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Rockenfeller: Recht zufrieden mit dem Lernjahr

15. November 2007 - 10:19 Uhr

Exklusiv-Interview mit Mike Rockenfeller: In Teil 1 spricht der Audi Pilot über seine Debüt-Saison, Highlights und Erfahrungen sowie Änderungen im Reglement

Mike Rockenfeller
Audi Pilot Mike Rockenfeller kam auf Anhieb gut in der DTM zurecht
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Mike, was war dein Saisonhighlight? Der dritte Platz in Oschersleben?"
Mike Rockenfeller: "Ja, absolut. Vom Ergebnis her war das ohne Frage mein Saisonhighlight, schließlich war es mein bestes DTM-Ergebnis in diesem Jahr. Aber auch das gesamte Wochenende war sehr gut. Es war erst das zweite Wochenende der Saison, ich war in jeder Trainingssitzung ganz vorn mit dabei, im Qualifying bin ich ganz knapp an der Pole vorbeigeschrammt und von daher war es ein ziemlich perfektes Wochenende. Mit einer etwas glücklicheren Strategie wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Aber zu dem Zeitpunkt war es natürlich super."

Frage: "Und wie fällt die allgemeine Bilanz deiner Debüt-Saison in der DTM aus?"
Rockenfeller: "Naja gut, ich hätte mir schon ein paar Punkte mehr erhofft, aber als Vorjahreswagenfahrer muss man sich natürlich auch öfter einmal in den Dienst der Marke stellen. Das eine oder andere Rennen hätte vielleicht von der Platzierung her auch ein bisschen anders ausgehen können. Aber trotzdem muss ich sagen, dass ich insgesamt recht zufrieden bin. Ich glaube, dass ich zeigen konnte, dass ich den Speed habe."

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"Aber in der DTM ist es sehr schwierig und sehr eng. Und wenn dann nicht alles stimmt oder man nicht das Topauto hat, dann ist es natürlich schwierig, konstant unter die ersten Fünf zu fahren. Das habe ich allerdings auch nicht erwartet und deshalb bin ich nicht enttäuscht, sondern recht zufrieden. Ich hätte mir zwar am Ende in der Meisterschaft ein besseres Ergebnis erhofft, aber ich habe dieses Jahr sehr viel gelernt und das ist eine gute Basis für das nächste Jahr."

Jahreswagenpiloten und die Strategie

"Ich war im ersten Jahr und habe kein Problem damit, dass das eine oder andere Rennen für mich nicht ganz optimal gelaufen ist."
Mike Rockenfeller

Frage: "Thema Jahreswagen: Es wurde schon sehr viel darüber gesprochen, dass die Jahreswagen für taktische Schachzüge genutzt werden. Wie fühlt man sich als Fahrer, wenn man weiß, dass man eigentlich auf einem guten Kurs wäre, aber aus strategischen Gründen erst später zum Stopp darf - was ja in der DTM eher ein Nachteil ist?"
Rockenfeller: "Das habe ich ja vorher schon gewusst, dass das in der DTM vom Reglement her möglich ist. Dann ist ja auch klar, dass beide Hersteller versuchen, das so gut es geht zu nutzen. Wir als Vorjahreswagenfahrer haben nun einmal nicht die Chance, mit unserem Fahrzeug um die Meisterschaft zu kämpfen. Natürlich will man trotzdem immer für sich das Beste rausholen, aber das ist nun einmal so. Ich war im ersten Jahr und habe kein Problem damit, dass das eine oder andere Rennen für mich nicht ganz optimal gelaufen ist. Denn dafür konnte ich helfen und das war dann wichtiger. Aber ich glaube, dass es nicht mehr so möglich sein wird, wenn man ganz einfach das Reglement ändert. Das wäre - glaube ich - für alle besser."

Frage: "Du sprichst dich also auch für Reglementänderungen aus?"
Rockenfeller: "Ja, absolut. Ich denke, dass man auf der Strecke mehr Rennen, mehr Überholmanöver und weniger taktische Spielchen sehen will. Und so wie das Reglement jetzt ist - in Verbindung mit einem Reifen, der sehr konstant ist - konnte man eben die verrücktesten Strategien fahren. Dementsprechend war das Feld oft auseinandergezogen und ich denke, dass es für die Zuschauer oft schwer zu erkennen war, wer denn nun wirklich der Führende ist. Um das transparenter zu machen, ist es besser, wenn man erkennen kann, dass der, der vorn fährt auch wirklich der Führende ist."

"Ein Boxenstoppfenster könnte eine Lösung sein."
Mike Rockenfeller

Frage: "Wären die vieldiskutierten Boxenstoppfenster sinnvoll oder hast du andere Vorschläge?"
Rockenfeller: "Ich denke schon, dass das helfen würde. Um zu sagen, wie man das genau machen muss, wäre ich der falsche Ansprechpartner, aber um das Rennen besser zu machen, kann man immer über Veränderungen nachdenken. Und ein Boxenstoppfenster könnte eine Lösung sein."

Eingewöhnung ging schnell

Frage: "Kommen wir zurück zu deiner Saison. Wie lang hat es gedauert, bis du dich vom Sportwagen auf den DTM-Tourenwagen umgewöhnt hast? Den dritten Platz hast du ja schon im zweiten Rennen geholt..."
Rockenfeller: "Ehrlich gesagt, hat es gar nicht so lang gedauert. Natürlich habe ich auch den einen oder anderen Fehler gemacht oder war nicht richtig mit mir zufrieden, aber es war ein neues Umfeld und ein anderes Format, und da dauert die Eingewöhnung immer ein bisschen. Ich denke, dass man immer etwas lernt, auch wenn man keine direkte Verbesserung merkt. Aber nach diesem Winter nun, in dem ich mich voll vorbereiten kann und weiß, was auf mich zukommt, werde ich schon anders in die kommende Saison gehen, als es dieses Jahr der Fall war."

"Aber es war schon so, dass ich bereits im zweiten Rennen gut dabei war. Es ist auch kein Geheimnis, dass das 06er Auto nicht gerade einfach abzustimmen ist, und wenn wir das Auto gut hinbekommen haben, dann war ich auch schnell. Es gab also nicht die große Eingewöhnungsphase, ich habe recht schnell den Speed gefunden und verstanden, wie man das Auto fahren muss."