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Schumacher: Prominenter Fahrschüler

12. April 2008 - 10:53 Uhr

Vom Grand-Prix-Sieger zum Rookie: Ralf Schumacher erzählt, wie er sich in die DTM einlernt und welche ungeahnten Sprachschwierigkeiten es geben kann

Ralf Schumacher und Norbert Haug
Der Rookie und sein Chef: Ralf Schumacher und Norbert Haug
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Elf Jahre Formel 1, sechs Grand-Prix-Siege - und jetzt wieder Fahrschüler. Ralf Schumacher wusste schon nach dem ersten DTM-Test, "dass ich keine Bäume ausreißen werde". Schritt für Schritt lernt sich der Mercedes-Promi in seinen neuen Job im Tourenwagen ein. So kann es ihm zum Beispiel noch passieren, dass er mit dem Gefühl, eine tolle Runde hingelegt zu haben, in die Box kommt - und dann beim Blick auf die Uhr feststellt, dass er eigentlich recht langsam war. Oder umgekehrt.

Er sei eben noch in der ersten "Fahrschulstufe", warf Schumacher grinsend ein: "Man ist einfach noch neu im Auto und fühlt noch nicht so, was man da tut. Man ist mit so vielen Dingen beschäftigt, dass man noch nicht wirklich fühlt, wie schnell man ist. Das ist die Erfahrung, die man sammeln wird."

Wann Jahreswagenfahren zum Vorteil wird

"Das Auto kennt man durch und durch. Die Spitzenfahrer haben es abgestimmt."
Ralf Schumacher

Völlig neu ist für den 32-jährigen Rookie auch die Abstimmungsarbeit in der DTM. So eine Mercedes-C-Klasse hat eben auch ganz andere Einstellungsmöglichkeiten als ein Formel-1-Bolide. "Es ist komplett anders", sagte Schumacher über die Arbeit am Set-Up. Er und Mücke-Teamkollege Maro Engel hätten allerdings im Jahreswagen einen wichtigen Vorteil: "Das Auto kennt man durch und durch. Die Spitzenfahrer haben es abgestimmt. Die Reifen haben sich nicht geändert, die Strecken haben sich nicht geändert, die Autos auch nicht. Von daher gibt es gewisse Richtlinien, nach denen wir uns gut richten können und so wird es speziell mir ein bisschen leichter gemacht. Wir sind ja doch zwei Anfänger in einem Team und da ist das schon sehr gut."

Und notfalls stehen ja auch noch die Kollegen mit Rat und Tat zur Seite. "Die Kommunikation läuft intern bei Mercedes sowieso zwischen allen sehr gut. Als Fahrer kann man sich allerdings selten Hilfe holen. Man sich Videos holen, um Linien anzuschauen, wenn man ein Problem in einer Kurve hat. Aber klar kann ich zu Bernd Schneider oder Bruno Spengler gehen, da bekomme ich auch eine Antwort. Sie sind sehr hilfsbereit."

Wie hieß noch mal das Ding am Auto?

"Ich erwische mich auch immer selbst dabei, dass es mir schwer fällt, banale Dinge auf Deutsch zu sagen."
Ralf Schumacher

Wenn Schumacher an diesem Wochenende mit seinen Ingenieuren Set-Up und Taktik bespricht, kann es allerdings zu ganz anderen Problemen kommen. Wer nach elf Jahren in der englischsprachigen Formel 1 zurückkommt in eine deutsche Serie, steht nämlich plötzlich vor unerwarteten Sprachbarrieren.

"Die meisten Begriffe kenne ich nicht auf Deutsch", so Schumacher grinsend. "Das ist wirklich ein Problem. Aber ich werde mich schon daran gewöhnen. Teilweise benutze ich einfach englische Begriffe, um das Auto zu erklären, weil ich es einfach so gewohnt bin. Ich erwische mich auch immer selbst dabei, dass es mir schwer fällt, banale Dinge auf Deutsch zu sagen. Da frage ich dann immer meinen Ingenieur 'Mensch, wie heißt das jetzt noch mal auf Deutsch?'" Aber selbst Begriffe wie Drosselklappe, Bremssattel, Heckflügelprofil, Ansaugkanal oder Trimmleiste werden ihm irgendwann locker über die Lippen kommen.