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Schumacher: "Eine kleine Steigerung"

20. April 2008 - 19:20 Uhr

Ralf Schumachers erste Top-10-Platzierung: Nach Feindberührungen, Fights und ein paar haarigen Situationen kam er im Oschersleben auf Rang zehn

Ralf Schumacher
Ralf Schumacher fuhr in seinem zweiten DTM-Rennen auf Rang zehn
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ralf Schumachers Leistungskurve in der DTM zeigt konstant nach oben. Startplatz 15 in Hockenheim, Pltz 14 im Hockenheim-Rennen, Startplatz 13 in Oschersleben und Platz zehn im Rennen - es geht stetig bergauf für den prominenten Mercedes-Neuzugang. Schumachers Fazit nach der ersten Top-10-Platzierung: "Es war eine kleine Steigerung." Dabei erlebte Schumacher teils ruhige, teils aber auch turbulente 44 Runden in der Magdeburger Börde.

Den Start bekam er noch gut hin, aber in der zweiten Kurve krachte es. "Maro Engel ist in Mathias Lauda rein gefahren und der hat mich dann am Heck erwischt", berichtete Schumacher. Dadurch verlor der Mercedes-Star drei Positionen. In der Folge habe dann aber er "durch Unfälle und so weiter ein bisschen profitiert - es war also auch ein bisschen Glück dabei." Im mittleren Stint sei er mit seiner Pace "nicht ganz so happy" gewesen, zum Ende des Rennens hin sei es aber wieder besser gewesen. "Ich freue mich für das Team, dass wir den Platz eingefahren haben", so Schumacher. "Man kann bei dem Chaos natürlich von Glück reden, aber auf der anderen Seite scheinen wir alles richtig gemacht zu haben, denn sonst hätten wir auch drin stecken können."

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Tatsächlich konnte sich Schumacher - bis auf wenige Ausnahmen - aus den Drängeleien auf der Piste heraushalten. "Man versucht schon anzugreifen, aber man will ja das Auto heil lassen", sagte er. "Mit einem demolierten Auto durch die Gegend zu fahren ist ja auch nicht so perfekt. Aber man kann es leider nicht immer planen, weil man ja nicht immer selbst dafür verantwortlich ist. Es war jetzt aber keine spezielle Taktik von mir, dass ich versucht habe, mich aus allem rauszuhalten."

Duelle gegen Kristensen und Schneider

Ralf Schumacher und Tom Kristensen
Tom Kristensen klebt am Heck von Ralf Schumacher
© xpb.cc

Zu den wenigen Ausnahmen gehörten auch zwei heiße Positionskämpfe. Zunächst gegen Tom Kristensen, den er dann allerdings ziehen lassen musste. "Ich habe versucht ihn aufzuhalten", sagte Schumacher über das Duell. "Im Nachhinein war das vielleicht nicht ganz so clever, weil wir dadurch beide langsam waren. Aber so ist das eben - ein Rennfahrer versucht, seine Position zu halten."

So ging es ihm auch, als er kurz vor Rennende noch von seinem Mercedes-Kollegen Bernd Schneider angegriffen wurde. Lehrling gegen Rekordchampion: "Es war sicherlich haarscharf", so Schumacher. "Ich wollte natürlich meinen Platz nicht hergeben und Bernd wollte dann noch irgendwie über die Wiese fahren. Das hat leider für ihn nicht geklappt - zum Glück für mich, aber ihn hat es noch einen Platz gekostet."

Beim Crash in der ersten Reihe

"Als Tom raus fuhr und Maro seine Linie und seinen Speed beibehalten hat, habe ich schon gesehen: Oh, oh, das gibt Bowling."
Ralf Schumacher

Haarscharf wurde es auch für Schumacher, als direkt vor ihm Kristensen ins Schleudern kam und in Maro Engels Mercedes krachte - Schumacher konnte dem Unfall gerade noch ausweichen: "Ich hatte da die besten Kinokarten. Es war abzusehen. Als Tom raus fuhr und Maro seine Linie und seinen Speed beibehalten hat, habe ich schon gesehen: Oh, oh, das gibt Bowling. Ich selbst hatte dann noch Glück und bin über keine Teile gefahren. Es war natürlich schade für Maro, der auch ein super Rennen gefahren ist."

Die Folge dieses Crashs war eine Safetycar-Phase, in der Schumacher wieder den Anschluss nach vorn fand. Vor ihm tobten heiße Positionskämpfe der Audi-Piloten. Wären zwei davon ausgefallen, hätte der Lehrling sogar Platz acht und seinen ersten Punkt holen können. "Es war interessant anzuschauen", berichtete er. "Es war sehr knapp mit Mattias, Alexandre Prémat hatte es auch sehr eilig, dann kam Frau Legge noch dazwischen. Es hätte vielleicht noch etwas passieren können. Auf der anderen Seite war vorne an meinem Auto etwas, vielleicht hatte ich mir an einem Randstein den Splitter beschädigt. Also war ich froh, dass ich meine Position überhaupt halten konnte."

Viele Manöver und fliegende Teile "grenzwertig"

"Das endet dann doch meistens mit dem Verlust irgendwelcher Teile."
Ralf Schumacher

Dass es zahlreiche Überholmanöver gab, obwohl Oschersleben eigentlich als "überholfeindlich" verschrien ist, erklärte der Mercedes-Pilot so: "Hier ist der Reifenabbau sehr groß, vor allem hinten, die Strecke ist sehr kurvig, da ist die Fehlerquote einfach höher und dadurch gibt es natürlich auch die Überholmanöver. Und je nachdem, wer wann mit welchen Reifen fährt, sind die Unterschiede zwischen den Autos natürlich auch recht groß und da entsteht schon die eine oder andere Möglichkeit. Aber das endet dann doch meistens mit dem Verlust irgendwelcher Teile."

Viele Manöver und fliegende Teile im Rennen, das war für Schumacher heute dann doch fast ein bisschen zuviel: "Die Strecke lädt dazu ein. Es ist wesentlich enger und die Leute versuchen es doch immer wieder. Das ist halt der Nachteil im Tourenwagen, dass man sich doch leichter tut, alles zu versuchen. Es macht schon Spaß, aber wenn es dann ausartet und so wie heute nur noch Teile fliegen, ist es schon eher grenzwertig. Ich denke, für den Zuschauer war es gut, es war ein spannendes Rennen, aber es war schon auch grenzwertig."

Bilanz und Ausblick

"Ich war auch ständig irgendwo im Verkehr."
Ralf Schumacher

Schumacher hat sein zweites DTM-Wochenende absolviert. Wie lautet seine Oschersleben-Bilanz? "Das Qualifying war sicherlich okay. Das Rennen war in den ersten Runden ganz gut, aber dann war ich nicht ganz so zufrieden mit der Balance. Zum Ende hin wurde es dann wieder besser. Aber ich war auch ständig irgendwo im Verkehr. Es ist schade - wenn man in den zweiten Kurve durch einen leichten Rempler wie ich gleich drei Positionen verliert, dann ist es sehr schwer, die wieder gutzumachen. Dann ist man in einem Pack drin, das im Qualifying auch schon etwas langsamer war und verliert den Anschluss."

Jetzt kann der Mercedes-Neuzugang die Erkenntnisse des Saisonauftakts erst einmal wirken lassen, dann geht es zur nächsten Aufgabe: "Mugello ist die schnellste Strecke im Kalender, das wird für mich noch einmal eine Herausforderung", blickte er voraus auf das nächste Rennen. "Ich habe dort testen dürfen. Schauen wir mal, es wird sicherlich spannend werden. Wir sind jetzt mit Mercedes im Rennen ein Stück näher dran gewesen und hoffen natürlich, dass wir den Trend in Mugello fortsetzen können."

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