Nebels zwei Stunden länger warten musste, bis es endlich los ging, sondern weil "es das erste Mal in einer Rennsituation war. Alle schauen zu, das war natürlich ungewohnt." Der Promi-Neuzugang beendete den ersten Test vorzeitig mit einem Getriebeschaden und wurde als 15. gewertet. Im zweiten Test rutschte er im Regen auch einmal von der Strecke und landete auf dem vorletzten Platz.

Beim anschließenden Pressemeeting wollte 'Motorsport-Total.com' von Schumacher wissen: Wie war der erste richtige DTM-Tag? "Abwechslungsreich, sowohl vom Wetter als auch von den Ereignissen her. Aber es war ganz okay", antwortete der Mercedes-Neuling. "Für mich war es sehr ungewohnt, weil ich die Strecke elf, zwölf Jahre lang komplett anders gefahren bin und mich jetzt erst einmal orientieren musste. Ich musste die etwas andere Linie erst einmal kennenlernen. Das ist mir noch nicht so ganz gelungen - aber es kommt."

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Alles ist anders

"Man kann die Kurven ganz anders wählen, weil man auch eine breitere Strecke hat."
Ralf Schumacher

Den Hockenheimring kennt Schumacher eigentlich in- und auswendig. Aber es ist ein Riesenunterschied, ob man im Formel-1-Boliden oder im DTM-Renner über den Kurs rast. "Die Bremspunkte, die ganze Kurvenlinie ist anders, die Beschleunigung sowieso, aber das liegt ja generell an der Leistung und am Gewicht", berichtete der 32-Jährige. "Auch die Kurvengeschwindigkeiten sind anders. Das ist einfach, als müsste ich auf dieser Strecke noch einmal neu Autofahren lernen. Man kann die Kurven ganz anders wählen, weil man auch eine breitere Strecke hat. Man kann in der DTM wesentlich mehr über die Randsteine fahren als ich das gewohnt bin. Ich bin sowieso etwas überrascht. Eigentlich kann man die Strecke gleich verändern, weil selbst die Formel 3 sich da außen nicht mehr an die Streckenführung hält."

Einen Vorteil der DTM wusste Schumacher aber schon heute zu schätzen: Das Dach über dem Kopf. Im heutigen Regen wurde er "auf jeden Fall weniger nass" als im Formel-1-Boliden, "hundertprozentig dicht ist so ein Auto nicht, aber das ist schon ganz angenehm, gerade bei diesen Bedingungen. Vor allem konnten wir fahren, denn die Formel 3 musste ja abgesagt werden."

Stetige Steigerung

"Ein bisschen Übung hatten wir jetzt heute Nachmittag schon, da ging es dann zum Ende hin richtig gut."
Ralf Schumacher

Das Wetter gab Schumacher zudem die Gelegenheit, seinen Lernprozess fortzusetzen: "Es ist natürlich etwas ganz anderes, ein DTM-Auto im Regen zu fahren", erklärte er. "Man fährt eher eine Linie wie im Kartsport und da tu ich mich logischerweise noch ein bisschen schwer. Aber gut, ein bisschen Übung hatten wir jetzt heute Nachmittag schon, da ging es dann zum Ende hin richtig gut." Am Ende des Feldes landete er deshalb, "weil wir am Anfang, als die Strecke noch relativ schnell war, noch das Auto reparieren mussten von der Session davor." Die mit Getriebeschaden liegen gebliebene C-Klasse kam nämlich erst kurz vor dem zweiten Test zurück an die Box.

Etwas konstantere Bedingungen hätte sich Schumacher für seinen ersten DTM-Freitag schon gewünscht. Denn dann hätte er sich besser mit den Markenkollegen vergleichen können. "Normalerweise ist das ganz hilfreich", sagte der Neuling. "Vor allem, sich mit der Persson-Truppe zu vergleichen, weil Gary Paffett schon eine Messlatte ist bei den Jahreswagen."

Vielleicht hat Petrus morgen ja ein Einsehen: "Es wäre schön, wenn wir morgen konstante Bedingungen hätten, denn es ist für uns, die wir erst anfangen, so noch schwerer", wünscht sich Schumacher. "Und dann müssen wir sehen, wo man steht. Ob dieses Wochenende schon repräsentativ ist, weiß ich nicht, aber es ist schon mal eine Standortbestimmung."