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Von Fahrwerkssensoren und Steuergerätesignalen

07. Juli 2007 - 09:59 Uhr

Die Ingenieure des Audi Sport Teams Rosberg erläutern für 'Motorsport-Total.com', wie die Auswertung der vielen Daten in der DTM funktioniert

Datenübertragung DTM
Bei Audi Sport sind alle Rechner der Teams miteinander verbunden
© Audi

(Motorsport-Total.com) - In der Formel 1 ist ein Team dank Telemetrie in jedem Sekundenbruchteil darüber informiert, was im Fahrzeug draußen auf der Strecke vor sich geht. In der DTM ist dieser Datentransfer vom fahrenden Auto zur Box verboten. Statt Telemetrie gibt es hier ein Datenaufzeichnungsgerät im Fahrzeug, das die Daten speichert.

Nach jedem Outing, außer unter Parc-Fermé-Bedingungen nach Qualifikation und Rennen, wird die Speicherkarte entfernt und die Daten werden ausgelesen. Das sind die unterschiedlichsten Daten: "Das sind zum einen die reinen Daten der Fahrwerkssensoren - also Federwege, Querbeschleunigung und Längsbeschleunigung", erklärt Marcello di Fina, der Datenerfassungsingenieur von Lucas Luhr beim Audi Sport Team Rosberg.

Wichtig sind die so genannten Fahrereingaben, also etwa wann und wie der Fahrer lenkt oder wie er die Drosselklappe betätigt, die Bremsdrücke werden aufgezeichnet, die Gangstellung, Motordrehzahl und Fahrzeuggeschwindigkeit. "Temperaturen und Drücke, speziell im Bereich Antriebsstrang, werden mit auf die Speicherkarte geschrieben", fährt di Fina fort. "Ebenso werden der Zustand des Steuergeräts und des Motors mit gespeichert, damit die Motoreningenieure sehen können, wie gut das Motorsteuerungsprogramm funktioniert."

Teamarbeit auch bei der Datenanalyse

Das Besondere: Alle Rechner der Audi Werksteams sind miteinander vernetzt und jeder kann auf die Daten der anderen Teams und Fahrer zugreifen, um sich als Mannschaft gemeinsam weiter zu verbessern.

"Das sind so viele Parameter, die da zur Verfügung stehen."
Karl Jennings

Sobald die Daten nach dem Outing ausgelesen sind, beginnt Luhrs Fahrzeugingenieur Karl Jennings mit der Auswertung: "Da werden Daten und Fahrer verglichen, wer schneller ist und warum, wer bremst früher, wer später, wer gibt besser Gas, wer lenkt früh ein, wer später - das sind so viele Parameter, die da zur Verfügung stehen", so Jennings. Dazu bekommt er das Feedback vom Dateningenieur, "zum Beispiel wo die Geschwindigkeit fehlt und in welcher Kurve das Auto im Vergleich langsamer wird. Dementsprechend kann ich dann Änderungen am Fahrzeug vornehmen."

Und diese Änderungen werden schnell vorgenommen. Wie lange dauert es, bis die Daten ausgelesen und das Auto neu eingestellt wurde? "Eine Minute etwa", antwortet Jennings. "Je nachdem, was der Fahrer mir berichtet, mache ich mir meine Gedanken über das Auto. Das kombiniere ich dann mit dem Feedback des Dateningenieurs. Wenn ein Fahrer zum Beispiel sagt, dass er Untersteuern hat, muss man wissen, was für ein Untersteuern es genau ist, wo es stattfindet und warum es produziert wird. Es gibt da hunderte von Parametern und man hat manchmal wenig Zeit, um eine Entscheidung zu treffen."

Piloten vergleichen sich untereinander

Die Piloten selbst geben nicht nur ihre Beobachtungen beim Fahren weiter, sondern sie sehen sich die Daten nach jedem Outing ebenfalls genauestens an. Während das Team am Auto arbeitet, bekommen sie einen Ausdruck oder können am Monitor die Daten studieren. Welche Runde welches Piloten sie auch immer sehen wollen.

"Die Fahrer sind sehr geschult im Analysieren von bestimmten Sensoren, nämlich die, die sie selbst betreffen, die Fahrereingaben", berichtet Dateningenieur di Fina. "Das ist praktisch ein Standardausdruck den wir machen. In diesem Vergleich sieht man die Geschwindigkeit, die Bremsdrücke, die Gaspedalstellung und die Lenkradwinkelstellung. Die Piloten von Audi Sport sehen sich das sehr konzentriert an und vergleichen, wer sich von ihnen an welcher Streckenstelle wie verhält."

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