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Nur gucken - nicht anfassen!

27. April 2008 - 19:31 Uhr

Die DTM-Rennen sind durch das neue Reglement durchsichtiger geworden - aber verlieren sie jetzt an Spannung?

Oschersleben
Sich nah zu kommen ist okay, zu nah zu kommen in dieser Saison nicht mehr
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die ITR hatte vor dem Saisonstart einige Reglementsänderungen zu Gunsten der Fans und Zuschauer vorgenommen. Die Einführung des Boxenstoppfensters hat den Rennverlauf drastisch verändert. Da die Fahrer nur noch zwischen bestimmten Runden in die Box dürfen, ist die Strategie stark eingeschränkt. Allerdings sind die Fahrer mit dem Fenster schon einverstanden, da die Fans den Rennverlauf besser nachvollziehen können.

Aber die Rennleitung hat die Fahrer auch darauf aufmerksam gemacht, dass sie bei Berührungen genauer hinschaut und dementsprechende Strafen ausspricht. Auf dem Hockenheimring bekam das gleich Markus Winkelhock zu spüren. Er bekam nach einer Berührung mit einem Markenkollegen eine Verwarnung, über die sich sogar das Team des Betroffenen wunderte. "Wenn jeder denkt 'jetzt überhole ich lieber nicht, nicht dass ich eine Strafe bekomme' ist das für den Sport auch das Falsche", sagte Winkelhock gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Angst vor Bestrafung

Die Folge ist, dass sich viele Fahrer nicht mehr trauen, ihren Konkurrenten zu überholen, aus Angst vor einer Bestrafung. Sie fahren lieber einen Punkt weniger ein und bleiben dafür im Rennen. Da durch das Boxenstoppfenster eine weitere Strategiemöglichkeit wegfällt, wird es für Teams und Fahrer immer schwerer, nach vorne zu kommen. Darüber ärgert sich auch Gary Paffett: "Dazu kommt das neue Reglement, das auch noch fast jeden Rempler verbietet. Die Autos liegen so nah beieinander. Ich war auf der Geraden nicht schneller als irgendein anderes Auto, wie hätte ich da überholen sollen? Das geht nur noch, wenn einer einen Fehler macht. Selbst wenn man auf ein wesentlich langsameres Auto aufläuft, dauert es drei oder vier Runden, bis man vorbei ist."

Dass es in Oschersleben zu einigen Überholmanövern kam, hatte eher mit dem Getümmel während der Startphase zu tun. Davon ist auch Paul di Resta überzeugt: "Das war kein echtes Racing. Es kam nur zu so vielen Überholmanövern, weil die Fahrzeuge beschädigt waren."

In Oschersleben wurden von der Rennleitung einige Durchfahrtsstrafen verteilt, die allerdings gerechtfertigt waren, da in diesen Fällen Konkurrenten umgedreht oder deren Fahrzeuge beschädigt wurden. Das bestätigt auch 'Motorsport-Total.com'-Experte Christian Abt: "Ich finde das schon richtig so, dass sie da heuer mal richtig knallhart durchgreifen und jedes Vergehen bestrafen. Bis jetzt ist nichts Unfaires dabei gewesen, ob das jetzt bei Audi oder Mercedes war. Es war sehr ausgeglichen von der Rennleitung."

Viele Fans bevorzugen auch gerade wegen des sogenannten Lackaustauschs den Tourenwagensport. Bei Formelrennen können Berührungen lebensgefährlich sein. Die DTM muss aufpassen, dass sie die auf der einen Seite geschaffene Fanfreundlichkeit auf der anderen Seite nicht wieder verliert.

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