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DTM-Reglement 2015

Stand Mai 2015

Sportliches Reglement

Wertungen
In der DTM gibt es drei Jahreswertungen. Der Titel "DTM-Champion" wird an den Fahrer vergeben, der die höchste Punktzahl erreicht hat. Der Titel "DTM-Team-Champion" wird an das Team vergeben, dessen zwei Fahrer in der Addition die meisten Punkte haben. Für den Titel "DTM-Marken-Champion" zählen jeweils die sechs besten Fahrer einer Marke, die sich unter den besten Zehn eines Rennens platziert haben.

Qualifying
Für die DTM-Saison 2015 gibt es ein neues Qualifyingformat. Vor beiden Rennen gibt es ein jeweils 20-minütiges Zeittraining. Der Fahrer kann selbst entscheiden, wann er wie viele Runden absolviert und wie viele der vorhandenen Reifensätze er benutzt. Die Pole-Position erhält der Pilot mit der schnellsten Rundenzeit.

Start
Beide Rennen werden stehend gestartet. Die Startaufstellung erfolgt in versetzten Startreihen und ergibt sich aus dem Ergebnis des jeweiligen Zeittrainings. Vor dem Start wird eine Einführungsrunde absolviert, bei der die Rennwagen in der Reihenfolge der Startaufstellung eine Runde vor dem offiziellen Rennstart um den Kurs fahren. Die Fahrer bringen dabei ihre Reifen und Bremsen auf Betriebstemperatur. Überholen ist verboten. Kameras überwachen jeden einzelnen Startplatz, um Frühstarts zu erkennen. Diese werden mit einer Drive-Through-Strafe belegt.

Rennen
Pro Wochenende werden zwei Rennen absolviert. Bei beiden Läufen wird die gleiche Punktzahl vergeben. Das Rennen am Samstag dauert 40 Minuten plus eine Runde und es muss kein Pflichtboxenstopp absolviert werden. Am Sonntag beträgt die Renndauer 60 Minuten plus eine Runde und es muss ein Pflichtboxenstopp, bei dem alle vier Räder gewechselt werden, absolviert werden.

Safety-Car
Das Safety-Car wird eingesetzt, um Rennabbrüche zu vermeiden. Wenn die Anweisung zum Einsatz des Safety-Cars gegeben wird, zeigen alle Streckenposten bis zum Ende des Einsatzes geschwenkte gelbe Flaggen und ein Schild "SC". Das Safety-Car fährt mit eingeschalteten Leuchten auf die Strecke und setzt sich vor das führende Auto. In der Runde, in der das Safety-Car wieder in die Boxengasse eingibt, werden die gelben Blinklichter ausgeschaltet. Nach dem Überfahren der Ziellinie und dem Zeigen der grünen Flagge ist das Rennen wieder freigegeben. Überholen und das Absolvieren von Pflichtboxenstopps während der Safety-Car-Phase sind verboten.

DRS
Das Drag-Reduction-System (DRS) soll für eine kurzzeitige Erhöhung des Topspeeds sorgen und damit das hinterherfahrende Fahrzeug beim Überholvorgang unterstützen. Dafür klappt der Heckflügel um 18 Grad (bisher 16 Grad) nach unten und der Abtrieb verringert sich. Seit der DTM-Saison 2015 darf das System drei Mal pro Runde an beliebigen Stellen genutzt werden. Dafür darf der Abstand zwischen zwei Fahrzeugen nicht mehr als eine Sekunde betragen. Gemessen wird immer an der Start-Ziel-Linie. Um das Fahrzeug in Kurven stabil zu halten und um in Notfall den Abtrieb wieder aufzubauen, deaktiviert sich das System automatisch, wenn der Fahrer das Bremspedal betätigt oder die seitlichen G-Kräfte einen bestimmten Wert überschreiten.

Pflichtboxenstopps
Das Rennen am Samstag wird ohne Pflichtboxenstopp absolviert. Beim Lauf am Sonntag muss ein Pflichtboxenstopp absolviert werden, bei dem alle vier Reifen gewechselt werden müssen. Der Stopp muss im zweiten Renndrittel absolviert werden. Innerhalb einer Safety-Car-Phase sind keine Pflichtboxenstopps erlaubt. Wenn das Safety-Car die Strecke verlässt, haben die Piloten fünf Runden Zeit, ihren Stopp zu absolvieren. Das gilt auch, wenn die damit aus dem vorgegeben Fenster herausfallen. Seit der Saison 2012 ist aus Sicherheitsgründen das Nachtanken während des Rennens verboten.

Tempolimit in der Boxengasse
Während der gesamten Veranstaltung beträgt die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Boxengasse 80 km/h. Ausnahmen gibt es für besonders enge Boxengassen wie die am Norisring (nur 60 km/h).

Punktesystem
Für beiden Rennen wird die gleiche Anzahl an Punkten vergeben. Für die Plätze eins bis zehn werden Punkte nach folgendem Schema vergeben: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. Es gibt keine zusätzlichen Punkte für die schnellste Runde oder die Pole-Position und auch keine Streichresultate.

Parc Ferme
Mit dem Absolvieren der ersten fliegenden Runde im Qualifying unterliegen die Fahrzeuge den Parc-Ferme-Bestimmungen. Bis zum Rennstart dürfen keine Änderungen am Fahrzeug vorgenommen werden. Nach dem Rennen unterliegen alle in Wertung befindlichen Fahrzeuge den Parc-Ferme-Bestimmungen. Änderungen am Fahrzeug dürfen nicht vorgenommen werden. Zwischen Rennen eins und Rennen zwei müssen die Mechaniker eine festgelegt Ruhezeit einhalten. Währenddessen bleibt das Fahrzeug abgedeckt.

Performance-Gewichte
Seit der Saison 2014 kommen Performance-Gewichte zum Einsatz. Beim Auftakt starten alle DTM-Fahrzeuge mit einem Startgewicht von 1.120 Kilogramm. Abhängig von den Ergebnissen muss ein Pilot maximal 20 Kilogramm zuladen und darf höchstens 15 Kilogramm ausladen. Zwischen Rennen eins und zwei eines Wochenendes wird es keine Gewichtsveränderungen geben. Diese werden erst zur nächsten Veranstaltung angewendet. Die Verteilung der Performance-Gewichte wird wie folgt geregelt: Der Sieger eines Rennens und all seine Markenkollegen, die in den Top 10 ins Ziel kommen, müssen fünf Kilogramm mehr montieren. Die Markenkollegen des Siegers, die nicht unter den Top 10 ins Ziel gekommen sind, müssen zusätzlich 2,5 Kilogramm montieren. Für die Fahrzeuge der zweitbesten Marke eines Rennens bleibt das Gewicht unverändert. Die Fahrzeuge der drittbesten Marke eines Rennens, die in den Top 10 ins Ziel gekommen sind, müssen 2,5 Kilogramm weniger montieren. Die Markenkollegen, die nicht in den Top 10 waren, müssen beim nächsten Rennen fünf Kilogramm weniger mitführen. Sind bei einem Rennen alle drei Marken auf den Plätzen eins, zwei und drei vertreten, bleibt die Gewichtsverteilung unverändert. Die Ergebnisse der beiden Rennen werden gegeneinander aufgerechnet beziehungsweise addiert, finden aber erst beim nächsten Rennwochenende Anwendung.

Reifen
Jeder Fahrer hat für ein gesamtes DTM-Rennwochenende, bestehend aus Freiem Training, Qualifying und Rennen, nur eine bestimmte Anzahl an Trockenreifen und Regenreifen des Typs Hankook Ventus zur Verfügung. Die Reifen werden den Teilnehmern durch die Technischen Kommissare am Tag des Veranstaltungsbeginns zugelost. Seit dieser Saison gibt es keinen Optionsreifen mehr, alle Fahrzeuge werden mit dem Standartreifen ausgestattet. Für beide Qualifyings und Rennen stehen jedem Piloten vier Satz neuer Reifen zur Verfügung. Wann er diese einsetzt, ist ihm freigestellt.

Startnummern
Die Piloten durften vor der Saison ihre Startnummer frei wählen. Diese behalten sie während ihrer DTM-Karriere.

Funk
Fahrer und Teams dürfen während der gesamten Veranstaltung über Funk kommunizieren. Teilweise ermöglicht es die 'ARD' den Zuschauern live zu verfolgen, was per Funk besprochen wird. Verboten hingegen ist eine Datenübertragung während der Fahrt.

Unfalldatenschreiber
Alle Fahrzeuge der aktuellen Generation müssen mit einem Unfalldatenschreiber ausgerüstet sein. Die Teilnehmer sind verpflichtet, den Technischen Kommissaren jederzeit das Auslesen der Einheitsdatenschreiber zu ermöglichen.

Download Original-PDF Sportliches Reglement

Technisches Reglement

Chassis
Mit dem Kohlefaser-Monocoque ist ein Überrollkäfig aus hochfestem Stahl direkt verbunden.

Fahrwerk
Die DTM-Fahrzeuge verfügen über Einzelradaufhängung vorn und hinten und eine Doppelquerlenker-Aufhängung. Die Gasdruckstoßdämpfer sind einstellbar.

Getriebe
In der DTM ist nur eine einheitliche Getriebe-Differenzial-Einheit zugelassen, die von allen Herstellern genutzt wird.

Kraftübertragung
Alle Fahrzeuge sind heckangetrieben und verfügen über eine 4-Scheiben-CFK-Kupplung und ein sequenzielles 6-Gang-Getriebe.

Motoren
In der DTM sind nur V8-Motoren mit einem Zylinderbankwinkel von 90 Grad, maximal vier Litern Hubraum und maximal vier Ventilen pro Zylinder zugelassen. Das Ansaugsystem muss mit zwei Luftmengenbegrenzern mit maximal je 25 mm Durchmesser ausgestattet sein. Es gibt nur einen Ersatzmotor pro Hersteller pro Saison.

Kraftstoff
Es darf nur der für die jeweilige Veranstaltung vorgeschriebene Kraftstoff (ARAL Ultimate 102) verwendet werden. Der Tank fasst 118 Liter.

Aerodynamik
Alle DTM-Fahrzeuge sind mit einem einheitlichen Heckflügel ausgestattet: einem "Monowing" mit anlaminiertem Gurney-Flap. Die Neigung ist von 10 bis 20 Grad (Norisring 5 bis 20 Grad) einstellbar. Außerdem gibt es spezielle Diffusoren vorn und hinten, einen Unterboden mit 30 mm hohem Skidblock sowie zwei zulässige Bereiche (einer pro Seite) an der Fahrzeugvorderseite für Flaps.

Elektronik
Alle Hersteller, die in der DTM vertreten sind, arbeiten mit einem einheitlichen Motor-Steuergerät der Firma Bosch. Dieses können sie jedoch nach eigenen Vorgaben programmieren. Datenübertragung während der Fahrt ist nicht erlaubt.

Bremsen
Hydraulische Zweikreisbremsanlage, Leichtmetall-Bremssättel, innenbelüftete Kohlefaser-Bremsscheiben vorn und hinten. Die Bremskraftverteilung kann vom Fahrer stufenlos eingestellt werden. Alle drei Hersteller müssen die Kohlefaser-Bremsen, Bremsklötze und Bremssättel des Herstellers AP nutzen. Während einer Saison dürfen pro Fahrzeug jeweils drei Sätze Bremsscheiben für Vorder- und Hinterachse verwendet werden.

Reifen
Die Reifen werden exklusiv von Serienpartner Hankook geliefert. An der Vorderachse werden Pneus des Modells "Ventus" der Größe 300/680-18 aufgezogen, an der Hinterachse 320/710-18. Im Gegensatz zu den vergangenen beiden Jahren gibt es ab 2015 keinen Optionsreifen mehr. Ab dieser Saison stehen jedem Fahrer vier Satz Reifen für beide Qualifyings und beide Rennen zur Verfügung.

Lenkrad
Das Lenkrad kann persönlich angepasst werden. Geschaltet wird über Wippen am Lenkrad. Die Systeme, die über das Lenkrad gesteuert werden können, sind vorgegeben. So etwa die Betätigung des Sprechfunk-Gerätes, der Trinkflüssigkeitspumpe, des Geschwindigkeitsbegrenzers für die Boxengasse, des Wassersprühsystems zur Bremsenkühlung, der Scheibenwischer, des Anlassers sowie die Aktivierung von Leerlauf und Drag-Reduction-System.

Sicherheit
Den DTM-Fahrer umgibt im Cockpit eine innovative Kombination aus Einheitsmonocoque und -käfig. Jedes DTM-Fahrzeug ist zudem mit Crash-Strukturen an beiden Seiten sowie vorn und hinten ausgestattet, die bei einem Aufprall die Energie absorbieren sollen. Bereits seit 2002 ist das Tragen des HANS-Systems (Head-And-Neck-Support) Pflicht. Zudem verfügen die DTM-Boliden über eine abnehmbare Luke im Dach, über die Piloten im Falle eines Unfalls schonend geborgen werden können.

Gewicht
Das Gesamtmindestgewicht eines DTM-Boliden inklusive Fahrer, Rennbekleidung und Helm und zehn Kilogramm Performance-Gewicht beträgt 1.120 Kilogramm. Die Verwendung der Performance-Gewichte wird durch das Sportliche Reglement abhängig von den Ereignissen der Rennen festgelegt. Die Performance-Gewichte bestehen aus einheitlichen Ballast-Blöcken aus Wolfram mit einem Gewicht von je 2,5 Kilogramm, die im Fahrzeug an einer definierten Stelle im Unterboden (etwa auf Höhe der Fahrerfüße) montiert werden. Die Gewichtsveränderung kommt immer erst bei der nächsten Veranstaltung zum Tragen. Es gibt also keine Gewichtsveränderung zwischen Rennen 1 und Rennen 2 an einem Wochenende. Ein Fahrer darf maximal 15 Kilogramm ausbauen und muss höchstens 20 Kilogramm zuladen. Im Extremfall beträgt der Gewichtsunterschied vom leichtesten zum schwersten Auto 35 Kilogramm.

Dimensionen
Länge: 4.650 mm (ohne Heckflügel), Breite: 1.950 mm, Höhe: 1.150 mm, Radstand: 2.750 mm, maximale Spurweite: 1.950 mm

Download Original-PDF Technisches Reglement

 

 
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