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Sebastien Loeb: Rallycross und Rallye-Raid völlig konträr

Rallye-Legende Sebastien Loeb vergleicht die kurzen Sprints der Rallycross-WM mit dem Marathon Dakar - Beides hat seine Faszination und ist eine Herausforderung

(Motorsport-Total.com) - In der Rallye-Weltmeisterschaft fuhr Sebastien Loeb jahrelang den Gegnern um die Ohren. Nach seinem zweijährigen Abstecher in die Tourenwagen-WM widmete sich der Franzose wieder den unbefestigten Strecken. 2016 ging er erstmals bei der Rallye Dakar an den Start und absolvierte anschließend die komplette Saison der Rallycross-WM. Bei der Dakar holte Loeb vier Etappensiege und auch in der World-RX gelang ihm ein Saisonsieg. Die Rallye-Legende war nach vielen Jahren als Routinier wieder ein blutiger Anfänger.

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Unterschiedlicher können diese beiden Rallye-Disziplinen nicht sein. "Rallycross und Rallye Raid sind zwei Disziplinen, die mir liegen, obwohl sie im Motorsport völlig konträr zueinander sind: 2-Minuten-Sprint gegen 6-Stunden-Langstrecke, und das mehrere Tage lang", wird Loeb vom 'The Red Bulletin' zitiert. Die Dakar ist von der Herausforderung und der körperlichen Anstrengung deutlich zäher als die kurzen Sprints der Rallyecross-WM.

Trotzdem war für Loeb die Rückkehr von der WTCC-Rundstrecke auf Schotter- und Sand ein Segen. "Ja, dort habe ich das 'natürliche Rennfahren' wiedergefunden", sagt er über Rallycross. "Es ist einfach entspannter. Man weiß vorher nie, was einen erwartet, herrlich, nicht? Und dazu kam noch der Faktor der Gegner auf der Strecke. Wenn du in der Rallye der Schnellste bist, dann bist du der Schnellste. Im Rallycross bist du auch von den anderen abhängig. Total spannend. Du sitzt in Kisten, die fast doppelt so stark sind wie WRC-Autos, die Rangelei ist enorm, man muss sich durchsetzen."


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Während in der Rallycross-WM ständig Action angesagt ist, stehen bei der Dakar andere Elemente im Vordergrund. Fahrer und Beifahrer müssen das Gelände lesen können und im richtigen Moment Gas geben beziehungsweise umsichtig zu Werke gehen. Mit reinem Speed gewinnt man den Klassiker in Südamerika nicht. Loeb war bei seinem Debüt pfeilschnell, doch ein Überschlag machte alle Sieghoffnungen zunichte. Und auch Co-Pilot Daniel Elena musste viel lernen. Bei der Seidenstraßen-Rallye im Juli verpasste Elena zwei Wegpunkte, das Duo bekam eine Zeitstrafe von vier Stunden. Andernfalls wäre der Sieg möglich gewesen.

Kommunikation mit Elena "neu denken"

"Das Problem ist nicht so sehr das Verirren", meint Loeb. "Sogar die Besten verirren sich. Wichtig ist, den richtigen Weg schnell wiederzufinden. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst schnell Auto zu fahren. Sondern überlegt zu fahren, mit dem Co-Piloten zu kommunizieren, alles gleichzeitig - eine hochinteressante und ebenso komplexe Herausforderung. Daniel und ich haben zwar unsere gemeinsame Erfahrung, aber Rallye Dakar, das heißt: die Art und Weise, wie wir funktionieren, völlig neu denken."


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Mit Spannung wird erwartet, wie sich das Peugeot-Duo im Januar 2017 schlagen wird. Da die Veranstalter den Schwerpunkt wieder mehr auf die Navigation legen, wird sich zeigen, ob Loeb/Elena schwerwiegende Fehler machen oder ganz vorne dabei sein werden. Auf dem Papier ist Peugeot in der Favoritenrolle, doch mit Carlos Sainz und vor allem Stephane Peterhansel hat Loeb zwei starke Teamkollegen, die mit allen Wassern gewaschen sind.

Eine Rückkehr in die Rallye-WM schließt Loeb aus, da er nun bei Peugeot unter Vertrag steht und nicht mehr bei Citroen. Die Monte Carlo Rallye 2015 war sein letzter Start. Trotz seiner Erfahrungen in der WTCC, bei der Dakar und in der Rallycross-WM glaubt Loeb nicht, dass er jetzt ein besserer WRC-Fahrer wäre: "An Effizienz und fahrerischer Finesse habe ich dazugelernt. Aber die Tatsache, seit Jahren keine Rallye mehr gefahren zu sein, würde mich mit Sicherheit mehr kosten, als ich von den in der Zwischenzeit hinzugekommenen Errungenschaften profitieren würde. Was auch immer ... ich weiß es nicht."

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