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Haug: "Das war nicht mehr im Limit"

29. Juli 2007 - 16:43 Uhr

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war vor allem sauer über das Manöver von Scheider gegen Schneider: "Können damit leben, zu verlieren, aber nicht so"

Hans-Jürgen Mattheis, Norbert Haug
Hans-Jürgen Mattheis und Norbert Haug hatten reichlich Gesprächsstoff
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der Ärger war Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug schon während des Rennens anzusehen und er war auch nach dem Zieleinlauf nicht verraucht. Zu oft waren seine Piloten seiner Meinung nach im Rennen von der Audi-Konkurrenz angerempelt worden. Konkret ging es um Bruno Spengler, der lange auf Podestkurs lag und Fünfter wurde und um Bernd Schneider, der nach einem Kontakt mit Tom Kristensen nur Zwölfter wurde. Im Kampf um die Meisterschaft ging der Saarländer damit erneut leer aus.

"Jeder weiß, was mit unserem Meisterschaftsführenden Bernd Schneider in Mugello passiert ist, da haben wir nichts gesagt", begann Haug sein Statement. Zur Erinnerung: Schneider war in Mugello direkt nach dem Start von einem Audi gerammt worden und war im weiteren Rennverlauf wegen Untersteuerns nicht mehr konkurrenzfähig.

Umstrittener Fight: Scheider kontra Spengler

Heute habe sich das fortgesetzt, so Haug: "Bruno war in der Position, auf Platz zwei zu fahren und wurde dann in der Boxengasse gerammt, Bernd wurde in der Tarzanbucht gerammt und wenige Runden vor Schluss wurde Bruno wieder angerempelt." In diesem Fall konkret von Timo Scheider, der sich damit schließlich an Spengler vorbei schob auf Rang drei. "Das war für mich nicht mehr im Limit", so Haug. "Harte Fights sind für mich absolut in Ordnung, aber einen erst anzurempeln und dann in einer Rechtskurve zu rammen, das ist sicherlich nicht das, was wir als Mercedes-Benz sehen möchten. Wenn man sich unsere Geschichte anschaut, dann kann man da solche Vorfälle nicht finden."

Und auch wenn die Rennleitung zu dem Schluss kam, dass das Manöver in Ordnung war, will Haug das nicht einfach so stehen lassen: "Ich möchte da keine große Welle daraus machen, aber ich halte es grundsätzlich nicht für richtig, so zu fahren", sagte der Schwabe. Und weiter: "Und wir wollen auch nicht dazu gezwungen werden, so etwas zurückzuzahlen. Man kann sich nur entscheiden, ob man es mit den gleichen Mitteln zurückzahlt - und das ist glaube ich nicht, was wir wollen - oder muss man andere Entscheidungen treffen. Ich denke, dass das nicht in Ordnung war, mehrere Dinge waren heute nicht okay."

"Ich weiß, wie man verliert"

Als einfach nur schlechter Verlierer möchte Haug dabei nicht da stehen: "Ihr kennt mich als jemanden, der gewinnen will, aber auch weiß wie man verliert und der in der Vergangenheit schon verloren hat. Wir haben sehr viele Erfolge in der DTM geholt und wenn wir mal nicht gewinnen sollten, ist das auch okay." Und weiter: "Wir können damit leben, geschlagen zu werden, aber nicht damit, wenn es unter solchen Bedingungen geschieht."

Nicht mehr in Ordnung waren seiner Meinung auch die Aktionen kurz vor dem Ziel, als Alexandre Prémat Martin Tomczyk und Timo Scheider Mattias Ekström vorbei ließen. "Wir hätten heute auch für Bernd die Positionen tauschen können, aber das ist nicht das, was wir wollen", so Haug. "Man hat auch gehört, wie die Zuschauer reagiert haben, und das waren nicht nur ein paar. Meine Meinung dazu ist, dass das viel zu viel war heute und nicht in Ordnung." Ekström konterte darauf übrigens gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Das haben wir in den vergangenen Jahren bei Mercedes gelernt."

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