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Der "Fall Schumacher": Audi kritisiert Mercedes

01. Februar 2008 - 14:48 Uhr

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich betont, dass er nie Interesse an Ralf Schumacher hatte, und stichelt gegen die Personalpolitik von Mercedes

Wolfgang Ullrich
Wolfgang Ullrich rückt lieber die Technik in den Vordergrund als die Stars
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Ralf Schumacher hängt noch in der Warteschleife, und trotzdem sorgt er in der DTM für reichlich Unruhe. Audi setzt im Gegensatz zum Rivalen Mercedes nicht auf Stars und kritisiert die Personalpolitik der Stuttgarter: "Bei uns stehen der Sport, die technischen Inhalte und das Produkt A4 im Vordergrund. Möglicherweise haben wir damit eine andere Philosophie als andere", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich und stichelte gegen die Silberpfeile: "Für Schlagzeilen allein gibt es keine Punkte."

Die Ingolstädter sind davon überzeugt, in diesem Jahr auch ohne einen Superstar wie Schumacher gut über die Runden zu kommen. Angst, in der Publikumsgunst klar im Schatten von Mercedes zu stehen, hat bei Audi niemand. Der in der Formel 1 ausgemusterte Schumacher sei seinem Team auch nicht vor der Nase weggeschnappt worden, meint Ullrich und wehrt sich gegen entsprechende Unterstellungen.

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Kein Interesse an "Schumi II"

"Es gab weder Gespräche noch Verhandlungen."
Wolfgang Ullrich

Es habe bei Audi kein Interesse an einer Verpflichtung von Schumacher gegeben. Ullrich: "Demzufolge auch weder Gespräche noch Verhandlungen." Angeblich soll den Ingolstädtern aber vor allem die Jahresgage von geschätzten 2,5 Millionen Euro für "Schumi II" ein Dorn im Auge gewesen sein. Hinzu kamen die schlechten Erfahrungen mit Heinz-Harald Frentzen, der sich in der DTM blamierte und als teurer Fehleinkauf entpuppte.

Laut Ullrich sei Rennsport eine besonders ehrliche Form der Werbung. Man engagiere sich aber auch, um den Audi-Slogan "Vorsprung durch Technik" auf den Rennstrecken zu demonstrieren: "Wir möchten zeigen, dass wir die beste Technik, die besten Teams und die besten Fahrer bei uns haben." Und dazu braucht man keinen Ralf Schumacher. In Mattias Ekström habe man einen Ausnahmerennfahrer unter Vertrag, der gerade erst zum zweiten Mal in Folge das Race of Champions gewonnen und dabei Michael Schumacher besiegt habe, so der Audi-Sportchef.

Ekström habe sich mit Audi in der DTM zu einem international bekannten Star entwickelt. Der Schwede gewann in der vergangenen Saison seinen zweiten Titel in der populärsten Tourenwagenserie Europas nach 2004. "Und Tom Kristensen ist mit sieben Siegen der König von Le Mans und genießt nicht nur in seiner Heimat Dänemark eine enorme Popularität", sagt Ullrich.

Ullrich steht hinter seinen Fahrern

"Sie alle sind durch ihre großen Leistungen für uns bereits Stars."
Wolfgang Ullrich

Außerdem gehören Martin Tomczyk, Mike Rockenfeller, Alexandre Prémat, Timo Scheider und Markus Winkelhock zum Audi-Fahreraufgebot für 2008. Mit Blick auf den Rivalen Mercedes kann sich Ullrich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Sie alle sind durch ihre großen Leistungen für uns bereits Stars."

Ullrich weiß aber auch, dass seine Fahrer nicht annähernd die Beachtung finden, die einem Ralf Schumacher zuteil wird. Doch das Audi-Konzept sei ein anderes: "Dazu gehört auch, keine Stars von anderen Herstellern zu holen. Wir wollen und werden eigene Stars konsequent aufbauen", meinte Ullrich und stichelte abermals gegen Mercedes: "Audi-Fahrer sollen durch sportliche Leistungen für Schlagzeilen sorgen."

Audi habe keine Angst vor großen Namen, versicherte Ullrich, und bis auf Frentzen habe man mit Stars nur gute Erfahrungen gesammelt: "Ob Michèle Mouton, Walter Röhrl oder Hans-Joachim Stuck, um nur drei zu nennen - sie alle haben sich sehr wohl in unserem Team gefühlt", sagte Ullrich. Für ihn sei entscheidend, eine besonders schlagkräftige und gewachsene Audi-Fahrermannschaft zu haben. Das sei ein wichtiger Baustein für den DTM-Meistertitel: "Ich habe größtes Vertrauen in unsere Piloten."